Mitt Romneys Chancen, Außenminister in der neuen US-Regierung unter Donald Trump zu werden, sind offenbar dahin: Das Übergangsteam des künftigen US-Präsidenten ist gespalten. Romney, der selbst bei der Präsidentschaftswahl 2012 für die Republikaner kandidiert hatte, war im Wahlkampf nicht durch Unterstützung von Trump aufgefallen, sondern durch harsche Kritik. Deshalb misstrauen ihm einige Trump-Berater.

Laut Insidern wird jetzt ein Außenseiter als heißer Kandidat für den „Secretary of State“ gehandelt: Dana Rohrabacher, Jahrgang 1947, seit 1989 Vertreter des Bundesstaats Kalifornien im US-Repräsentantenhauses.

Ein „Konsens-Paket“

Am späten Samstagabend sagten zwei Insider aus dem Trump-Team, dass sich Rohrabacher als Teil eines „Konsens-Pakets“ herauskristallisiere. Der Kalifornier sei der Favorit. Der langjährige Diplomat John Bolton, den einige Trump-Berater gern als Außenminister gesehen hätten, werde aller Wahrscheinlichkeit nach sein Vizeaußenminister.

„Es sickert durch, dass Dana das schwarze Pferd ist, das aus der Versenkung auftaucht“, sagte ein Insider. Ein anderer sagte: „Es fühlt sich so an, als ob diese Überraschung in Ordnung geht.“ Laut den Insidern, die der „Washington Examiner“ und „The Blaze“ zitierte, haben die Trump-Berater Stephen Bannon und Peter Thiel bei einem vierstündigen Telefonat mit Rohrabacher festgestellt, dass er in allen wichtigen Punkten Trumps außenpolitische Positionen teilt. Auch im Wahlkampf hatte Rohrabacher Trump unterstützt. Nun soll er nächste Woche zu einem Treffen in den Trump-Tower kommen.

Freund von Putin, harter China-Kritiker

Rohrabacher ist der Vorsitzende des „Unterausschusses für auswärtige Angelegenheiten mit Schwerpunkt Europa, Eurasien und neue Bedrohungen“. Er arbeitete unter Reagan als Redenschreiber und gilt als Afghanistan-Experte. Er unterstützte bereits mehrfach russische Positionen in Sachen Europa, zum Beispiel in der Ukraine-Krise, in der er die Abspaltung der Krim anerkannte. Rohrabacher verbindet eine langjährige Freundschaft mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Gegenüber dem kommunistischen China hat Rohrabacher eine kompromisslose Haltung: Er nennt die Pekinger Führung ein „Gangster-Regime“ und ist einer der wenigen Politiker, die offen Verfolgung und Organraub an Chinas Falun Gong-Bewegung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit kritisieren.

Rohrabacher wollte nicht Nr. 2 sein

Laut den Insidern, war Rohrabacher zunächst gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, unter Mitt Romney Vizeaußenminister zu werden. Daraufhin sagte er, dass er nicht für jemand arbeiten könne, der Trump im Wahlkampf die Gefolgschaft verweigert hatte.

Romney hatte Trump während des Wahlkampfs kritisiert, dann aber eine 180 Grad-Wende gemacht, nachdem Trump gewählt wurde. Für viele Trump-Berater, allen voran Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway, war dies keine gute Vorraussetzung für einen Job im Weißen Haus.

Auch John Bolton hat, ähnlich wie Romney, Unterstützer in Trumps Übergangsteam. Er arbeitete bereits für US-Präsident Reagan, beide Bushs und in allen wichtigen staatlichen und diplomatischen Rollen, darunter auch als Botschafter bei den Vereinten Nationen.

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