Die US-Streitkräfte haben in Afghanistan eine riesige Bombe des Typs GBU-43 eingesetzt. Das bestätigte das Pentagon am Donnerstag in Washington. Die Bombe ist die größte nicht-nukleare Waffe aus dem US-Arsenal. Dem IUS-Ministerium zufolge wurde sie von einer viermotorigen Propellermaschine vom Typ MC-130 abgeworfen.

Der Abwurf aus einem Kampfflugzeug hatte dem Pentagon zufolge Tunnel der Terrormiliz Islamischer Staat sowie dessen Kämpfer zum Ziel. Auf diese Weise sollte die Gefahr für die amerikanischen und afghanischen Soldaten in der Region minimiert und der Schaden bei den Terroristen maximiert werden.

Die US-Armee hat ein Video vom Einsatz der Bombe GBU-43 über Afghanistan veröffentlicht. Die veröffentlichten Aufnahmen wurden zwar schnell wieder von dem Twitter-Account der US-Streitkräfte gelöscht. Aber die Bilder waren bereits ins Netz gelangt.

Der Einsatz dürfte auch eine Machtdemonstration gegenüber Russland gewesen sein: Die Russen versuchen seit einiger Zeit, in Afghanistan zu vermitteln und damit auch an Einfluss zu gewinnen. Am Mittwoch war in Moskau bei einem Treffen zwischen den Außenministern Russlands und der USA, Lawrow und Tillerson, deutlich geworden, dass die Spannungen erheblich sind – und dass die US-Regierung nur noch bedingt Herr der Lage im eigenen Land ist. US-Präsident Donald Trump, der eigentlich als Nicht-Interventionist angetreten war, hat mit seinem ersten Luftschlag gegen Syrien offenbar seine eigentliche weltpolitische Strategie begonnen, von der noch nicht klar ist, ob sie auf einen Weltkrieg hinausläuft oder bei einer Demonstration der Stärke bleibt. In der US-Regierung sitzen so viele Generäle wie noch nie nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie sollen außenpolitisch die Dominanz der Geheimdienste zurückdrängen.

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Laut Bloomberg-Kolumnist Eli Lake soll der nationale Sicherheitsberater von Trump, General H.R. McMaster, die Entsendung von 50.000 regulären Soldaten nach Syrien vorbereiten, um dem Krieg ein Ende zu bereiten. Die USA wollen Russland offenkundig daran hindern, seinen globalen Einfluss dauerhaft zu erweitern.

US-Verteidigungsminister James Mattis hat sich kürzlich sich besorgt über die Aktivitäten Russlands in Afghanistan und seine Interaktion mit der Taliban-Militanten-Gruppe geäußert: „Wir haben russische Aktivitäten gegenüber den Taliban gesehen“, sagte Mattis während einer Pressekonferenz gemeinsam mit seinem britischen Kollegen Michael Fallon in London. Mattis sage: „Ich will nicht so weit gehen und sagen, dass wir schon Beweise über Waffenlieferungen haben. Aber es ist klar, dass das, was die Russen dort machen, Anlass zur Sorge gibt.“ Die Briten wollen eine Annäherung der USA mit Russland um jeden Preis verhindern. Sie sind beim G7-Gipfel vorerst mit dem Ansinnen gescheitert, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Erst vor wenigen Tagen war es vor dem UN-Sicherheitsrat zu einem regelrechten Showdown zwischen Russland und Großbritannien gekommen.

Zuvor hatte US-General Curtis Scaparrotti, der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, in einem Senatsausschuss erklärt, dass er Beweise für die Verstärkung der russischen Bemühungen, die Taliban zu beeinflussen, gesehen habe und dass die Russen vielleicht sogar die militanten Gruppen unterstützen könnten. Moskau bestreitet, dass es den Taliban Hilfe leistet, die gegen die von den USA unterstützte Regierung und die US-Kräfte in Afghanistan kämpfen.

Russland hat seine Südasien-Politik in den letzten Monaten mit einer sichtbaren Annäherung an Pakistan neu justiert und ist als wichtiger Spieler in Afghanistan in Erscheinung getreten – ausgerechnet jenem Land, das der Sowjetunion ein historisches Scheitern beigebracht hatte. Mit der Hilfe seines neu gefundenen strategischen Partners China will Russland die regionale Vormachtstellung der Vereinigten Staaten herausfordern.

Russland richtet am Freitag eine internationale Afghanistan-Konferenz mit Staaten der Region aus. Ziel des Treffens ist es, Gespräche zwischen den radikalislamischen Taliban und der afghanischen Regierung in Gang zu bringen. Vertreter von Nato-Staaten oder der Vereinten Nationen sind nicht beteiligt. Bisher scheiterte ein Friedensprozess in dem seit Jahrzehnten von Gewalt erschütterten Afghanistan an der mangelnden Bereitschaft der Taliban, mit Kabul zu verhandeln.

Russland veranstaltete bereits im Februar eine Konferenz von sechs Nationen in Moskau über Afghanistans Zukunft. Teilnehmer waren Indien, Iran, Pakistan, China und Afghanistan. Dies war die zweite Initiative Russlands nach der ersten trilateralen Konferenz im Dezember, zu der China und Pakistan eingeladen worden waren.

Schon bei einer Konferenz im Dezember hatten die Russen ihren strategischen Ansatz vorgelegt. Er zielte darauf ab, den Einfluss des IS in Afghanistan zurückzudrängen. Alle drei Staaten stellten fest, dass es in Afghanistan einen zunehmenden Einfluss und mehrere Aktivitäten des IS zu beobachten gäbe. Um dessen Einfluss zurückzudrängen, müssten die Taliban gestärkt werden. Die Taliban reagierten höchst erfreut. Die Regierung in Kabul war naturgemäß verärgert, weil sie nicht zu der Konferenz eingeladen worden war. Das hat Russland allerdings ganz bewusst unterlasssen. Die aktuelle Regierung wird nämlich von den USA unterstützt.

Bei der Konferenz im Februar gingen die Russen etwas anders vor. Sie luden den Iran, Afghanistan und mehrere regionale Beteiligte ein. Allerdings wurden die USA und die NATO ausdrücklich ausgeschlossen. Die Russen brachten Afghanistan sogar eine schwierige Lage, dass sich die Regierung für die Amerikaner stark machen musste. Sie erklärte dass es notwendig sei die USA am Tisch zu haben, um einen nachhaltigen Frieden in Afghanistan zu erreichen.

Nach dem Bombenabwurf erklärten die US-Streitkräfte, sie seien derzeit dabei, den Schaden zu beurteilen. Die Rebellen verstärkten derzeit ihre Verteidigungslinien mit improvisierten Sprengkörpern, Tunnels und Bunkern, hieß es. «Dies ist die richtige Munition, um diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Momentum unserer Offensive gegen den IS zu erhalten», zitiert das Pentagon den Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson.

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Die Bombe wird von besonders kriegsbegeisterten Beobachtern und Militärs als „Mutter aller Bomben“ angepriesen. Nach Angaben der US-Militärseite Global Security ist die Bombe groß und leistungsstark. Sie hat ein Gewicht von 21.700 Pfund, also 9.842 Kilogramm, mit GPS-geführter Munition mit Flossen und einem Inertial-Kreisel für Pitch-und Roll-Steuerung. Es beinhaltet Sprengstoffe im Umfang von 18.700 Pfund, also 8482 Kilogramm. Die Sprengstoffe setzen sich aus H6, das ein Sprengstoff, das sich aus einer Mischung aus RDX (Cyclotrimethylen trinitramin), TNT und Aluminium zusammensetzt. Es wird vom Militär für Allzweckbomben benutzt. H6 ist eine australische produzierte explosive Komposition.

Es wird auch für die Füllung von Unterwasser-Explosions-Waffen wie Minen oder Torpedos benutzt. GBU-43/B Massive Ordnance Air Blasts lassen sich allerdings auch auf Airdrop-Plattformen des US-Kampfflugzeugs C-130 Hercules finden. Aufgrund der Größe der Munition wird es entweder von einem MC-130 Talon II oder von einer C-130 Hercules mit einem Fallschirm herausgezogen. Ein Fallschirm entnimmt die Waffe, die Wiege und die Plattform – und die Waffe wird schnell freigegeben, um eine maximale Vorwärtsbewegung zu erlangen. Die Rasterflossen öffnen sich dann und beginnen, die Waffe zu ihrem Ziel zu führen.

Die MOAB basiert auf dem gleichen Prinzip wie der BLU-82 „Daisy Cutter“. Der technische Unterschied liegt darin, dass die MOAB ein Lenkungssystem. Die MOAB erzeugt eine enorme Explosion, die gegen harte Zielzugänge, weiche bis mittlere Oberflächenziele und für Antipersonenzwecke wirksam eingesetzt wird. Der Tod von Menschen wird in erster Linie durch die Explosion und die Splitter ausgelöst. Die Waffe hat eine erhebliche psychologische Wirkung auf diejenigen, die ihren Einsatz beobachten. Sie hat die Fähigkeit, psychologische Operationen durchzuführen, große Flächenziele anzugreifen und gegen gefährliche Bedrohungen in Tunneln oder Höhlen vorzugehen. Die Bombe ist nach ihrer Entwicklung 2003 noch nie bei tatsächlichen Kampfhandlungen eingesetzt worden. Die Bombe wurde laut CNN erstmals am 11. März 2003 im Irak getestet.

3 Kommentare

  1. „Mutter aller Bomben“ ist so-wie-so eine große Verzerrung. Eine Organisation in Afghanistan hat Hinweise festgestellt, dass eine Nuklearspringsatz verwendet wurde, keine Nicht-Nuke, die vom Pentagon geäussert wurde. Die Quelle erklärt weiter, dass es Hinweise darauf gebe, dass diese Waffen im Irak auch Afghanistan schon lange eingesetzt wurden. Studien haben Uran 235 in den Körpern der Bevölkerung dort gefunden. Das Einsatz von mächtigen genetischen Waffen, wie abgereichertes Uran auf dem Schlachtfeld, durch amerikanische Streitkräfte verletzt aller denkbaren Völkerrechte, sagt ein Analytiker. Abgebautes Uran hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren und hat damit den Titel „Der stille Mörder, der niemals aufhören wird“ erworben.
    Abgefeuerte Springsätze, Bomben und Marschflugkörper, die mit abgereichertem Uran oder Wolfram gekippt sind, bohren schwere Rüstungen und Befestigungen leicht durch. Luft, Wasser und Boden sind auch verunreinigt, wenn solche Waffen verwendet werden. Dr. Doug Rokke, der Ex-Direktor des Pentagon’s Abgereicherten Uranprojekts, sagte, dass einen Bereich mit Uran verunreinigt zu dekontaminieren ist unmöglich.

  2. Das ist keine Warnung an Russland, die Kriegstreiber USA müssen erst ein mal dort hin kommen, wo sie hin wollen, wir schreiben nicht das 1945 wo die Kriegsverbrecher USA ohne Wiederstand 2 Atombomben auf Japan abwerfen konnten Ich glaube das war eher an eine Warnung an Nord Korea. Trotzdessen war die Aktion unsinnig, wie vieles von den bekloppten Amis.

  3. Ich möchte anregen, das ANN und die anderen Blogs, nicht mehr die Aussagen, so wiederholen, wie sie vorgegeben werden. „Es kann schon zeitlich nicht von der „Mutter aller Bomben“ die Rede sein. Diese dürfte ja um hundert Jahre und mehr, älter sein. Die Sprache führt in die falsche Richtung. Die Sprache des Millitärmarketings finde ich widerlich. Allein, hier auch noch das Wort „Mutter“ zu verwenden, das ist doch eine Verhöhnung, der Frauen, die tatsächlich Mütter sind und Kinder groß gezogen haben. Und, wenn ich mir vorstelle wie viele Mütter und ihre Kinder durch Kriege, pseudo Revolutionen, oder Glaubenskämpfe getötet werden und wurden, dann ist mir das noch widerlicher. Ich rege hier mal an, das wir alle eine zivilisiertere Sprache verwenden. Lassen wir doch unsere deutsche Muttersprache nicht auch noch millitarisieren, sondern zensieren wir, im Gegenzug, die Absicht, die hinter so etwas steckt, die Verharmlosung des Tötens im Krieg. Und die Führung von mehrhundertjährigen Kriegen, als Geschäftsmodell. Um ein Land zu berauben und später zu benutzen, muss ich so und soviel Geld investieren. Das rechnet sich in so und so viel Jahren. Hier wird marktwirtschaftliches Denken und Anlagepolitik, gemeinsam verwendet um im Inland „Jobs“, in der Millitärindustrie zu schaffen, aber vielmehr um die Beteiligungen in solchen Millitär-Unternehmen zu verzinsen. Ein solches System, zu ändern ist eigentlich unmöglich. Das ist wie Kapitalanlage in der Seeräuberei.

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