Nach Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell, war es gestern Anja Reschke, die sich auf Skype ausgewählten Kritikern stellte. Anja Reschke ist spätestens seit ihrem Outing als Demokratiefeindin zum Inbegriff einer Elitenhure geworden, deren Berufsauffassung nicht die Aufklärung der Öffentlichkeit und Kontrolle der Mächtigen ist, sondern die Stabilisierung eines Systems, in dem die Bürger zu schlucken haben, was die Politik ihnen verabreicht. Wie Reschke sich in den Geprächen mit vielen guten Anrufern immer wieder herausredet, von Fakten ablenkt und berechtigte Kritik und unangenehme Themen abwürgt, davon kann sich nun jeder selbst ein Bild machen.

von Ole Olsonn

Nachdem ich das bereits erste „Sag’s mir ins Gesicht“-Live mit Spannung verfolgte, stieg am zweiten Tag des Experiments meine Neugier noch weiter. Am Montag, dem 30. Mai 2017, war Anja Reschke angekündigt. Seit 2015 leitet sie die Abteilung Innenpolitik beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). Dort moderiert sie seit 2001 das Magazin Panorama. Reschke wird, gerade im Internet, oft Arroganz vorgeworfen.

Ich halte mich für diesen Kommentar streng an die Inhalte des Lives mit Frau Reschke. Bei 01:10 werde ich das erste mal hellhörig. Reschke unterscheidet Kommentare zu ihrer Arbeit in „ganz reizende und nette“ und solche, die „ganz schön beleidigend sind“. Mir stellt sich die Frage, wo in diesen beiden Kategorien die Moderatorin kritische Kommentare einordnet. Dazu gibt es an dieser Stelle keine Antwort. Dafür stellt Anja Reschke die Frage, ob sich jemand traut, per Videokonferenz mit ihr zu reden, um zu äußern, was ihn oder sie stört.

Bei Minute 6:48 wird es für mich zum ersten Mal richtig interessant. Ein User wirft Reschke und ihrer Panorama-Redaktion Manipulation vor. Er hatte ein Wanted-Plakat entworfen. Darauf abgebildet sind Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Joachim Gauck. Unter den jeweiligen Personen hat der Mann schriftlich begründet, warum er diesen Politikern Heuchelei, insbesondere in der Flüchtlingspolitik, vorwirft. Dieses Plakat stellte der Mann ins Internet. Panorama hat das Bild als Hintergrund auf einem Studiomonitor verwendet.

Die Bildmanipulation mit dem „Wanted“-Plakat

Dabei hat das Magazin aber nur das „Wanted“ mit den Politikerköpfen gezeigt. Die Begründungen unter den Personen hat man weggeschnitten. Auch erwähnte niemand, dass es solche im Original gibt, das Plakat in der Sendung somit nicht vollständig gezeigt wird. Die Redaktion – und das ist bedenklich – setzt also nur Teile eines Bildes in den Kontext „besorgte Bürger radikalisieren sich“. Das Original-Plakat endet mit der Zeile: „Die Flüchtlinge sind nicht das Problem“. Eine Radikalisierung ist schwer zu erkennen. Sehr eindeutig ist hingegen die Kritik an Politikern.

Hier trifft der oft erhobene Vorwurf des absichtlichen Weglassens durch die Medien auf ein klares Beispiel. Reschkes Erklärungsversucht folgt zügig, bleibt aber unbeholfen. Nur den oberen Teil zu nehmen, hatte ihr zufolge einen guten Grund. Hätte man das komplette Plakat gewählt, wäre nichts zu sehen gewesen. Das ist ein peinlicher Versuch, einer sehr konkreten Kritik auszuweichen.

Auf diese Situation folgt ein Einspieler, der so genannte Hate Speech definiert. Menschen mit guten Augen fällt auf, dass als Quelle die Amadeu Antonio Stiftung in der Grafik eingeblendet wird. Diese ist sehr umstritten. Ich frage mich, ob diese Stiftung wirklich geeignet ist, Hassrede zu definieren. So wirft dieser Beitrag eher neue Fragen auf, anstatt Antworten zu liefern. Bei 15:58 beginnt ein weiteres interessantes Streitgespräch. Reschke diskutiert mit einem Ex-Polizisten.

Der Mann weist auf seine Erfahrungen an der Basis hin, spricht von geschönten Berichten in den so genannten Mainstreammedien. Die Innenpolitik-Chefin des NDR entgegnet, dass niemand die ultimative Wahrheit hat. Der ältere Herr verweist auf Zahlen zum Beweis seiner Darstellung, aber die Diskussion wird rasch beendet.

Und schon erscheint ein neuer Gesprächspartner im Bild. Frau Reschke, so scheint es, hat Oliver Janich nicht erkannt. Dieser Mann ist ein streitbarer Buchautor, Journalist und Klimaskeptiker. Er schrieb unter anderem für die Financial Times Deutschland und die Süddeutsche Zeitung. Kritiker werfen ihm vor, sich im verschwörungstheoretischen Bereich zu bewegen.

Auch Janich darf nicht lange reden

Gleich am Anfang geht Herr Janich auf seinen Vorredner, den Ex-Polizisten, ein und liefert konkrete Zahlen zur Ausländerkriminalität. Dabei stütze er sich, nach seinen Angaben, auf offizielle Zahlen des BKA. Reschke macht an dieser Stelle die unglücklichste Figur im Live von „Sag’s mir ins Gesicht“.

Schnell äußert Sie, man erkenne Probleme und berichte auch darüber, sie wehre sich aber gegen Pauschalisierungen. An dieser Stelle würde eine Diskussion beginnen. Da Reschke den Gesprächspartner aber schleunigst abwürgt, bleibt es bei der Nennung der Zahlen und Reschkes allgemeinen Erklärungen. Sehr schade, hier hätte es wirklich interessant werden können. Janich wäre ein unbequemer, aber wahrscheinlich ebenbürtiger Gesprächspartner gewesen.

Es folgen weitere interessante User. Allerdings entsteht der Eindruck, dass immer, wenn es konkret wird, zum Beispiel bei der Kritik an „Funk“, die Gespräche schnell beendet werden. Die Selbstdefinition des Formats liest sich wie folgt:

„funk – das sind Online-Formate von ARD und ZDF für 14- bis 29-Jährige auf Drittplattformen wie Facebook, YouTube, Snapchat, aber auch in der eigenen funk App sowie auf der funk Webseite. funk ist also ein Inhalte-Netzwerk von ARD und ZDF, kein Kanal.“

Reschke behauptet, nichts über Funk sagen zu können. Daher ist sie auch nicht bereit, sich mit dem Thema und den damit verbundenen Kritikpunkten auseinanderzusetzen. Auch dieser Moment wirkt befremdlich. In Reschkes Funktion muss man sich nicht mit jedem Format im Einzelnen auskennen. Dennoch kann man reagieren, wenn konkrete Kritik geäußert wird, diese zumindest zulassen. Inzwischen wirkt Reschke etwas gestresst. Vor dem Hintergrund der Begründung, alle, die anrufen, kommen auch dran, wenn es die Zeit erlaubt, wirken auch weitere Gespräche zum Teil gehetzt.

Ein Blick auf das Live lohnt sich auf jeden Fall. Allein das letzte Gespräch ist es wert. Bis hierher hatte die ARD die Information, dass es Vorgespräche gibt, bevor man zu Anja Reschke durchgeschaltet wird, nicht kommuniziert. Der Sender hatte eher den Eindruck erweckt, dass der Draht zur Moderatorin ein direkter wäre.

Vorgespräch mit Warnung vor Kritik an „Funk“

Ein junger Mann, der als YouTuber im Netz unterwegs ist, moniert, dass Hate Speech und legitime Kritik oft gleichgesetzt würden. Er stützt sich dabei auf seine eigenen Erfahrungen mit öffentlich-rechtlichen Angeboten.

Ob es daran lag, dass die geplante Zeit für das Live ablief, ist nicht nachzuweisen. Ein Facebook-Live muss nicht zwangsweise beendet werden. Dennoch wurden die Ausführungen des Users in aller Kürze behandelt. Dieser schloss dann mit dem Satz:

„Mir wurde im Vorgespräch gesagt, ich solle nicht zu sehr auf Funk eingehen, da ging es besonders drum, da werde ich rausgeschmissen…“

Und schon erscheint ein weiteres Fragezeichen über meinem Kopf. Wer nicht haten will, sich dafür aber lieber sachlich zu konkreten Ereignisse unterhalten, fliegt aus dem Live? Ist das die von der ARD angeregte, die geforderte neue Diskussionskultur? Bei allem Respekt, Frau Reschke, Ihr Facebook-Live war für mich in weiten Teilen ein Bespiel dafür, wie es nicht laufen sollte.

Ficken, Titten, Kloschüssel: Der GEZ-finanzierte Bildungsauftrag von ARD und ZDF im Internet

7 Kommentare

  1. Am Besten war der letzte Teilnehmer.
    Wird in der Sendung vermittelt, alles sei situativ, „…ach ich sehe gerade, wie haben wieder einen Anrufer…“ spricht der letzte Teilnehmer von einem Vorgespräch!
    „…Im Vorgespräch wurde mir gesagt, dass ich FUNK nicht ansprechen darf…“

    Mit anderen Worten: Es wurde gesiebt!
    Und Anrufer, die vorgelassen wurden, wurden instruiert, was sie sagen und was sie nicht sagen sollen.

    Wenn das in China oder dem Iran passiert wäre- nicht auszudenken, wie vermutlich auch Frau Reschke die Verletzung der Menschenrechte angeprangert hätte!

  2. Wenn ich die verkniffene, hässliche Fratze dieser hochbezahlten Lügenhxxx nur sehe, möchte ich anfangen zu kotzen…..
    Man sieht förmlich, wie links-versifft und verschlagen die Alte ist (das Gesicht ist der Spiegel der Seele….)
    Am Besten mit Einigen der Massiv- Bereicherer zusammen sperren für ein paar Tage, dann merkt auch diese Dummfxxxx, was das für „Tolle Menschen“ (????) sind und das Gutmenschen-Geschwafel würde für immer aufhören….garantiert ;-))

    We are Legion – We are anonymous !

  3. Das Video ist noch tausend mal geiler als die zahlreichen 1 Sterne Bewertungen zu Heiko Maas neuem Buch. Die Frau bekommt Schlag auf Schlag eine rein ,herrlich.

    We are Legion!

  4. Die hätte Göbbels sicher gerne gehabt.
    So toll Lügen, Manipulieren und dumm sein hätte er gebrauchen können.
    Nun, die Konkurenz ist da und die ARD hat jetzt einen leuchtenden Stern am Manipulationshimmel. Reichspressemaaß hat halt gute Leute.
    So geht Freiheit heute.
    Wenn du nicht das sagst was ich dir vorgebe werde ich dich vernichten. Sippenhaft? War gestern?
    NEIN die lebt heute noch.
    Wahrheit ist der Feind der Lüge und darum muß die Wahrheit beseitigt werden.
    Helfer wir dieses Weib gibt es nun reichlich.
    Lügenpresse braucht mal richtig eine auf die Fresse.

  5. Dieser TV Kasten ist einer mit der Wichtigsten Werkzeuge ……….ich kann die Leute nicht begreifen die sich immer und immer wieder das reinziehen was in der Kiste läuft ,vielleicht begreift irgendwann jede Schlafnase ……das es immer und immer wiederholt wird… pausenlos …….sie labbern ständig was sie vorhaben ……überhören das alle ????????????…..dabei ist es sowas von einfach -Zitat………Jeder Schritt seis ökonomisch ,politisch,und sei er noch so unscheinbar ……..geht in Richtung NWO -Familientraditionen sollen aus den Köpfen der Menschen raus …die Menschen sind den Mächtigen -EGAL -kann man nur noch sagen ,viel Spaß beim weitergaffen in die Röhre -und nicht vergessen ….Brief an den Pöbel -dann weiß jeder wo er steht

  6. Lügenpresse, Lügenmedien – das trifft den Kern
    und das steht unter besonderem staatlichem Schutz.
    Lese schon über 50 Jahre keine überparteiliche und neutrale (Bild) Zeitung mehr.
    Muß aber fessttellen, daß das „Bildzeitungsniveau“ heute überall in unserer „Leit“-Presse Fuß gefaßt hat.
    Manipulationen und Gehirnwäsche der Bürger hat System und ist allgegenwärtig.
    Es ist mühsam, die Informationen und Hintergründe zu erfahren und oft dauert es lange Zeit, bis ich es erkenne.
    Wo sind die Medien und Reporter geblieben, die Rückgrat und Verantwortung für ihr Tun hatten?
    Gestorben, in Rente, umgedreht oder kalt gestellt.

  7. Zu Oliver Janich:
    Für mich ist die Bezeichnung Ausländer in Bezug auf Kriminalität schon falsch. Wir haben Italiener, Griechen usw. schon lange in unserem Land und sie haben sich von Anfang an integriert. Das was jetzt kam und kommt will sich gar nicht integrieren. Das sagen Sie ganz laut selbst.
    Hier wird aber über Migranten diskutiert. Und nach meinem Info-Stand sind Menschen, die sich illegal in einem Land aufhalten per se kriminell. Sie kommen, soweit es sich um tatsächliche Flüchtlinge handelt, aus einem sicheren Drittstaat und sind somit ebenfalls kriminell.
    Frau Reschkes Ansicht, dass die Bürger bei den großen Entscheidungen nicht per Volksentscheid mit bestimmen sollen, sondern „nur bei kleineren, sozusagen unwichtigen Dingen, ist eine Frechheit. Ein seltsames Demokratieverständnis. Wobei ich mich gleich mal frage, wie weit Ihre Antworten hier von ihr selbst kommen??????????
    Ich habe die Diskussion bis jetzt nur zum Teil angesehen. Ich kann mir diese Person im Moment nicht weiter anhören und ansehen.

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