In Bamberg ist ein Schüler von der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule verwiesen wurden, weil er bei einer Werbeveranstaltung der Bundeswehr kritische Nachfragen zum Luftangriff im afghanischen Kunduz gestellt hatte. Der Schuldirektor wertete das kritische Nachfragen als ernsthaft Beeinträchtigung des Schulbetriebs und sprach Hausverbot sowie einen verschärften Verweis aus.

Anfang des Jahres fand in der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule ein Berufswahlseminar statt. Auf diesem warb auch die Bundeswehr. Niklas Hatzold, ein 17-jähriger Schüler, fragte im Rahmen der Veranstaltung den anwesenden Werbeoffizier wie dieser zu dem Luftangriff der Bundeswehr in Kundus 2009 stehe, bei dem zirka 100 Zivilisten zu Tode kamen.

Daraufhin soll der Offizier erwidert haben:

„Man muss eben abwägen, ob man seine eigenen Jungs riskieren will oder die halt.“

Die Darlegungen des Offiziers darüber, „wie schön es bei der Bundeswehr ist“, empfand ich als dreist“, so der Schüler gegenüber der Tageszeitung Junge Welt.

Kurz nach dem Vortrag traf er sich mit der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, bei der er auch Mitglied ist. Zusammen mit anderen Organisationen hatten diese vor der Graf-Stauffenberg- Wirtschaftsschule einen Infostand gegen Bundeswehrwerbung in Schulen aufgebaut.

Beim Wiederbetreten der Schule hielten ihn die zwei Hausmeister der Bildungseinrichtung fest und wollten ihm einer Leibesinvestition unterziehen sowie seinen Rucksack durchsuchen. Einer der Hausmeister soll nach Informationen der TAZ Springerstiefel und eine Militärhose getragen und das Schultor schon mal als „Reichsgrenze“ bezeichnet haben.

Als der Schüler sich diesem Vorgehen verweigerte wurde die Polizei gerufen und Hatzold vom stellvertretenden Direktor Hausverbot und ein verschärfter Verweis erteilt. Die Polizeibeamten sollen später im Protokoll vermerkt haben, dass der „sehr einsichtige“ Schüler das Hausverbot respektierte.

Am nächsten Tag musste sich der Schüler im Direktorat rechtfertigen. Dabei soll seine Klassenlehrerin gesagt haben:

„Ich werde mit allen Mitteln verhindern, dass er seine Mitschüler von seiner Meinung überzeugt.“

Von dessen politischer Meinung fühlen sich laut Verweis Lehrer und Schüler „politisch und persönlich bedrängt“.

Schulleiter Martin Mattausch sagte gegenüber der Presse, dass die Bundeswehrsoldaten Gäste gewesen seien, die es verdienen „höflich behandelt zu werden“.

Während Mitschüler die Fragen von Hatzold an den Bundeswehr Offizier als „kritische Fragen“ einordnen, stellen diese für den Schuldirektor eine „Störung“ da. Laut einer Anweisung des bayerischen Kultusministeriums, können politische Äußerungen, die den Schulbetrieb „ernsthaft beeinträchtigen“ unterbunden werden.

Ob eine in der berichteten Form vorgetragene Frage zu dem weithin umstrittenen Luftangriff in Kunduz tatsächlich den Schulbetrieb „ernsthaft beeinträchtigt“ hat, erscheint mehr als fraglich.

Der betroffene Schüler spricht nicht mehr mit der Presse, aus Angst vor weiteren Konsequenzen für seine schulische Laufbahn.

6 Kommentare

  1. Den jungen Mann kannst gleich bei der Bundeswehr einstellen als aufrichtigen Gesinnungswächter, dem dem Recht dienen soll.

    Spielt die Schule Theater, darf er nicht mehr in die Schule gehen.. 🙁

    Wir haben doch Schulpflicht, aber auch das Recht auf freie Meinungsäußerung.

    🙂

    Konform wollen sie heute alle den Arsch lecken – was bringts?

  2. Was denn, soll uns diese linke Zecke von Schüler jetzt leid tun, oder was? Seine mitgebrachte Truppe der Verfolgten des eigenen Naziwahnsinns oder wie die sich schimpfen, müssen alle so um die 100 Jahre alt gewesen sein, richtig? Lächerliche, verlogene Lügenbande, die es sogar geschafft hat, vom Verfassungsschutz beobachtet zu wrden, was für so einen linksversifften Verein in dieser BRD eine echte Spitzenleistung darstellt.

  3. Ganz sicher, Margot Honecker nässt sich gerade ein vor Lachen denn, das ist ganz nach ihren Geschmack. Was zeigt uns dieser
    Fall zu wiederholten Male? Die meisten Pädagogen waren und sind schon immer der verlängerte Arm des jeweils herrschenden
    Systems und Schüler, die sich in der Art kritisch gegenüber dem Militär äußern wurden hierzulande schon immer „diszipliniert“.
    Das war so in Kaisers-Zeiten, unter den Nazis und den Kommunisten sowieso und auch dieses System bildet da keine Ausnahme.
    Aber, immer fühlen und fühlten sich die Damen und Herren „Pädagogen“ voll im Recht und ganz im Sinne der Systems agierend.
    Ja und wenn sich das System über Nacht drehte, für Lehrer kein Problem, dann werden die Täter von einst eben schnell zu Helden stilisiert. Devise: Dienstherr befiehl wir folgen dir! Die wenigen Aufrechten halten die Klappe oder haben den Beruf gewechselt.

    Nur unter solchen Bedingungen ist es möglich eine Jugend zu „erziehen“, die kritiklos und politisch gleichgeschalte den gerade
    aktuellen Führern blind zu folgen vermag. So betrachte ist es logisch und folgerichtig, jeden Schüler aus dem Feld zu jäten, der
    es wagt eigene Überlegungen anzustellen oder gar kritische Fragen zu stellen.
    Was die „Heldentat“ des damaligen Obersten und jetzigen Brigadegeneral Klein betrifft so hat dieser, trotz Warnungen, einen
    Angriff auf zwei steckengebliebene Tanklaster befohlen, von denen überhaupt keine Gefahr mehr ausging. Danach waren über
    100 Zivilisten Tod und nicht nur mein Rechtsempfinden sagt, dass das ein Verbrechen war!
    Deutsche Gerichte sahen das anders, aber die werden ja, wie die meisten Lehrer auch, vom Staat eingesetzt und bezahlt.

  4. Vllt. haette „der Niklas“ bei seinen Berufsverfolgten vorher nachfragen sollen, WELCHE „Moerder in Uniform“ kritisiert werden duerfen?
    Gerade weil diese „Republik“ von Kriegsverraetern gefuehrt wird, hat der offiziell verehrte Deserteur „unbekannt“ zu sein.
    Und „antifaschistische“ Tiefschlaefer, die ansonsten von „Deutscher Schuld“ traeumen aber dann doch zweifeln, dass z.B. unsere Grenzen nicht geschuetzt werden koennen waehrend „unsere Freiheit am Hinukusch verteidigt wird“, muessen sich nicht darueber wundern „auf der falschen Seite“ aufzuwachen.

    Wo ist ein Staufenberg wenn man ihn braucht?

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