In Syrien wird zwar Redebereitschaft signalisiert, aber die Positionen scheinen nicht verrückbar zu sein. Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, warnte, dass das von Rebellen, d.h. vor allem von al-Nusra-Kämpfern, kontrollierte Ost-Aleppo „völlig zerstört“ werden könnte, wenn die syrisch-russische Offensive weitergeht, obwohl hier noch mehr als 250.000 Menschen leben sollen. Er schlug vor, dass die al-Nusra- oder Fateh Al-Sham-Kämpfer die Stadt, auch unter seinem Geleit, verlassen und dafür Syrien und Russland die Luftangriffe einstellen sollten.

Daran dürften weder die islamistischen Kämpfer noch Syrien und Russland wirklich interessiert sein. Allerdings hatte der russische Außenminister Lawrow versichert, dass man Druck auf Damaskus ausüben werde, den Vorschlag von Mistura zu akzeptieren, wenn sich al-Nusra tatsächlich mit allen Waffen wie vorgeschlagen aus Aleppo nach Idlib zurückzieht. Die gemäßigten Kämpfer, die die Stadt nicht mit al-Nusra verlassen, sollten schriftlich ihre Distanzierung klarstellen. Moskau warf Washington vor, die vereinbarte Feuerpause dadurch nicht eingehalten zu haben, weil nichts getan worden wäre, die gemäßigten Rebellen auch räumlich von al-Nusra-Gruppen zu trennen.

Schon am Mittwoch hatte Russland gesagt, dass weniger Luftangriffe geflogen würden, was offenbar auch eingetreten ist. Die syrische Regierung fordert die Bewohner von Ost-Aleppo auf, die Stadt zu verlassen, sonst müssten sie sich ihrem Schicksal ergeben, also damit rechnen, bei der geplanten Offensive zum Opfer zu werden. Ähnlich wurden etwa auch die Bewohner der vom IS kontrollierten Städte im Irak wie zuletzt Falludscha zur Evakuation aufgefordert. Das russische Verteidigungsministerium meldet, dass die in Ost-Aleppo befindlichen Rebellen, alle Fluchtwege aus der Stadt vermint hätten. Assad habe erklärt, alle Kämpfer, die Aleppo auf den eingerichteten Korridoren verlassen, Straffreiheit zu gewähren.

Die in der Syrischen Nationalkoalition organisierte syrische Opposition mit Sitz in der Türkei, die von den Golfstaaten und dem Westen als legitime Vertreter Syrien anerkannt wird, protestierte hingegen scharf den Vorschlag von Mistura, dass die Rebellen abziehen sollen. Gedroht wird mit dem Abbruch aller Gespräche. Es geht, wohlgemerkt, um den Abzug der al-Nusra-Militanten, für die sich nun entlarvend die Syrische Nationalkoalition ins Zeug legt, in dem sie von einem „konfessionellen demografischen Austausch“, neudeutsch: einer „Umvolkung“, spricht. Verurteilt werden müsse hingegen die mit allen Waffen ausgeführte Aggression und der „organisierte Terrorismus“, während sich Mistura „mit den Banden in Damaskus und den russischen Besatzern“ solidarisiert habe. Er habe ihnen eine Rechtfertigung gegeben, den Angriff im Tausch gegen humanitäre Hilfe und die Evakuierung der Verletzten und Kranken fortzusetzen, um die Stadt von ihren Bewohner zu leeren. Der Protest zeigt, wie verstrickt die Opposition bereits mit al-Nusra ist.

Die USA, die offiziell die Gespräche über einen Waffenstillstand mit Russland abgebrochen haben, schickten indessen Frankreich vor, um dem UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vorzulegen, der einen Waffenstillstand vorsieht. Darüber soll auf einer Sondersitzung heute entschieden werden. Die Resolution sieht einen Waffenstillstand und ein Flugverbot über Aleppo vor. Der russische UN-Botschafter Vitaly Tschurkin machte schon deutlich, dass Russland sein Veto einlegen wird. Er sehe nicht, wie Russland der Resolution zustimmen könne. Deren Zweck sei einzig, Russland dazu zu bringen, von seinem Veto-Recht Gebrauch zu machen.

Dass gleichzeitig US-Außenminister Kerry mit der Betonung der Kooperation mit Frankreich erklärte, Syrien und Russland würden gezielt Krankenhäuser angreifen, was Kriegsverbrechen seien, die verfolgt werden müssten, dürfte eine Annahme durch Russland kaum befördern, zumal in den USA Forderungen nach militärischer Intervention lauter werden (Syrien: Medienkampagne für US-Militärschläge). Am Donnerstag soll erneut ein Krankenhaus in Aleppo bombardiert worden sein, wobei 20 Menschen getötet und 100 verletzt worden seien.

Während Russland ein Luftabwehrsystem nach Syrien verlegte, zwei weitere Kriegsschiffe vor die Küste entsandte und überlegt, Stützpunkte in Kuba und Vietnam wieder in Betrieb zu nehmen, wies das US-Außenministerium darauf hin, dass Russland mit 1796 nuklearen Sprengköpfe über mehr verfügt als die USA, die 1367 haben. US-Medien griffen dies auf, erwähnten aber nicht, dass die USA über mehr Bomber und Interkontinentalraketen verfügen.

Am Donnerstag ließ das Pentagon vielleicht in Reaktion auf den Ausstieg Russlands aus dem Abkommen über die Entsorgung von waffenfähigem Plutonium (Moskau und Washington: Tit for Tat) seine nuklearen Muskeln spielen. Zusammen mit dem Global Strike Command hat die National Nuclear Security Administration (NNSA), wie sie jetzt berichtete, letzten Monat zwei Abwurfversuche von Test-Atombomben mit zwei B-2A-Stealth-Bombern in Nevada ausgeführt – natürlich erfolgreich. Die Bomben enthielten nur Sensoren und Instrumente, um die Leistung unter realistischen Bedingungen zu messen und Daten für Simulationen zu erhalten, aber „kein nukleares Material“, wie die Behörde versicherte. Zudem soll geprüft werden, ob „alle Waffensysteme sicher, geschützt und effizient“ sind. Die Geste Richtung Russland ist deutlich.

9 Kommentare

  1. Allerdings hatte der russische Außenminister Lawrow versichert, dass man Druck auf Damaskus ausüben werde, den Vorschlag von Mistura zu akzeptieren, wenn sich al-Nusra tatsächlich mit allen Waffen wie vorgeschlagen aus Aleppo nach Idlib zurückzieht. Die gemäßigten Kämpfer, die die Stadt nicht mit al-Nusra verlassen, sollten schriftlich ihre Distanzierung klarstellen.

    BLÖDSINN! DIE GEHÖREN TOTGEMACHT! DIE TERRORISTEN, DIE MAN HEUTE LAUFEN LÄSST, KOMMEN MORGEN VOM AMI SCHWER AUSGERÜSTET ZURÜCK UND MORDEN DURCH DIE GEGEND!

    Moskau warf Washington vor, die vereinbarte Feuerpause dadurch nicht eingehalten zu haben, weil nichts getan worden wäre, die gemäßigten Rebellen auch räumlich von al-Nusra-Gruppen zu trennen.

    NÄCHSTER BLÖDSINN: ES GIBT KEINE „GEMÄSSIGTEN“ REBELLEN!

    Die syrische Regierung fordert die Bewohner von Ost-Aleppo auf, die Stadt zu verlassen, sonst müssten sie sich ihrem Schicksal ergeben, also damit rechnen, bei der geplanten Offensive zum Opfer zu werden. Ähnlich wurden etwa auch die Bewohner der vom IS kontrollierten Städte im Irak wie zuletzt Falludscha zur Evakuation aufgefordert.

    ASSAD HAT MEHR DURCHBLICK WIE LAVROV: DAS TERRORISTENGESINDEL GEHÖRT TOT GEMACHT!
    1. WEIL DIE SCHON SOVIELE UNSCHULDIGE LEUTE ERMORDET
    HABEN
    2. WEIL DIESES SATANSGESINDEL NIE FRIEDEN GIBT! WER FRIEDEN WILL, MUSS DIESEN DRECK AUSLÖSCHEN!

    Der Protest zeigt, wie verstrickt die Opposition bereits mit al-Nusra ist.

    WIE SCHON GESAGT: ALLES EIN UND DERSELBE MÖRDERDRECK!
    ES GIBT KEINE „GEMÄSSIGTEN“ REBELLEN!

    Die USA, die offiziell die Gespräche über einen Waffenstillstand mit Russland abgebrochen haben, schickten indessen Frankreich vor, um dem UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vorzulegen, der einen Waffenstillstand vorsieht.

    NUR FAULE TRICKS DER AMIS, DIE DIE TERRORISTEN VOR DER
    NIEDERLAGE BEWAHREN UND MIT NACHSCHUB VERSORGEN WOLLEN.

    Am Donnerstag ließ das Pentagon vielleicht in Reaktion auf den Ausstieg Russlands aus dem Abkommen über die Entsorgung von waffenfähigem Plutonium (Moskau und Washington: Tit for Tat) seine nuklearen Muskeln spielen. Zusammen mit dem Global Strike Command hat die National Nuclear Security Administration (NNSA), wie sie jetzt berichtete, letzten Monat zwei Abwurfversuche von
    Test-Atombomben mit zwei B-2A-Stealth-Bombern in Nevada ausgeführt – natürlich erfolgreich. Die Bomben enthielten nur Sensoren und Instrumente, um die Leistung unter realistischen Bedingungen zu messen und Daten für Simulationen zu erhalten, aber „kein nukleares Material“, wie die Behörde versicherte. Zudem soll geprüft werden, ob „alle Waffensysteme sicher, geschützt und effizient“ sind. Die Geste Richtung Russland ist deutlich.

    FALSCH VERSTANDEN! DIE GESTE BESAGT WAS ANDERES!
    DIES: ATOMBOMBEN LANDEN AUF >AMERIKANISCHEM TERRITORIUMAMERIKANISCHEM TERRITORIUM<!

    • Goldrichtig!!! D’accord! Die barbarischen, vom US-Satan und seinen perversen westlich-sunnitischen Lakaien gesponserten Mörderbanden müssen in den siebten Himmel zu ihren 100 Jungfrauen geschickt werden! Und die angloamerikanisch-zio. Verbrecher dürfen natürlich auch nicht straflos davon kommen! Wie können wir Putin helfen???

  2. Dass ausgerechnet die Gruen_Innen und die „Christdemokraten“ Russland an der Befreiung Aleppos hindern wollen, verwundert nicht.
    Kaemen sie nach einer Befriedung Syriens doch in einen argen Erklaerungsnotstand bezueglich der fortgesetzten Verweildauer ihrer fremden Soeldner im Kampf gegen die Deutschen, die „syrischen Buergerkriegsfluechtlinge“.

  3. TEILEN!!!!
    USRAHELL=IS=MRKL!!

    http://noch.info/2016/10/hillary-clinton-wir-haben-al-qaida-geschaffenvideo/

    https://www.youtube.com/watch?v=FmIRYvJQeHM

    Hillary Clinton – „Wir haben Al Qaida geschaffen“

    WikiLeaks machte am Freitag tausende neue klassifizierte Emails von Clintons Wahlkampagnen-Vorsitzenden publik. In denen bestätigte sie Befürchtungen, dass eine Flugverbotszone in Syrien den Tod von etlichen Zivilisten in Kauf nimmt.
    „Unsere Raketen, auch wenn es Marschflugkörper sind – wir werden unsere Piloten keinen Risiken aussetzen – werden viele Syrer töten“, räumte Clinton ein.

    Daraufhin äußerte sie ihre Sorge, dass die „Intervention, von der die Menschen leichthin reden“, zu einer vollwertigen „Beteiligung der USA und NATO, wo viele Zivilisten sterben“, führen würde.

    Clinton umschrieb das „nationale Interesse“ der USA mit folgenden Worten: Es bestehe die Möglichkeit, dass Syrien zum „Trainingsfeld für Extremisten wird, Aufmarschgebiet für Angriffe auf die Türkei, Jordanien, Libanon und schließlich Israel“ werde.

    Eine andere Herausforderung, die Clinton erwähnte, für den Westen war es, „verdeckte Beziehungen mit der syrischen Opposition aufzubauen, um Einblicke zu gewinnen“, erwähnte sie bei einem Treffen mit der Investitionsbank Goldman Sachs 2013.

    „Die USA und Europäer hatten von Anfang an Probleme: Was und wen bewaffnen wir? Und sie haben das bestimmt schon in den Papieren gelesen. Meine Sichtweise ist es, am Boden einige Gruppen zu finden, mit denen wir Beziehungen aufbauen und geheime Verlinkungen etablieren können. Über ihnen würden wir Erkenntnisse gewinnen, was eigentlich in Syrien passiert“, führte Clinton aus.

    Die Präsidentschaftskandidatin informierte, dass sie für „robustere, verdeckte Aktionen zur Identifizierung, Ausbildung und Bewaffnung von Rebellen“ in Syrien einstehe. Die Sache „verkomplizierte sich allerdings dadurch, dass die Saudis und andere große Waffenmengen nach Syrien bringen – das ziemlich wahllos“.

    Clinton sagte außerdem aus, dass sie den Ratschlag zu Syrien vernahm – von wem geht nicht hervor, dass die USA in Syrien „sich alle gegenseitig töten lassen sollen, bis sie erschöpft sind. Dann werden wir auswendig machen, mit welchen Resten wir es zu tun haben“. Dieses Zitat soll beim Dinner des „Jewish United Fund“ 2013 gefallen sein. Sie nannte es einen „Finger-weg-Ansatz“ für die Außenpolitik Washingtons.

    Clinton kennt sich aus mit „Flugverbotszonen“. Die „Flugverbotszone“ über Libyen war die letzte, zu der die Russen und Chinesen in der UNO ihre Zustimmung gegeben haben. Diese „Flugverbotszone“ war nichts anderes als die Bezeichnung eines erbarmungslosen Bombenkrieg gegen ein Volk und gegen ein Land. Nach diesem Bombenkrieg der USA und ihren Marionetten, Willigen und NATO-Söldnern, war der modernste, der sozialste und am weitesten entwickelte Staat in Schutt und Asch und ins Chaos gebombt worden. Clinton war ganz stolz darauf, eine Zeugnis ihrer ethischen, moralischen, politischen und militärischen Befähigung sehen Sie hier:

  4. Na dann testet mal eure „Atombomben“. Wenn sie so echt sind wie eure „Mondlandung“, dann hab ich echt Angst. Muahaha.

  5. Die Zerstörung Syriens ist eine gemeinschaftliche kriminelle Unternehmung

    von Noch.info · 08/10/2016

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    Eine massive Propagandakampagne, die das öffentliche Bewusstsein über Syrien auf zwei Faktoren reduziert: Kinderopfer und humanitäre Hilfe.

    Alle behaupten, sie wollen den Krieg in Syrien beenden und im Nahen Osten wieder Frieden herstellen.

    Nun, fast alle.

    „Bei dieser Play Off Situation sollten beide Teams verlieren, zumindest sollte keiner gewinnen – einigen wir uns auf ein Unentschieden“, sagte Alon Pinkas, ein früherer israelischer Generalkonsul in New York zur NYT im Juni 2013. „Lass sie beide bluten, zu Tode bluten: das ist strategische Denkweise hier.“

    Efraim Inbar, der Direktor des „Begin-Sadat Center for Strategic Studies“ betonte den selben Punkt im August 2016:

    „Der Westen sollte eine weitere Schwächung des IS verfolgen, aber nicht seine Zerstörung … Schlechten Jungs zu erlauben, schlechte Jungs zu töten, das klingt sehr zynisch, aber es ist nützlich und sogar moralisch so zu handeln, wenn es die schlechten Jungs beschäftigt hält und sie den guten Jungs weniger Schaden zufügen können … Darüber hinaus tragen Instabilität und Krisen manchmal die Vorzeichen für positive Veränderung … Die amerikanische Administration scheint nicht in der Lage zu sein, die Tatsache zu erkennen, dass der IS ein nützliches Werkzeug zur Unterminierung Teherans ehrgeiziger Pläne für eine Dominanz im Nahen Osten sein kann.“

    OK. Nicht wirklich alle.

    Aber bestimmt will doch die humanitäre Webseite Avaaz den Krieg beenden und Frieden herstellen.

    Oder etwa nicht?

    Avaaz lässt gegenwärtig eine Petition zirkulieren, die über eine Million Unterschriften gesammelt hat und eineinhalb Millionen erreichen will. Es ist wahrscheinlich, dass sie die bekommen. Mit Sprüchen wie diesen:

    „In Aleppo wurden seit letzten Freitag 100 Kinder getötet.“

    „Genug ist genug!“

    Avaaz schreibt weiter: „Es gibt keinen einfachen Weg zur Beendigung dieses Kriegs, aber es gibt nur einen Weg, um diesen Terror aus der Luft zu verhindern – Menschen von überall müssen eine Flugverbotszone zum Schutz der Zivilisten fordern.“

    Flugverbotszone? Klingt das nicht vertraut? Das war der Plan, der dazu diente, Libyens Luftverteidigung zu zerstören und der 2011 das Land für Regimewechsel öffnete. Das wurde eifrig von Hillary Clinton beworben, die bereits damit auf Band ist, dass sie den gleichen Spielzug in Syrien favorisiert.

    Und wenn der Westen „Flugverbot“ sagt, dann bedeutet das, einige dürfen fliegen und andere nicht. Bei der Flugverbotszone in Libyen konnten Frankreich, Britannien und die USA so viel fliegen wie sie wollten, unzählige Zivilisten töten, Infrastruktur zerstören und den islamischen Rebellen dabei helfen, Teil des Landes zu werden.

    Die Avaaz-Petition macht dieselbe Unterscheidung. Einige sollten fliegen und andere nicht.

    „Lasst uns einen lautstarken globalen Ruf an Obama und andere Führer senden, sich Putin und dem Terror Assads entgegenzustellen. Dies könnte unsere letzte und beste Chance sein, den Massenmord an schutzlosen Kindern zu beenden. Unterzeichnen Sie.“

    Es geht also nur um den Massenmord an schutzlosen Kindern, und um das aufzuhalten sollen wir den Drohnenkönig Obama anrufen, damit er den„Terror aus der Luft“ beendet.

    Nicht nur Obama, sondern auch andere „gute“ Führer, die Mitglieder der NATO:

    „An Präsident Obama, Präsident Erdogan, Präsident Hollande, PM May und andere Führer der Welt: Wir Bürger rund um den Globus sind entsetzt über das Massaker an Unschuldigen in Syrien, wir rufen Sie dazu auf, eine Flugverbotszone in Nordsyrien einschließlich Aleppo einzurichten, damit die Bombardierung syrischer Zivilisten aufhört und um sicherzustellen, dass die humanitäre Hilfe die erreicht, die in größter Not sind.“

    Das Timing dieser Petition hat Aussagekraft. Sie kommt genau zu dem Zeitpunkt wo die syrische Regierung durch die Rückeroberung von Ost-Aleppo auf ein Ende des Kriegs hinarbeitet. Sie ist Teil einer gegenwärtig massiven Propagandakampagne, die das öffentliche Bewusstsein über Syrien auf zwei Faktoren reduziert: Kinderopfer und humanitäre Hilfe.

    johnstone-queen-cover-ak800-291x450In dieser Sichtweise verschwindet der Rebell. Und auch ihre ausländischen Unterstützer, das saudische Geld, die wahhabitischen Fanatiker, die ISIS-Söldner aus aller Welt, die US-Waffen und die französische Unterstützung. Bei dem Krieg geht es nur um die seltsamen Launen eines „Diktators“, der aus Spaß hilflose Kinder bombardiert und humanitäre Hilfe blockiert. Diese Sichtweise reduziert den fünf Jahre dauernden Krieg in Syrien auf jene Situation wie sie in Libyen geschildert wurde, zur Rechtfertigung der Flugverbotszone: Es geht nur um einen bösartigen Diktator der sein eigenes Volk bombardiert.

    Für das Publikum, das die Weltnachrichten gerne in Form von Märchengeschichten konsumiert, passt da alles zusammen. Unterzeichne auf deinem Computer eine Petition und rette die Kinder.

    Die Avaaz-Petition zielt nicht auf das Ende des Kriegs und die Herstellung von Frieden. Sie zielt eindeutig auf die Verhinderung der Offensive der syrischen Regierung zur Rückeroberung Aleppos ab. Die syrische Armee hat in fünf Jahren Krieg heftige Verluste erlitten, die potentiellen Rekruten zur Vermeidung eines gefährlichen Militärdienstes im Grunde nach Deutschland eingeladen. Syrien braucht eine Luftmacht, um seine Verluste zu verkleinern. Die Avaaz-Petition ruft nach einem Abwürgen der syrischen Offensive und stellt sich damit auf die Seite der Rebellen.

    Moment mal – soll das bedeuten, sie wollen dass die Rebellen siegen? Nicht ganz. Die einzigen Rebellen, die vermutlich stark genug sind um zu gewinnen, das ist ISIS. Das will wirklich niemand.

    Um diesen Krieg zu gewinnen, so wie es bei den meisten Kriegen ist, muss eine Seite als Sieger hervorgehen, das ist eine banale Tatsache. Wenn klar wird wer auf der Siegerstraße ist, dann kann es erfolgreiche Verhandlungen geben, für Dinge wie Amnestie. Aber dieser Krieg kann nicht „durch Verhandlungen beendet werden“. So ein Ergebnis würden die Vereinigten Staaten nur unterstützen, wenn Washington die Verhandlungen für eine Einsetzung ihrer Marionetten – pardon, die im Westen lebenden pro-demokratischen Exilanten – benutzen könnte. Aber so wie es aussieht würde die Mehrheit des Syrer, die die Regierung unterstützen, diese als Verräter ablehnen. Und die Rebellen würden sie als Abtrünnige ablehnen. Daher muss eine Seite gewinnen um den Krieg zu beenden. Das am wenigsten schlimmste Ergebnis wäre, wenn die Assad-Regierung die Rebellen besiegen würde, damit der Staat erhalten bleibt. Dazu müssen die syrischen Streitkräfte den Ostteil Aleppos, der von Rebellen besetzt ist, zurückerobern.

    Die Aufgabe von Avaaz ist es, die öffentliche Meinung zu einer Ablehnung dieser militärischen Operation zu bringen. Indem man sie als nicht weiteres als eine gemeinsame russisch-syrische Anstrengung zur Ermordung von Zivilisten darstellt, insbesondere von Kindern. Daher rufen sie nach einer Militäroperation der NATO, damit die syrische und russische Flugzeuge abschießen (das ist die Bedeutung von „no-fly“), die der Offensive der syrischen Armee Luftunterstützung bieten.

    Selbst solch drastische Maßnahmen führen zu keiner Beendigung des Kriegs. Sie sollen die gewinnende Seite schwächen, damit sie nicht siegen kann. Um eine Pattsituation zu verlängern. Es bedeutet die Herstellung von Chancengleichheit („even playing field“) – um einen absurden Begriff zu benutzen, der im Bosnienkrieg populär war. So als wäre ein Krieg eine Sportveranstaltung . Es bedeutet die Verlängerung des Kriegs, bis von Syrien nichts mehr übrig ist. Und was von der syrischen Bevölkerung noch übrig ist, das füllt dann die Flüchtlingslager in Europa.

    So berichtete die New York Times im September 2013 aus Jerusalem:

    „Das Zusammenspiel der israelischen und amerikanischen Positionen, auch wenn sie von den Führern der beiden Länder nicht ausdrücklich erwähnt wurden, könnte einen wichtigen Beitrag an Unterstützung für Herrn Obama sein, wenn er die Erlaubnis des Kongresses für chirurgische Luftschläge in Syrien sucht.“

    Und fügt hinzu: „Israels Sorgen über die nationale Sicherheit haben in Washington eine breite, parteiübergreifende Unterstützung, und das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC), diese einflussreiche Pro-Israel-Lobby in Washington, sprach sich am Dienstag für das Vorgehen Herrn Obamas aus.“ (Das war als Obama vorhatte, „Präsident Bashar al-Assad für dessen Gebrauch chemischer Waffen zu bestrafen, ohne die Absicht, ihn von der Macht zu vertreiben“ – bevor sich Obama stattdessen entschied, gemeinsam mit Russland das chemische Arsenal Syriens abzubauen. Eine Entscheidung, für die er bis heute von der Pro-Israel-Lobby und der Kriegspartei verurteilt wird.) Die Stellungnahme von AIPAC „sagt jedoch nichts über das bevorzugte Ergebnis in dem Bürgerkrieg…“

    So ist es. Wie der 2013 Bericht aus Jerusalem fortfährt: „während die Hoffnungen auf ein Entstehen einer moderaten und säkularen Kraft schwinden, die einen demokratischen Wandel und sogar einen konstruktiven Dialog mit Israel ermöglicht hätte, da erhält ein dritter Ansatz an Gewicht: Lasst die schlechten Jungs sich selbst ausbrennen. ‚Die Fortdauer des Konflikts dient absolut den Interessen Israels‘, sagte Nathan Thrall, ein in Jerusalem stationierter Analyst der International Crisis Group.“

    Die einfache Wahrheit ist, dass Syrien das Opfer einer lange geplanten gemeinschaftlichen kriminellen Unternehmung ist, die den letzten unabhängigen säkularen und arabisch nationalistischen Staat im Nahen Osten zerstören soll, nach der Zerstörung des Irak 2003. Man schreibt die bewaffneten Aufstände 2011 der staatlichen Unterdrückung „friedlicher Proteste“ zu, aber es wurde seit Jahren geplant und von ausländischen Mächten unterstützt: Saudi Arabien, Türkei, die USA und Frankreich, unter anderem. Die französischen Motive bleiben mysteriös, außer den Verbindungen zu Israel, das die Zerstörung Syriens als ein Mittel sieht um den Erzrivalen in der Region, den Iran zu schwächen. Saudi Arabien hat ähnliche Absichten zur Schwächung des Iran, aber aus religiösen Motiven. Die Türkei, die frühere imperiale Macht in der Region, hat eigene territoriale und politische Ambitionen. Eine Zerteilung Syriens würde ihnen allen gefallen.

    Die unverfrorene und völlig offene Verschwörung zur Zerstörung Syriens ist ein großes internationales Verbrechen und die oben erwähnten Staatenten sind Mitverschwörer. Sie werden bei dieser gemeinschaftlichen kriminellen Unternehmung von angeblich „humanitären“ Organisationen wie Avaaz begleitet, die mit ihrem Anschein von Schutz für Kinder Kriegspropaganda verbrei. Das funktioniert, denn die meisten Amerikaner können einfach nicht glauben, dass ihre Regierung solche Dinge tun könnte. Denn normale, einfache Menschen haben gute Absichten und hassen es, wenn sie sehen wie Kinder getötet werden. Sie stellen sich vor, dass ihre Regierung genauso ist. Es ist schwer, diesen beruhigenden Glauben abzulegen. Es ist viel natürlicher zu glauben, dass die Kriminellen böse Menschen aus einem Land sind, über das sie wirklich überhaupt nichts wissen.

    Völlig ausgeschlossen, dass diese kriminelle Unternehmung jemals das Interesse eines Anklägers am Internationalen Strafgerichtshof erwecken wird, eine Institution die, wie die meisten internationalen Organisationen, total unter US-Kontrolle steht. Zum Beispiel ist der stellvertretende UN-Generalsekretär für politische Angelegenheiten, der die politischen Themen für den Generalsekretär Ban Ki Moon analysiert und aufbereitet, ein amerikanischer Diplomat, Jeffrey Feltman. Er war eine Schlüsselfigur in Hillary Clintons Team, als sie den Regimewechsel in Libyen durchführte. Und zu den Mittätern dieser kriminellen Unternehmung gehören all die Pro-Regierungs „Nicht-Regierungs“- Organisationen wie Avaaz, die die Scheinheiligkeit in neue Höhen treiben, indem sie das Mitleid für Kinder ausbeuten, um dieses Kapitalverbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen den Frieden auf der Welt zu rechtfertigen und zu verlängern.

    • @rotwilder: Mein ehrlich gemeinter Beifall und vollkommene Zustimmung zu Deinem zutreffenden Kommentar! Kannst Du den Text nicht ein wenig eindampfen und dann als Flugzettel verbreiten? Auf dass dem Deutschen Michel vermehrt die Augen geöffnet werden?

  6. Diese US-Strategen wollen unbedingt alle Welt in ihren Krieg gegen Russland hineinreissen und haben dazu bereits an Russlands Grenzen ihre Waffen positioniert. Der Europäer hat allerdings kein Interesse daran, mit den Russen Krieg zu führen!

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