Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Konzerne Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube eine gemeinsame Datenbank in Betrieb genommen haben, die verhindern soll, dass bestimmte Inhalte schon im Vorhinein auf ihre Plattformen geladen werden können.

von Martin Bruckner

Die Datenbank verfolgt dabei natürlich nur ein hehres Ziel: den Kampf gegen den Terrorismus. „Terroristische und radikalisierende“ Inhalte sollen mit Hilfe eines digitalen Fingerabdrucks automatisch erkannt und deren Upload verhindert oder automatisch gelöscht werden, falls sie bereits auf den Plattformen zu finden sind.

Vereinbarung mit EU-Kommission

Die Einrichtung dieser Datenbank und die Inbetriebnahme solcher Uploadfilter wurde zwischen der EU-Kommission und den genannten Konzernen, die Teil des „EU Internet Forum“ sind, vereinbart. Vorerst soll die technische Infrastruktur nur als Prototyp genutzt werden.

Durch die Einrichtung einer solchen Datenbank ist nun ein weiteres effektives Instrument installiert worden, das problemlos zur Zensur unliebsamer Inhalte genutzt werden kann. Völlig unklar ist nämlich, was als „terroristischer und radikalisierender“ Inhalt bewertet wird.

Missbrauch nicht ausgeschlossen

Es ist bekannt, dass bestehende technische Infrastruktur immer wieder mit all ihren Möglichkeiten missbraucht wird, wenn sie in „falsche“ Hände gerät. Man kann davon ausgehen, dass Videokameras, die auf den österreichischen Autobahnen installiert sind, um ab nächstem Jahr die Eigentümer der „digitalen Vignette“ zu identifizieren, höchstwahrscheinlich auch zur Erstellung von Bewegungsprofilen „verdächtiger Personen“ genutzt werden wird. Ähnlich wird es vermutlich auch im Fall dieser neuen Datenbank sein.

Stellen wir uns vor, eine Internetseite würde eine Audiodatei veröffentlichen, die eine interne Regierungssitzung dokumentiert – in der unter Ausschluss der Öffentlichkeit Entscheidungen getroffen werden, die gegen das Wohl der eigenen Bevölkerung gerichtet sind.

Die Regierung würde natürlich alle Hebel in Bewegung setzen, um die Verbreitung dieses Audiomitschnitts zu verhindern. Ein solcher Uploadfilter wäre dabei sehr hilfreich. Der Audiomitschnitt würde schließlich über die sozialen Netzwerke zur „Radikalisierung“ der Bevölkerung beitragen, wenn er sich dort viral verbreiten sollte.

3 Kommentare

  1. Diese Regelung wäre ein Gottessegen für den Sozialist Gyurcsany in Ungarn in 2006 gewesen. Auf einem Tonband gab er damals zu, dass er das Volk vor den Wahlen vorsätzlich belogen hatte. Nach der Veröffentlichung des Tonbandes im Radio und dass er nicht zurücktreten wollte, gab es Wochenlang Straßenschlachten in Budapest. Autos brannten, Augen wurden durch Gummigeschosse verletzt.
    Offensichtlich will die politische Klasse ihre Machtposition einbetonieren. Wenn man keine Nachrichten schaut, ist man uninformiert. Wenn man Nachrichten schaut, ist man falsch informiert. Was tun jetzt?

  2. Man sollte sich von den Judenplattformen, Zuckerberg, B.Gates usw., fern halten. Die sind nur geschaffen um Daten von normalen Bürgern zu saugen. Den brd-Lemmingen scheint das aber am Arsch vorbei zu gehen. Laut „Umfragen“ ist der Michel für mehr Überwachung.
    Wie man aber weis, ist die damalige Stasi an der Datenflut erstickt, die konnten den ganzen Kram nicht mehr auswerten. Heute versucht man das über Hochleistungsrechner, die bestimmte Worte filtern. Danach muß dann aber von Menschen weiter selektiert und dann ausgewertet werden.
    Wie richtig angemerkt, wir machen den Heuhaufen größer um die Stecknadel besser finden zu können.

    brd verrecke, Deutschland erwache!

  3. Der Bürger wird mit diesen Maßnahmen weiter entmündigt, bedroht und verfolgt. IM Friedrich wollte schon ein Türchen in die Computer haben, um heimlich hinein sehen zu können. Bin strikt dagegen, schon immer, nur bei konkretem Verdacht und Richterbeschluß möglich. Ansonsten gefällt mir der Spruch: Man vergrößert den Heuhaufen, um die Stecknadel besser finden zu können. Dummdeutsch, scheint die Zukunft.

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