Mein lieber Scholli: ARD und ZDF lassen es bei der Fußball-EM richtig krachen. Mehmet Scholl bekommt als Fußballexperte laut dem Branchendienst Kress wohl 1,6 Millionen Euro im EM-Jahr. Sein alter Mannschaftskollege Oliver Kahn soll demnach auch die Millionen-Schallmauer durchbrochen haben. Beide kassieren angeblich pro Tag bis zu 50 000 Euro, was die Betroffenen heftig bestreiten. Der Skandal geht aber weiter: ARD und ZDF verheimlichen das wahre Honorarvolumen vor uns Zuschauern und Gebührenzahlern.

So sehen Sieger aus: Mehmet Scholl (ARD) und Oliver Kahn (ZDF) analysieren für ein Millionenpublikum die EM-Spiele – und beide kassieren auch Millionen dafür. Vor zwei Wochen frotzelte Kahn noch, dass ihn nicht nur das Ehrenamt vor die ZDF-Kamera lockt. Jetzt weiß ganz Deutschland, was die beiden Ex-Bayern und Ex-Nationalspieler pro Einsatz kassieren: bis zu 50 000 Euro. Unglaublich viel Geld für ein paar altkluge Binsenweisheiten vor dem Anpfiff, in der Halbzeitpause und nach dem Schlusspfiff.

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Das Magazin kress pro analysiert in seiner aktuellen Ausgabe Scholls Vertragsverlängerung im letzten Jahr und findet interessante Zahlen: Scholl soll von der ARD 1,6 Millionen Euro im EM-Jahr kassieren. Beim ZDF wird Kahn eine siebenstellige Summe überwiesen – also auch über eine Million.

Das Magazin rechnet nach: »Demnach dürften Mehmet Scholl und Oliver Kahn pro Auftritt bis zu 50 000 Euro an Gebührengeldern kassieren.« Bisher waren diese Summen geheim, jetzt kennt ganz Deutschland den neuesten Gebührenskandal. Wie reagieren ARD und ZDF darauf? Sie zeigen sich wieder so transparent, wie man es kennt: Beide Sender schweigen zur Anfrage des Magazins. Es gebe keine offiziellen Details zu den Vereinbarungen.

Auch hier wird wieder ein Totschlagargument ins Feld geführt: Es müssten eben viele Gebührengelder fließen, weil die »Marktsituation« das eben erfordert. Stimmt nicht. Kahn und Scholl können mit ihren Millionen-Honoraren locker alle anderen Fußballexperten durchfüttern, die bei den Privaten kommentieren müssen.

Das schreibt auch kress pro: »Prominente Ex-Profis wie die Weltmeister Olaf Thon oder Andreas Möller verdienen bei der Übertragung der Europa-League-Spiele auf Sport1 rund 1500 bis 2000 Euro pro Auftritt. Generelle Aussagen zu den Honoraren sind schwer, weil die Interessenlagen der Ex-Kicker unterschiedlich sind: Manche suchen die Bühne, andere das Geld. Einige auch beides.«

Matthäus schlägt Kahn und Scholl: Er ist günstig und weitaus unterhaltsamer

Michael Ballack scheiterte als ehemaliger Nationalmannschaftskapitän mit seiner Honorarforderung bei den Privaten: Er wollte bei Sport1 für zehn Europa-League-Spiele 200 000 Euro kassieren – also 20 000 pro Einsatz. Der Sportsender lehnte ab. Lothar Matthäus pilgert sogar im Ausland durch die Sender. Der Ex-Weltmeister kommentiert aktuell auf der Insel und hat beim britischen Sender ITV als EM-Experte angeheuert. Das ist sprachlich brisant, weil Matthäus in der Schule wohl oft den Englischunterricht geschwänzt hat.

Das Publikum ist trotzdem very amused. Lothar wird auf der Insel regelrecht gefeiert für seine denglischen Fußballweisheiten: »He has good eyes, he has good Technik« oder »It’s like Schach«. Sogar der Telegraph kürt den Franken zum besten Gast-Kommentator der EM – nicht wegen des rollenden Rs, was im Englischen wunderbar zur Geltung kommt: Matthäus verliere zwar hin und wieder die Kontrolle, dafür aber seien seine Kommentare »bissig, fesselnd und unbequem«.

Kahn und Scholl ersitzen sich mehr Geld, als sich deutsche Nationalspieler erlaufen

Das kann man über unsere beiden hochbezahlten Ex-Bayern bei ARD und ZDF wirklich nicht sagen. Scholl lässt in Sachen Bissigkeit enorm nach und mittlerweile muss man sein legendäres Urteil über den Stürmer Mario Gómez wohl auf Scholl selbst münzen: »Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss.« Kahn variiert in seinen titanischen ZDF-Monologen immer die gleiche Binsenweisheit: »Krisen gibt es im Krankenhaus auf der Intensivstation oder im Nahen Osten, aber nicht im Fußball.«

Beide kassieren dank der Gebührenmaschine bei ARD und ZDF jetzt mehr als die deutschen Nationalspieler. Boateng, Müller, Götze und Co bekommen für den Viertelfinaleinzug 50 000 Euro – vorher mussten sie sich aber vier Spiele lang die Lunge aus dem Leib rennen. Da machen Kahn und Scholl eben den besseren Schnitt: Sie müssen für 50 000 bloß ein Spiel lang sitzen bleiben. Wem muss man aber den größeren Vorwurf machen?

Dem Kommentatoren-Duo, das zulangt, oder dem Sender-Duo, das die Irrsinnssummen bezahlt? Am Ende tragen wieder ARD und ZDF die Hauptschuld, weil sie einfach nicht haushalten wollen. Sie verballern Gebührengelder. Dabei gibt es genügend Ex-Fußballer, die sogar zahlen würden, um bei den Öffentlich-Rechtlichen vor einem Millionenpublikum sitzen zu dürfen. Zu diesem Urteil kommt auch kress pro:

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»Solange Scholl und Kahn aber durch Gebührengelder honoriert werden, ist es ein Skandal. Die überragende Mehrheit der Zuschauer würde solche Summen niemals billigen, wenn sie davon wüsste. Darum halten ARD und ZDF die Honorare für ihre Fußballvolksaufklärer lieber geheim. Eigentlich müssten Scholl und Kahn Geld mitbringen, um die gemeinschaftlich finanzierte Plattform nutzen zu dürfen. Schließlich vermarkten sich beide als Werbeträger und ihr Wert liegt vor allem darin, dass sie auf quotenträchtigen Plätzen dauerhaft präsent sind.«

Inzwischen hat Oliver Kahn reagiert. Er wies die Zahlen via Facebook zurück: »Hierbei handelt es sich um eine eklatante Falschmeldung, die jeglicher Grundlage entbehrt. (…) Kress.de verbreitet eine Fehlinformation, die bewusst Neid und Missgunst in der Öffentlichkeit in Kauf nimmt und den Zuschauern die Freude an der Berichterstattung vermiesen soll.«

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky äußerte sich auch zum Scholl-Honorar: »Generell werden wir uns zu vertraglichen Inhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht äußern. Nur so viel, auch diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage.«

Die Taktik ist also offensichtlich: Es wird juristischer Druck auf das Magazin kress pro ausgeübt, gleichzeitig werden die Zahlen als falsch hingestellt. Allerdings wird weder bei der ARD noch im ZDF über die wirklichen Zahlen gesprochen. Damit kann der Zuschauer den Beteuerungen der Betroffenen glauben – er kann es aber auch lassen.

3 Kommentare

  1. Jedes Spiel wird bar bezahlt, auf Pfennig und auf Heller,
    und legt man ein paar Scheine drauf, dann laufen sie schon schneller.
    Jedes Spiel hat auch ein Ende, denn die Spieler werden matt,
    morgen steht’s dann in der Zeitung, wer das Match gewonnen hat.
    Und am Ende der Meisterschaft weiß man, wer am meisten schafft,
    wer der Meister ist der Welt, der kriegt auch das meiste Geld.
    Für Geld da kann man vieles kaufen,
    auch Leute, die dem Ball nachlaufen.
    (Fredl Fesl, Fußball-Lied 1976)
    Und wer nicht mehr spielen kann
    wie der Scholl und auch der Kahn,
    kriegt doch die Millionen
    von den Fernsehdrohnen
    durch die vielen Fußballnarren,
    die noch in die Glotze starren.
    Denn die blöden Kommentare
    sind doch schließlich eine Ware,
    die man noch verkaufen kann,
    sind die Leut‘ im Fußballwahn.
    Denn die GEZ, die hat es leicht,
    wenn sie unser Geld erschleicht.
    (Rumpelstilzchen 2016)

  2. Oliver Kahn kriegt den Hals nicht voll
    Millionen auf dem Konto und immer noch im Rundfunkkorruptionssump verwickelt
    Wegen dem Geld macht er es nicht
    Er ist ein kranker Narzist und bekommt den Hals nicht voll
    Er passt zum ZDF

  3. Ich sehe`s positiv. Das Geld, was sie fuer relativ harmlosen Fussball blabla ausgeben, koennte genausogut ins allabendliche Holocau$t-Special fliessen.
    Ob Ablenkungs- oder (Um)erziehungsauftrag, zusammen mit den „Staatsausgaben fuer Integration“ fuer die BRD-Insassen nix weiter als die Finanzierung des eigenen Dachschadens.

    Selbst ein Alkoholiker in der Trinkhalle hat wenigstens seinen Spass beim zu Tode saufen…

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