Ärztliche Gefälligkeits-Gutachten zur Verhinderung von Abschiebungen sind trotz der schärferen Gesetzeslage weit verbreitet. „Es werden zum Teil auffallend unqualifizierte medizinische Aspekte angeführt, um die Abschiebung zu verhindern oder zumindest aufschieben zu können“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der „Welt am Sonntag“. Laut Sven-Georg Adenauer (CDU), Landrat im Kreis Gütersloh, sind bis zu 20 Prozent der Atteste falsch, mit denen abgelehnten Asylbewerbern eine Reiseunfähigkeit bescheinigt wird.

„Unsere Ausländerbehörde hat nach wie vor immer wieder Hinweise, dass solche Gutachten den Gesundheitszustand der Begutachteten viel zu schlecht darstellen.“ Häufig gebe man deshalb Gegengutachten in Auftrag, „und diese kommen in etwa jedem fünften Fall zu einem ganz anderen Ergebnis, nämlich, dass der Betroffene doch reisefähig ist“, sagte Adenauer. Der CDU-Politiker berichtet, dass die Fallzahlen seit der Gesetzesänderung, die 2016 im Rahmen des Asylpakets II in Kraft trat, zwar sanken, verschwunden sei das Phänomen Gefälligkeits-Gutachten aber nicht.

Reiseunfähigkeit wegen Rückenschmerzen

Gerade vor vier Wochen sei eine Abschiebung in seinem Landkreis gescheitert, weil einem Betroffenen am Flughafen Reiseunfähigkeit wegen Rückenschmerzen bescheinigt wurde. Nach Recherchen der Zeitung laufen derzeit bei mehreren Staatsanwaltschaften Ermittlungsverfahren gegen Ärzte, die verdächtigt werden, Patienten mangelhaft oder gar nicht untersucht zu haben. Etliche Verfahren wurden schon vor der Gesetzesverschärfung in Gang gesetzt.

In Berlin hat die Staatsanwaltschaft drei Praxen von zwei Ärzten und einem Heilpraktiker durchsuchen und Patientenunterlagen beschlagnahmen lassen. Die Tatverdächtigen waren den Behörden aufgefallen, weil sie serienweise Flugunfähigkeitsatteste mit gleichem oder ähnlichem Wortlaut ausgestellt hatten, zum Teil ohne Untersuchung. Im Fall einer Verurteilung drohen Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.

Reiseunfähigkeit bescheinigt, ohne Mann untersucht zu haben

In Dortmund ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt, der einem Albaner im Mai 2016 eine schwere Krankheit und Reiseunfähigkeit bescheinigt hatte, ohne den Mann untersucht zu haben. Der Albaner und seine Frau sind nach wie vor im Land.

Ein ähnliches Verfahren läuft in Hamburg: Dort wird gegen einen Arzt ermittelt, weil er per falschem Attest dafür gesorgt haben soll, dass ein Patient ein Visum für eine medizinische Behandlung in Deutschland bekam. „Mein Eindruck ist, dass sich bei einigermaßen geschickter Einlassung ein Abschiebungshindernis infolge Krankheit relativ einfach konstruieren lässt“, sagte Kay Hailbronner, der Leiter des Forschungszentrums Europäisches und internationales Ausländer- und Asylrecht der Universität Konstanz.

Ethisches Dilemma: Nur dem Patienten, nicht dem Staat verpflichtet

Einige Mediziner würden sich als Helfer und nicht als Prüfer verstehen. Sie seien nur dem Patienten verpflichtet, nicht jedoch dem Staat. Hailbronner betonte, dass das ethische Dilemma sich lösen ließe, wenn man in allen Bundesländern Amtsärzte beschäftige.

„Problematisch ist aber gegenwärtig noch, dass der Vollzug oft scheitert, wenn Betroffene am Tag der Abschiebung plötzlich Atteste über eine angebliche Reiseunfähigkeit vorlegen“, teilte das Haus von Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, der „Welt am Sonntag“ mit. Er hält Regelungen für erforderlich, diese Atteste im Vollzugsverfahren künftig grundsätzlich als gegenstandslos einzustufen, wenn sie nicht amtsärztlich bestätigt würden.

8 Kommentare

  1. Unter den Gutmenschen und fehlgeleiteten Idealisten gibt es eben auch gewissenlose Ärzte. Der Arzt soll ja nicht im Sinne der Regierung, wie in diesen Fällen handeln, sondern den tatsächlichen Gesundheitszustand ermitteln. Wer das als Arzt nicht kann oder will, muss seine Zulassung abgeben und sich bei Frau Merkel bedanken. Wer jetzt noch dem Mainstream folgt, für den kann ein böses Erwachen kommen, und zwar denn, wenn er sich für sein „unkorrektes“ (vom MERKEL-Clan gewünschtes) Verhalten, verantworten muss.

  2. Sollte sich dieses Verbrechen der Ärzte, tatsächlich der Wahrheit entsprechen, dann sollte hier ein Berufsverbot für zumindest 5 Jahre ausgesprochen werden! Zusätzlich eine Geldstrafe, sowie die Haftung der Folgekosten /- ab Datum des falschen Beglaubigung- für die Zeit, in der die Personen der Allgemeinheit / dem Steuerzahler zur Last fallen.

  3. Fuer einige Wenige ist die „Bereicherung“ eben nicht so abstrakt, wie fuer die Mehrzahl der glaeubigen Guties.
    Neben einer saftigen Geldstrafe waere die Aberkennung des akademischen Grades die natuerliche Antwort an die Quacksalber.

  4. so, so, der Innenminister Bayerns und die Ausländerbehörde stellen fest…….????? Na da können wir doch wieder absolut zufrieden weiterschlafen.

  5. Die Medien, die Justiz, die Polizei und sicherlich auch staatliche Ärzte haben nun mal ihre Vorgaben. Der Sozialismus breitet sich rasant aus. Das kann wie schon einmal nur durch einen Volksaufstand beendet werden. Vielleicht bleibt noch die Hoffnung auf Polizei und Bundeswehr, wohl der letzte Strohhalm 😫😫😫

  6. Man kann den Arzt wegen Betrug verklagen und ihm die Kosten aus diesem Betrug in Rechnung stellen. Wenn man das geschickt macht, dann kann das teuer werden, besonders dann wenn man ihm die bereits entstandenen Kosten für Abschiebung und die laufenden Kosten für die Asylbewerber aufdrückt.
    „lebenslanges Berufsverbot“.
    Der größte Teil der Asylbewerber ist krank und gegen einen Obolus wird das entsprechende Attest auch ausgestellt. Junge kräftige Männer sind eben viel anfälliger gegenüber Krankheiten als alte klapprige Frauen.
    Diese „menschenfreundlichen“ Ärzte sind nur den Betrügern und Gefährdern verpflichtet, nicht den Mitbürgern.

    Bei Feststellung das dort Gefaelligkeitsgutachten ausgestellt wurden, muessen diese Arzte mit ihrem privaten Vermoegen voll fuer die Kosten haften.

    • Wer das Europa von Morgen sehen will, der reise nach Schweden.
      Wer das Europa von Übermorgen sehen will, der reise nach Libanon oder Ägypten.

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