In einem Fall, der das Ausmaß der Korruption, Abgebrühtheit und Habgier der Big-Pharma-Krebsindustrie deutlich illustriert, wurden zwei Pharmakonzerne zur Zahlung von fast 70 Millionen US-Dollar verurteilt. Damit soll ein föderaler Rechtsstreit beigelegt werden, in dem die Unternehmen beschuldigt wurden, über die Wirksamkeit eines Krebsmittels zu lügen.

Von Daniel Barker

Die beiden Konzerne, Genentech und OSI Pharmaceuticals, stimmten zu, 67 Millionen Dollar zu zahlen, um weitere Prozesse über ihre irreführende Werbung für Tarceva – ein Medikament gegen das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom – zu vermeiden. Zitat aus der Los Angeles Times:

„In der Anklageschrift hieß es, dass Genentech und sein Marketingpartner OSI Pharmaceuticals von 2006 bis 2011 behaupteten, mit Tarceva könnten alle Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom behandelt werden, obwohl Studien erwiesen hatten, dass es nur bei jenen half, die nie geraucht oder eine bestimmte Genmutation namens EGFR hatten. Dieser Epidermal-Growth-Factor-Rezeptor ist ein Protein in der Zellmembran des Körpers.“

Brian Shields, ein ehemaliger Genentech-Mitarbeiter, strengte 2011 den Prozess als Whistleblower an, nachdem seine Arbeitgeber sich geweigert hatten, seine Bedenken hinsichtlich der Vermarktung des unwirksamen Medikaments anzuerkennen. Shields sagte, seine Vorgesetzten hätten auf die Äußerung seiner Bedenken mit Vergeltungen und dem Vorwurf, er sei »kein Teamplayer«, reagiert.

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Lügen und Schmiergelder

Einzelheiten des Verfahrens enthüllen die skrupellosen und rechtswidrigen Marketingtechniken der Pharmakonzerne, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon zum vorzeitigen Tod von Patienten geführt haben, die mit der unwirksamen Arznei behandelt wurden.

„Die Klage besagt, dass die Unternehmen ihren Handelsvertretern Werbematerial mitgaben, das Ärzte davon abbrachte, ihre Patienten auf EGFR zu testen. 

Die Konzerne warben zudem für Tarceva, indem sie Ärzten rechtswidrige Bestechungsgelder zahlten, die als Honorare für Vorträge oder Tätigkeiten in Genentechs Beratergremium getarnt wurden.

Überall im Land wurden laut der Klageschrift Vertreter ›angewiesen, die Ärzte großzügig zu bezahlen‹, und ›ihr Budget für fürstliche Einladungen war nicht limitiert‹.

Genentech organisierte auch Mittag- und Abendessen für Lungenkrebspatienten, bei denen bezahlte ›Patientenbotschafter‹ darüber sprachen, wie Tarceva in Fällen angewandt werden könnte, für die es von den Regulierungsbehörden gar nicht zugelassen war.“

»Hier geht es um Menschenleben«

Gemäß dem False Claims Act erhält die US-Bundesregierung aus dem Vergleich 62,6 Millionen Dollar, State-Medicaid-Programme bekommen 4,4 Millionen, und Shields teilt sich mit seinen Anwälten die zehn Millionen Schadensersatzzahlung. »Hier geht es um Menschenleben«, sagte der Whistleblower Shields, der früher bei der Army Hubschrauberpilot war. »Hoffentlich wirkt dies nachhaltig und verbessert die Krebsbehandlung.« Aus einer Stellungnahme des Justizministeriums:

„Pharmazeutische Unternehmen haben die Verantwortung, den Patienten und Ärzten über ihre Medikamente richtige Informationen zu liefern. Das Justizministerium wird diese Unternehmen, die die Öffentlichkeit über die Wirksamkeit der Produkte in die Irre führen, zur Rechenschaft ziehen.“

Unglücklicherweise hat das Ignorieren dieser »Verantwortung« gegenüber Patienten und Medizinindustrie bei Pharmakonzernen Tradition – es gab schon zahlreiche Anklagen gegen Arzneimittelhersteller wegen betrügerischen Marketings, gefälschter Studien und Korruption.

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Profit versus Menschen

Die Pharmaindustrie hat mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie um des Profits willen vor nichts haltmacht. Es liegt auf der Hand, dass die »Krebsindustrie« kein Interesse daran hat, irgendjemanden zu heilen – Menschenleben und Ethik sind diesen habgierigen, herzlosen Kriminellen weit weniger wichtig als Geld. Die Profite, die die großen Pharmakonzerne einstreichen, sind immens. Wir sollten wissen, von welchen Summen hier die Rede ist. Auf GlobalResearch ist zu lesen:

„Die elf größten Pharmakonzerne erbrachten in nur einem Jahrzehnt, von 2003 bis 2012, einen Nettoprofit von fast einer Dreiviertelbillion Dollar ein. Allein im Jahr 2012 belief sich der Nettoprofit dieser elf Unternehmen auf 85 Milliarden Dollar.“

Gäbe es nicht mutige Whistleblower wie Brian Shields, könnten die Pharmakonzerne unbehelligt mit ihren korrupten Praktiken fortfahren – denn die FDA (Behörde für Ernährung und Arzneimittel) und andere Regulierungsbehörden sind von der Pharmaindustrie gekauft und tun wenig, um die Menschen vor betrügerischem Marketing für nutzlose und gefährliche Medikamente zu schützen. Wenn sich genügend Menschen trauen, sich zu erheben, wie Shields es getan hat, könnte sich langsam etwas an der Art ändern, wie Big Pharma Geschäfte macht – aber das kann dauern…

5 Kommentare

  1. Oh ja Rekordstrafe, was für ein dummer Titel. Bei Wiki steht da, das die einen Umsatz von 13 Mrd Dollar machen! Also lachen die über so eine „Strafe“

  2. In der Pharma gehts doch überall so zu – ich schätz mal euf einen solchen Whistleblower kommen 999 die gekauft oder durch „Unfälle“ ums Leben kamen..

  3. Ob die „cleveren“ Amis wissen, dass Russland einen Durchbruch in der Krebsheilung erzielt hat und sie ihre Pseudo-Medikamente vergraben können?

    Krebs ist nämlich heilbar…ohne giftige Pharmazie. Dass diese Infos die sogenannte Giftpille für die Pharma-Mafia ist und man das aus Profitgründen gern verschweigt, ist irgendwie logisch.

  4. …in den USA schaut man wenigstens nicht weg und zu, wenn sogenannte akademische Eliten, die Menschen mit Mitteln behandeln, die offensichtlich nicht differenziert angewand werden, und die mit marktschreierischen Argumenten in die Kliniken gedrückt werden. In meiner Familie sind bislang drei Menschen an Krebs gestorben. Es war die Hölle. Vielfach operiert und nachoperiert, mit Medikamenten und Medizin behandelt, von denen wir, die Verwandten gar nichts wissen. Und das ist das Hauptproblem. Die deutschen Akademiker,in den Krankenhäusern. Unglaublicher Konkurrenzkampf untereinander, der Versuch Stationen im Handstreich einzunehmen, wennn deren Leiter/innen nicht da sind. In dem man „unmögliche Zustände“ inszeniert, und Eigenmächtige Änderungen der Schmerzmittel, bei Sterbenden und deren verordneten Infusionen und Arzneien durchführt. Das zum Nachteil der Patienten. Da versuchen Pfuscher, sich noch einmal bei der Pharmaindustrie anzudienen und wechseln ohne Einverständnis des Patienten und der Verwandten von einem zum Anderen Schmerzmittel. Das aber ohne Wirkung bleibt. Der akademische Pfuscher, der gewissenlos ein Medikament ausprobiert, verursachte von bei einer Sterbenden so stake Schmerzen, das diese anfing zu schreien. Nur mit aller größter und schwerster Argumentation konnte das wieder rückgängig gemacht werden. Akademiker in Deutschland, so selbstgefällig und gottesähnlich bestimmend. Gottesfurcht und Achtung voer der Schöpfung, kaum vorhanden.

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