Whatsapp änderte vergangenen Monat seine Nutzungsbedingungen. Noch bis zum 25. September haben Sie Zeit, der Datenweitergabe an Facebook zumindest in Teilen zu widersprechen. Die Macher von TECHBOOK erklären wie und haben mit einem Anwalt über den Datenschutz gesprochen.

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Durch Entfernen des Haken in den Account-Einstellungen werden Ihre Daten nicht für Werbezwecke verwendet.

Whatsapp erlaubt demnächst, dass Werbepartner Sie über den Messenger kontaktieren. Dazu gibt das Unternehmen Ihre Telefonnummer, Ihre Kontakte und weitere Daten an seinen Mutterkonzern Facebook weiter. Vor zwei Jahren versprach Whatsapp noch in einem Blogpost: „Der Respekt für deine Privatsphäre ist in unseren Genen.“ Heute hat das Unternehmen offensichtlich eine andere Sichtweise.

Was hat sich in Sachen Datenschutz verändert?

Zwei Jahre nachdem Facebook den Messenger geschluckt hat, am 25, August 2016, änderte Whatsapp seine Nutzungsbedingungen – und macht sein Interesse an den Daten der Nutzer deutlich. Zwar behauptet Whatsapp, dass Nutzer über ihre Daten entscheiden können, doch das ist nur in geringem Umfang richtig:

Standardmäßig geben Sie Ihre Daten weiter, wenn Sie nicht bis zum Ende der Woche (25. September) die Option in den Einstellungen unter Account abwählen.

  • Sollten Sie den Haken bereits einmal entfernt haben, verschwindet diese Option aus den Einstellungen
  • Neue Nutzer können nicht mehr über die Weitergabe entscheiden
  • Selbst dann, wenn Sie die Option deaktivieren, leitet Whatsapp Ihre Daten an Facebook weiter. Dort werden sie gesammelt und gespeichert und für andere Zwecke verwendet. Etwa für die „Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen“, erklärt Whatsapp.

 

Karsten Gulden ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.
Karsten Gulden ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht.

Können sich Whatsapp-Nutzer gegen die Datenweitergabe wehren?

 

„Die Nutzer können sich faktisch nicht gegen die Weitergabe der Daten ihrer Kontakte wehren“, erklärt Rechtsanwalt Karsten Gulden im Gespräch mit TECHBOOK. Wenn die Nutzer den neuen Nutzungsbedingungen nicht zustimmen, können sie Whatsapp nicht weiter nutzen. „Whatsapp will dies so und verstößt damit gegen das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Nutzer. Das ist illegal.“

Außerdem warnt der Anwalt vor der Weitergabe der Kontakte an Whatsapp: „Nur der Inhaber der Telefonnummer kann eine solche Einwilligung erteilen. Wer die Nummern seiner Kontakte an Whatsapp weitergibt, ohne diese vorher zu fragen, kann folglich auch abgemahnt werden“, warnt der Anwalt. Sie sollten also nicht über die Köpfe Ihrer Freunde hinweg entscheiden. Wer nicht das Recht auf informationelle Selbstbestimmung seiner Kontakte verletzen will, sollte sich daher eine Einwilligung von diesen einholen und um Erlaubnis fragen, ob die Telefonnummer an Whatsapp weitergegeben werden darf.

6 Kommentare

    • Damit ist die Überwachung aber höchstens eingedämmt. Wir werden sowieso überwacht von den amerikanischen Dreckskonzernen/CIA. Sie sammeln von jedem alle Daten und erstellen daraus genaue Profile. Sie zapfen dazu zum Beispiel die Kabel direkt an und verwenden die Metadaten.

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