»Ihre Rente ist sicher«. Das klingt wie die abgedroschene Phrase eines betrunkenen Politikers, wenn man die wahren Hintergründe kennt. Trotzdem bemüht man sich in Berlin, die Menschen nicht zu beunruhigen. Ja, mehr noch, es wird die altbekannte »Alles-ist-gut«-Phrase wiederholt.

von Dr. Michael Grandt

Und tatsächlich: Nach außen hin sieht tatsächlich auch alles »gut« aus: Denn 2015 sank der Rentenbeitrag von 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent und im Juli 2016 gab es sogar das »stärkste Rentenplus« seit 23 Jahren – alles super also?

Die Wahrheit ist: Die Rente sinkt immer weiter

Die »Rentenfetischisten« lassen außer Acht, dass der Staat im Jahr 2015 schon zig Milliarden Euro Steuergelder in die gesetzliche »Zwangs«-Rentenversicherung zuschießen musste. Sehen Sie selbst: Im Jahr 2015 mussten 40,2 Milliarden (!) Euro vom Bund in die Rentenkasse eingezahlt werden. In Verwaltungsjargon nennt man das »Bundeszuschuss«, aber in Wirklichkeit handelt es sich dabei um Ihre Steuergelder. Die sind auch dringend notwendig, denn die Rentenbeiträge reichen schon lange nicht mehr aus, die gesetzliche Rentenversicherung stabil zu halten.

Damit nicht genug: Denn zu den vielen Milliarden an Steuergeldern kommt noch 1 Prozent der Mehrwertsteuer dazu. Aber auch das ist noch lange nicht alles. Um die Rente überhaupt noch auszahlen zu können, werden noch die gesamten Einnahmen der Ökosteuer in den Rententopf geworfen! Es besteht also eine chronische »Unterdeckung« der Rente, die durch Steuerzuschüsse kompensiert wird. Das Credo »Unsere Kinder finanzieren unsere Rente«, stimmt damit nur noch bedingt.

Der Renten-Trick

Und so funktioniert der Taschenspielertrick der Politik: Über die Mehrwert und Ökosteuer finanzieren Sie als Rentner also Ihre eigene Rente mit! Dieses Prinzip heißt: »Linke Tasche – rechte Tasche«: In die linke Tasche bekommen Sie Geld (in diesem Fall Ihre Rente) aus der rechten Tasche nimmt man Ihnen das wieder ab (weil Sie beim Tanken oder beim Einkauf mit der Öko- und Mehrwertsteuer einen Teil Ihrer Rente quasi selbst finanzieren).

Die Finanzierung Ihrer »sicheren« Rente sieht so aus:

Das bedeutet für Sie in Zukunft:

  1. Senkung des Renteniveaus auf 43 Prozent im Jahr 2030
  2. Rente mit 67 (diskutiert wird bereits Rente mit 70 oder 72)
  3. Gekürzte bzw. gestrichene Anrechnung von Ausbildungszeiten
  4. Gekürzte Beiträge für ALG-II-Bezieher

Sie werden immer weiter zur Kasse gebeten

Nächster Schritt zur Sicherung der »sicheren« Rente: Die Beitragsbemessungsgrenze (also der Betrag Ihres Einkommens bis zu dem Sie den Rentenbeitrag zahlen müssen) steigt kontinuierlich, so dass die Rentenversicherung immer mehr Einnahmen generieren kann.

Das hochgelobte Umlageverfahren funktioniert nicht mehr

Im Jahr 2015 betrugen die Gesamtausgaben der Rentenversicherung 277,6 Milliarden Euro, die Einnahmen (ohne Bundeszuschüsse) 207,3 Milliarden Euro. Ohne Steuergelder bestand also eine riesige Unterdeckung von 70,3 Milliarden (!) Euro. Und auch die Anzahl der Beitragszahler zu den Renten kommt immer mehr zusammen:

Anzahl der Renten: 24,6 Millionen
Anzahl der Beitragszahler: 36,1 Millionen

Das heißt: Jeder Beitragszahler trägt im Schnitt die Kosten von knapp »0,7 Rentner« pro Monat, Tendenz steigend. Dazu kommt: Aktuell beziehen Männer im Schnitt 17,3 Jahre Rente, Frauen 20,8 Jahre – fast doppelt so lange wie 1960. So kann das Umlageverfahren nicht mehr funktionieren!

Zwar haben die Rentner ein Leben lang in die Rentenkasse einbezahlt, aber dieses Geld ist in dem Monat schon ausgegeben, indem es einbezahlt wird. Aufgrund des Umlageverfahrens ernähren diejenigen, die jetzt arbeiten, die Rentner von heute. Auch Kinder werden über Kinderfreibeträge, Kindergeld, Kindertagesstätten usw. durch die Gemeinschaft finanziert.

Ihre Zukunft: Rente auf Sozialhilfeniveau

Meine Prognose: In 20 Jahren wird es nur noch eine »Grundrente« von etwa 500 Euro geben, die jeder erhält, egal wie lange und wie viel er einbezahlt hat. Inflationsbereinigt entspricht dies nach heutigem Stand nur etwa 330 Euro.

Offiziell sieht das ein wenig besser aus: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geht davon aus, dass Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.500 Euro im Jahr 2030 nur noch eine Rente in Höhe der Sozialhilfe (politisch korrekt: Grundsicherungsbetrag) von rund 800 Euro (inflationsbereinigt wären das rund 590 Euro) erhalten. SUPER Aussichten also!

8 Kommentare

  1. Die Rente ist ja sicher – das Problem ist nur, daß sie immer niedriger ausfällt und bei der kommenden Inflation nur noch für 2 Laib Brot reichen wird. Putin hat es geschafft, die Bevölkerungsentwicklung in Russland wieder in die Spur zu bekommen. Das Thema gilt in Deutschland aber als Minenfeld und keiner traut sich ob der Nazi Vergangenheit daran etwas zu ändern. Wie bei fast allen Themen – wir werden von Idioten regiert.

  2. zu Jürgen: Man hätte den Staatsschatz der DDR in die Rentenkasse einbringen können!! Der Rest ??? wurde aber von einer renomierten Frankfurter Bank
    solange transferiert bis er weg ???? WAHR !!!!!

  3. Ich finde es voll daneben daß die Rentner und Rentnerinnen voll verarscht werden ! Ohne diese Menschen hätte es hier in der BRiD ausgesehen wie in der übelsten Pampa. Die haben gearbeitet bis auf die Knochen, vorallendingen die Frauen !

  4. Es gibt weder Staat, noch Beamte…seit dem 08.05.1945 schon nicht mehr.

    Die richtigen Begriffe lauten „Staatafragment unter Besatzung von Kriegs,- und Berufsverbrechern.

    „Beamte“ heissen korrekt Amtsanmaßer, Täuscher im Rechtsverkehr oder Berufskriminelle.

    • Das mußte der Schily damals und auch heutzutage der Schäuble zugeben das es kein Beamtentum in der BRiD gibt! Alle die sich als Beamte ausgeben, mit nur einem Dienstausweis, sind Amtsanmaßend und treiben Amtsmißbrauch ohne einen Amtsausweis.

  5. Das darf man alles nicht so eng sehen.
    Erfreuen wir uns daran, dass unsere Neudeutschen, die nie einen Cent in die Rentenkasse bezw. Sozialkassen einbezahlen werden, ebenfalls aus dem Rententopf bezahlt werden.
    Erfreuen wir uns weiter, dass unsere geliebten Staatsdiener auch Beamte genannt, die den braven Bürger lebenslang gängeln, nicht in den Topf einzahlen und dafür, aus lauter Dankbarkeit, verhältnismässig fette Pensionen kassien.
    Erfreuen wir uns weiterhin daran, dass nichtnutzige, unqualifizierte, hirntote und vom Steuerzahler alimentierte Politiker, die ihr Leben lang nur Dreck labern, die Bürger nach Strich und Faden belügen,, nicht wissend was das Wort „Arbeit“ bedeutet, ja, dass diese Drecksverbrecher richtig fette Pensionen kassieren.
    In diesem Sinne …….

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