Mit Vollgas in den Untergang: Italien steht auf der Kippe zur Zahlungsunfähigkeit. Bei einer Pleite wird Deutschland zur Kasse gebeten, denn über den Target 2 Mechanismus bürgt Deutschland mit 364 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der gesamte Bundeshaushalt für 2017 beinhaltet Ausgaben in Höhe von 329,1 Milliarden Euro.

In der letzten Woche sind die Zinsen für italienische Staatsanleihen um zwei Punkte gestiegen und die Börse empfiehlt italienische Anleihen zu verkaufen. Das klingt nach nicht viel, bedeutet jedoch, dass die Geldgeber Italien das Vertrauen entziehen.

Italien hat 2,26 Billionen Euro Schulden, dieses Jahr muss Italien 413 Milliarden Euro zurückzahlen, was kaum möglich ist. Anders gesagt, Italien ist pleite, sagt Nicolaus Fest in seinem Wochenrückblick (siehe erstes Video).

Bei einer Pleite sind die Gläubiger und Geldgeber gefragt. Zwischen den Staaten wird dazu der Target 2 Saldo herangezogen. Derzeit beläuft sich der deutsche Target 2 Saldo auf 800 Milliarden Euro. Target 2 bedeutet im wesentlichen, dass die Staatsbanken der Euro-Länder miteinander in Verrechnung gehen. Es wirkt wie eine Bürgschaft – Deutschland bürgt derzeit für Italien mit 364 Milliarden Euro, für Spanien mit 330 Milliarden, für Portugal mit 72 Milliarden.

364 Milliarden Euro sind ca. ein Zehntel des Bruttoinlandproduktes Deutschlands (2015: 3.025,9 Mrd. Euro). Eine andere Vergleichszahl: Der Deutsche Bundestag beschloss im November 2016 den Bundeshaushalt für 2017 mit Ausgaben in Höhe von 329,1 Milliarden Euro.

Das bedeutet, bei einem Ausfall Italiens zahlt Deutschland – ob das zahlbar ist, wäre eine andere Frage.

Hans Werner Sinn warnte schon 2011 in der „Süddeutschen“ vor den ungeheuren Risiken des Target2 Systems als einer „Tickenden Zeitbombe“: Verschiedene Krisenländer ließen immer größere Beträge bei der EZB anschreiben und die EZB schreibt der Bundesbank entsprechende Kreditforderungen gut. Eine Obergrenze wurde bei der Gründung der EZB nicht vereinbart.

Ein Kommentar von Rainer F. in der „Welt“ lautet dazu:

„Wenn ich eines im Rahmen der Währungsunion gelernt habe, dann das, dass die Südländer sich offenbar mit schmerzhaften Reformen schwer tun und die sich hieraus ergebenden Probleme mit „europäischer Integration – oft wird das auch europäische Solidarität genannt“ lösen wollen. Das Problem ist, dass das Politiker (-innen) in anderen Ländern auch noch mitmachen.“

Theodor G. kommentiert es so:

„Fiskalpakt bedeutet Transferunion, und da Italien sich so schnell nicht wandeln wird (es bestehen ja keine/wenige Anreize, wenn einem alles gezahlt wird), wird Deutschland so lange zahlen dürfen, bis die Leute dort entweder so arm sind wie die Italiener, oder bis der dämliche Michel endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht …“

Was will die EZB tun?

Italien hat in den letzten Jahren EZB-Präsident Mario Draghi mehrfach um die Erlaubnis gebeten, noch mehr Schulden zu machen (als auf europäischer Ebene erlaubt sind). Nun reichte Italien erneut einen Haushaltsplan in Brüssel ein, der den Regeln der EU nicht entspricht. Durch die aktuelle Nullzinspolitik besteht nur wenig Anreiz für das Land, Reformen umzusetzen.

Statt dessen überlegt die EZB, das Anleiheprogramm zu verändern und mehr italienische oder spanische Titel und weniger Bundesanleihen zu kaufen. Das bedeutet, die schwächeren Länder des Südens zu unterstützen – zu Ungunsten Deutschlands.

Norbert Aul, Finanzexperte der UBS / London sagt:

„Es ist das erste Mal, dass die EZB in dieser Form einen gewissen Spielraum bei Abweichungen vom Kapitalschlüssel eingeräumt hat. Diese Diskussionen unter den EZB-Ratsmitgliedern sind alles in allem gute Nachrichten für die Peripherieländer”.

Die EZB kauft jeden Monat für 80 Milliarden Euro Staatsanleihen, davon etwa ein Viertel von den deutschen Bundesanleihen. Die Anzahl richtet sich nach dem Anteil, den die einzelnen Länder an der EZB haben. Genau dieser Kapitalschlüssel steht nun zur Debatte. Für Deutschland hätte eine Abkehr von dieser Aufteilung Prinzip verheerende Auswirkungen.

13 Kommentare

  1. Hallo Mikel,
    die Buba hat zwar einen positven Targetsaldo gegenüber dem EZB-System, dadurch zugleich allerdings auch Verbindlichkeiten gegenüber den deutschen Banken. Lösen nun vermehrt Kunden ihre Konten bei den deutschen Banken auf und wollen ihr Geld in das Ausland transferieren, werden Dollar`s, Sfr, …. benötigt. Was würde passieren, wenn die deutschen Währungsreserven hierzu nicht mehr ausreichen? Müsste dann Deutschland Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland aufnehmen, damit u.a. Gelder aus den positiven Targetsalden der Bundesbank in andere Währungen umgetauscht werden können? Dann ständen in Deutschland Forderungen gegenüber Italien, Griechenland, … den Verbindlichkeiten der USA, Schweiz, … gegenüber. Eine weitere Möglichkeit wäre es allerdings, zuzusehen, wie der Euro gegenüber den anderen Währungen in den Abgrund rutscht.

  2. Kann es sein, dass Sie da was verwechseln?
    Deutschland haftet über den ESM.
    Target2 sind die Forderungen der Bundesbank an das EZB-System und betrifft die deutschen Exporte in den Euroraum.

    Auf denen bleiben wir allerdings auch sitzen. Insofern haben Sie wieder Recht.

  3. Ich vermute, dass dieses Wissen und deren Möglichkeit benutzt wird, um sich von unseren Politiker ihre Zustimmung zu manchen sonst nicht umsetzbaren Projekten ergaunern.

    Es ist wichtig für das Überleben von Deutschland und weiterer Länder der EU, dass die Verschuldung der Staaten zurückgeführt wird. So befürworte ich das Sammeln von ausländischen Staatspapieren bis zu einer vereinbarten Grenze (BIP) bei der EZB und deren Abtragung durch eine Sondersteuer auf jeglichen Gewinn. Damit der Gewinn sich nicht in das steuerbegünstigte Ausland flüchten kann, wird auf jeglichen Geldausgang in ein, sowie Verbindlichkeitsaufbau gegenüber einem an obigem und folgendem Vorschlag nicht teilnehmenden Land, eine Sondersteuer einbehalten.

    Doch dies ist nicht alles. Innerhalb der teilnehmenden Ländern sollte zur Stabilisierung des wirtschaftlichen Lebens und einer lebenswerten Ausgangslage für alle Menschen das steuerliche System vereinfacht und vereinheitlicht werden. Hierzu schlage ich vor die derzeitige Besteuerung der Unternehmen und Arbeitnehmer, sowie die Umsatzsteuer peu a peu zu streichen und mit einer prozentual einheitlichen Steuer auf jeglichen Gewinn, den Abschreibungen, sowie den Arbeitnehmerentgelt zu ersetzen. Dadurch können Arbeitnehmer wieder mit den Maschinen konkurrieren, höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten, … fordern und auch erhalten. So verringern sich die Sozialkosten der Staaten, so dass diese die Steuersätze senken können.

  4. Der positive Targetsaldo bedeutet u.a., dass viel Geld auf den Konten deutscher Banken ruht. Was würde passieren, wenn dieses Geld in ein ausländisches Währungsgebiet flüchten würde? Vermutlich würden sich weitere Gelder von Sparkonten den flüchtenden „Targetsaldo“ anschließen. Die Bundesbank verfügt jedenfalls nicht über ausreichende Währungs- und Goldbestände um diese Flucht zu ermöglichen. So müsste Deutschland sich gegenüber dem Ausland verschulden,vermutlich unterlegt mit vorhandenen Vermögenswerten und nicht mit Pseudowerten ala ELA..

    Ich vermute, dass dieses Wissen und deren Möglichkeit benutzt wird, um sich von unseren Politiker ihre Zustimmung zu manchen sonst nicht umsetzbaren Projekten ergaunern.

    Es ist wichtig für das Überleben von Deutschland und weiterer Länder der EU, dass die Verschuldung der Staaten zurückgeführt wird. So befürworte ich das Sammeln von ausländischen Staatspapieren bis zu einer vereinbarten Grenze (BIP) bei der EZB und deren Abtragung durch eine Sondersteuer auf jeglichen Gewinn. Damit der Gewinn sich nicht in das steuerbegünstigte Ausland flüchten kann, wird auf jeglichen Geldausgang in ein, sowie Verbindlichkeitsaufbau gegenüber einem an obigem und folgendem Vorschlag nicht teilnehmenden Land, eine Sondersteuer einbehalten.

    Doch dies ist nicht alles. Innerhalb der teilnehmenden Ländern sollte zur Stabilisierung des wirtschaftlichen Lebens und einer lebenswerten Ausgangslage für alle Menschen das steuerliche System vereinfacht und vereinheitlicht werden. Hierzu schlage ich vor die derzeitige Besteuerung der Unternehmen und Arbeitnehmer, sowie die Umsatzsteuer peu a peu zu streichen und mit einer prozentual einheitlichen Steuer auf jeglichen Gewinn, den Abschreibungen, sowie den Arbeitnehmerentgelt zu ersetzen. Dadurch können Arbeitnehmer wieder mit den Maschinen konkurrieren, höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten, … fordern und auch erhalten. So verringern sich die Sozialkosten der Staaten, so dass diese die Steuersätze senken können.

  5. Deutschland hat keine Schulden!
    Bei Kriegsende war das Deutsche Reich schuldenfrei!
    All diese „Schulden“ wurden vom (((BRD)))-Besatzer-System gemacht.
    Diese virtuellen Schulden, bei (((Zentralbaken))) die ungedecktes Geld verleihen, sind ausschließlich der (((BRD))) anzulasten.

    Dumm ist nur wenn der deutsche BRDling nicht merkt wessen Arbeitsdrohne er ist.

  6. Einführung eines Straftatbestandes der Steuerverschwendung

    Während Steuerhinterziehung auch bei vergleichsweise kleinen Beträgen in Deutschland verfolgt und bestraft wird, bleibt die ebenso das Gemeinwohl schädigende Steuerverschwendung straffrei. Die AfD will daher einen neuen Straftatbestand der Haushaltsuntreue einführen.

  7. Strategie der Zerstörung Europas“-und nur darum geht es ,das sich alle damit selber zerstören merken Sie nicht ,das einen 3 Weltkrieg kaum jemand überleben würde merken Sie nicht ,Alle merken nichts mehr,müssen Sie auch nicht mehr sind eh irgendwann alle Cyborgs ,Shape Shifta sind ja schon genug unterwegs,und alles läuft nach Salamitaktik ,hier mal ein Scheibchen und da mal ein Scheibchen …….och alles schön.

  8. Irgendwann kommen die. Verantwortlichen
    Vor einem Gericht.Es kommt die Zeit.
    Honecker hatte dies auch nicht geglaubt!
    Der Volksaufstand wird von Ostdeutschland
    Beginnen.

  9. Tja Deutschland muss verarmt werden. Das ist der einzige Sinn der Konstruktion „EU“.

    Diese Target-2-Salden werdens sowieso nie zurück gezahlt.

    Daß Deutschland bzw. der deutsche Steuerzahler je für andere Länder zahlen müsse, wurde damals, zur Zeit der Einführung des Lissabon-Vertrages, noch vehement verneint.
    Nun ist es schon längst so weit.

    Wie praktisch, im LissabonVertrag wurde direkt in einem die Wiedereinführung der Todesstrafe geregelt. Damit sich die Verarmten, eines Tages völlig Enteigneten, nicht mehr wehren können.

    • Zum sich Wehren braucht es keine legalen Waffen, illegale tun’s auch. Außerdem haben sich in der guten alten Zeit die Bürger und Bauern mit Mistforke, Dreschflegel und Knüppel aus dem Sack gewehrt. Vereinzelt waren auch Pfeil und Bogen zugegen.

      • Dazu sind die Nachkommen der Deutschen noch lange nicht verarmt genug. Erst wenn Aldi und Lidl fuer immer geschlossen haben und in den grossen Staedten „Unglaeubigenfleisch“ als „halal“ erklaert wird (Allah kann die Seinen schliesslich nicht Hungers sterben lassen), mag sich im Verhalten der „Bundesbuerger“ etwas aendern. Ob sie wieder zu wuetenden Teutonen werden, muss man abwarten.

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