Russland ist ein schreckliches Land. Erst massakrierte Lenin mit blutiger Revolution und marxistischer (deutscher) Hilfe Millionen Adlige und Muschiks. Dann ermordete Stalin Millionen »Bürgerliche« und andere Unschuldige, stoppte aber Hitler in Stalingrad. Danach machten es sich diese Russen, die längst Sowjets hießen, 40 Jahre in der DDR bequem – so gut so was im Sozialismus halt geht. Aber dann schlüpfte Gorbi, gerade so vor der finalen Marx & Murcks-Pleite, in den Mantel der Geschichte. Und aus der DDR wurde wieder Deutschland, aus der Sowjetunion wieder Russland. Und alle Russen waren wieder gut. Warum heute alle wieder schrecklich sind, ist schon wieder eine deutsche Geschichte. Eine deutsche Medien-Geschichte. Zurzeit wird sie bei Olympia in Brasilien geschrieben. Und wie…

Alles begann, als die NATO das (leider ungeschriebene) Versprechen brach, ihren »Machtbereich« auf dem geographischen Stand von 1989 einzufrieren – hier NATO, da Warschauer Pakt. Natürlich alles ohne Eisernen Vorhang. Aber kaum war die Tinte der Wiedervereinigung trocken, klopften Polen, Tschechen und Slowaken ans Tor nach Westen, weil sie Angst hatten, dass aus dem lieben russischen Bären über Nacht wieder ein böser sibirischer Wolf werden könnte; immerhin tobten im roten Riesenreich erbitterte Kämpfe zwischen Beton- und Suff-Köppen.

Nachdem Putin mehr oder minder diktatorisch, aber »lupenrein« demokratisch (SPD-Kanzler Schröder) leidlich für Ordnung und ein Ende der Oligarchen gesorgt hatte, sah er sich um. Und – Ouuups, Olga – die NATO war längst im Begriff, wie einst die Sowjets auf Kuba, vor der Haustür Washingtons, ihre Raketen vor der Haustür Moskaus aufzupflanzen – in der Ukraine. Und die Ukrainer, die von Stalin einst ganz Ost-Polen zugeteilt bekommen hatten (Polen wurde mit Oberschlesien und so »entschädigt«), skandierten auf dem Maidan, heftigst befeuert von deutschen Nerd-Revolutionären, immer ungenierter und lauter: EU, hilf uns! NATO, rette uns!!

Und was wird aus meiner russischen Schwarzmeer-Flotte, Brüderchen Deutschland, barmte Putin? Und Russland zagte: Was wird aus den 95 Prozent Russen, die seit ewig auf der Krim leben?

Putin fackelte nicht lange. Er holte die Krim zurück, die sein Vor-vor-Vorgänger Chruschtschow den Ukrainern mal im Suff »geschenkt« hatte. Einfach so. Putin war natürlich nicht besoffen … Aber seitdem ist Russland wieder ein schreckliches Land. Für die Amis sowieso. Weil Russland sich einfach nicht zur »Regionalmacht« schrumpfen will, wie »Realpolitiker« Obama es kategorisch befunden hatte; das Geschichtsbuch bleibt ihm trotzdem ‒ der erste Mensch, der den Friedensnobelpreis wegen seiner Hautfarbe bekam. Wegen sonst nichts. Willy Brandt musste wenigsten noch knien…

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Aber seitdem ist Russland auch wieder für die Deutschen gaaanz schrecklich. Jedenfalls für die oberen Zehntausend Mainstream-Deutschen. Die Deutschen an sich sind auf Putins Seite. Darum nennen Merkels Meinungsmacher sie ja auch verächtlich »Putin-Versteher«. Was fast (?) so schlimm ist wie Nazi.

Aber da die Mainstream-Mächtigen weder Panzerfäustchen noch klitzekleine Bömbchen (huch!) haben, »bekämpfen« sie den homophoben Putin mit der Feder, nein, nicht der goldenen, mit der linken: Was immer er sagt, wann immer er es sagt, wo immer er es sagt ‒ schrillen sie los im Fernsehen, schreiben sie los, Papier oder Online. Ob Putin mit seinen Jets IS-Massenmörder jagt … Wenn er im Iran starten und landen darf … Wenn er mit China Geschäfte macht, die Muttchen Merkel und Onkel Obama doch verboten haben. Und wenn es um Olympia geht, da kriegen die deutschen Mainstreamer sich gar nicht mehr ein. Da können sie endlich den »Steiner« geben.

Bei der ARD heißt der »Weltkrieg 2 – Held« Hajo Seppelt (nomen est omen), beim ZDF Theveßen (dito). Wenn man den beiden glaubt, und den ständig raunenden Moderatoren, dann sind auch die paar Russen, die in Rio noch mitlaufen, turnen oder springen dürfen, zu viel. Und … verdächtig. Staats-Doping! Denn wie heldenhaft haben die deutschen Investigativ-Reporter doch ermittelt, recherchiert, um die Wahrheit gekämpft. Und da kommt ausgerechnet so ein IOC-Präsident namens Bach und lässt trotzdem eine Handvoll Russen rein nach Rio. Als weder Spiegel noch »Alpen Pravda« Süddeutsche Zeitung, weder der längst bleiche Stern noch die FAZ die Russen so richtig fertig machen konnten, musste der frühere Klassenfeind an die Front:

Bild, Retter der Witwen und Waisen, Megaphon von Mainstream, Macht und Meinung. Ein Interview mit Thomas Bach, was heißt Interview, ein »Verhör«. So nennt es das Blatt im STÜRMER-Stil selbst: »IOC-Chef im Bild-Verhör«. Dann die Schlagzeile: »Hat sich Putin bei Ihnen bedankt, Herr Bach?« Da sieht man die Seppelts und Theveßens, natürlich empört, im Duett grinsend, direkt vor sich … Erste Frage: »Herr Bach … Jetzt gibt es so viel Kritik wie noch nie …«. Bach gelassen: »In Deutschland.« Bild trotzig: »Sind Sie gescheitert?« Bach, laut Bild irritiert: »In welcher Beziehung? Welche Kritik?« Bild: »Dass Sie Russland nicht ganz ausgeschlossen haben, hat Ihnen sehr viel Kritik eingebracht.«

Bach könnte jetzt einen draufsetzen, könnte wieder sagen »Nur in Deutschland«. Er sagt stattdessen: »Aber auch enorm viel Zustimmung von Athleten aus aller Welt, internationalen Verbänden und … von der IOC-Vollversammlung, wo es nur eine einzige Gegenstimme gab.« Dann der Kernsatz: »Auch im Sport gibt es keine Sippenhaft. Das ist in der weiten Welt sehr gut verstanden worden.« Bild schon kleinlauter: »Fühlen Sie sich also speziell in Deutschland missverstanden?«

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Jetzt spricht Bach Tacheles, wörtlich: »Es ist festzustellen, dass die Entscheidung (die Russen nicht pauschal für Olympia zu sperren) in Deutschland vom Mainstream sehr einseitig betrachtet wird. Hier geht es jedoch um Gerechtigkeit, nicht um Politik.«

Das war der erste Schlag auf den Mainstream – Solarplexus. Der zweite: »Wir haben in Deutschland nach der Wende eine ähnliche Situation gehabt: Damals hat jedoch kein Mensch danach gerufen, die deutsche Mannschaft von den Olympischen Spielen 1992 auszuschließen, weil zur gleichen Zeit das Staatsdoping-System der DDR aufgedeckt wurde.«

Was kümmert die eitlen Tugend-Wächter, ihr domm’s G’schwätz von gestern!? Und so robbt sich Bild nochmal demütig an den Mainstream ran: »Wenn … ARD-Investigativ-Reporter Hajo Seppelt von Bodyguards beschützt werden muss – haben Sie da nicht große Bedenken, dass in Zukunft niemand auspacken möchte?« Auch hier bleibt der Olympia-Boss souverän: »Es ist bedenklich, dass Hajo Seppelt solchen Schutz benötigt …«

Als offenbar jeder vermeintlich moralische Tritt in den Bach-Bauch zurückfedert, tut Bild, was der Mainstream Bild früher immer vorwarf – Bild wird link: »Hat sich Putin eigentlich schon bei Ihnen bedankt?« Doch auch hier kontert Bach cool: »Genau solch eine Frage zeigt die einseitige Denkrichtung. Es ging uns nicht um eine politische Entscheidung, es geht um Einzelfallgerechtigkeit.«

Natürlich kann die Bild, Bach’s Big Point so nicht stehenlassen, entlarvt sich aber mit der vorletzten Behauptung final selbst: »Es geht den Menschen, die Ihre Entscheidung kritisieren, vor allem um die Moral.« Da macht Bach den Matchball: »Das ist genau der Punkt. Viele nehmen die Moral für sich allein in Anspruch. (Aber …) Moralisch handeln heißt, dem einzelnen Athleten Gerechtigkeit angedeihen zu lassen. Man muss jedem Athleten in die Augen schauen können. Sippenhaft i s t nicht moralisch.«

Doch. Jedenfalls für die moralin gesäuerten Moral-Mogule schon. Das sind zwar höchstens 10 000, aber die haben die Mikrofone, die Zeitungen. Und für Merkels ZK-Tröten bleibt’s dabei: Am deutschen Wesen muß die Welt genesen. Wie vor »1000« Jahren. Wie letztes Jahr an der deutschen Grenze. Und so wundert es nicht, wenn die deutschen Wächter der linken Wahrheit inzwischen jede Goldmedaille, die nicht von »Deutschland« geholt wird, mit raunendem Unterton vermelden. Bild macht’s noch Mainstream-Deutscher: Das Blatt meldet keine einzige, der vom russischen Rumpfteam bis jetzt gewonnenen 36 Medaillen (12x Gold, 12x Silber, 12x Bronze). »Wegen des flächendeckenden Staats-Dopings.«, labert das Blatt täglich seine Rest-Leser weg.

Damals, in Barcelona, 3 Jahre nach der Wende, holte Deutschland 33 Goldmedaillen. Kurz vorher, wie Bach sagte, war das »flächendeckende Staats-Doping der DDR rausgekommen. Bild bejubelte und vermeldete trotzdem jede deutsche Goldmedaille. Damals hatte Bild eine Auflage von rund 4,5 Millionen, heute mit Ach und Krach 1,8 Millionen.

Noch Fragen, Deutschland?

4 Kommentare

  1. ihr Artikel ist gut……kleiner Zusatz meinner Überlegung……die Olympiade in Brasilien machen die Schreihälse der Leid-medien madig und Russland ist eh böse….Brics ist auf dem Vormarsch.Schätze mal,dass man die Herrn der Vs in den nächsten Wochen,aus Syrien rauss wirft,was wiederum ein Dominoeffekt gibt.Brasilien ist BRICS-MITGLIED.CHina und Indien haben Syrien volle Unterstützung zu gesagt.Pakistan und Iran sind einem Bricsbeitritt nicht abgeneigt.Einige Lateinameriknische Staaten sind die VS-Doktrin ebenfalls leid.Hab mich schon gefragt,wenn dem VS-Regiem die Felle davon schwimmen,was macht dann England mit seinen Rotschilds.Ei ei ei so ein Pech aber auch.Stellt euch vor,man nimmt den Leithammeln die Macht…..was wird dann aus den Hansele der Leid-medien,der Atlantikbrücke ARD,ZDF uvm.und den NO-GO-PO.

  2. Die Hauptsache ist, dass die Russen auch auf diesen Nebenkriegsschauplaetzen ihren Feind erkennen und zu gegebener Zeit die richtigen Konsequenzen ziehen.

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