Wie eine stehengebliebene Uhr zwei Mal am Tag richtig geht, hat George Soros in seiner Behauptung recht, dass die EU in der Krise ist. Er ist ein Mann, der Länder mit einem Scheckbuch destabilisiert, wie es sonst nur Armeen mit Panzern und Raketen können.

von John Wight

Herr Soros hat in einer Rede vor dem Brüsseler Wirtschaftsforum am 1. Juni die Krise angesprochen, die die EU ereilt hat. Es war eine ehrgeizige Rede, bei der der ungarische Milliardär einen gedanklichen Ausflug in die Geschichte der EU unternahm und detailliert an die Vision der Europäischen Integration des französischen Geschäftsmannes und Diplomaten Jean Monnet erinnerte. Er sah die Notwendigkeit, vor allem Frankreich und Deutschland zu einer Wirtschaftsunion zu verpflichten, und mit der Zeit eine politische Vereinigung zu erreichen. Dies soll verhindern, dass diese beiden Länder nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg noch einmal in verheerendere Konflikte verwickelt werden.

Wo Herr Soros sich allerdings bereits von der Wahrheit loslöst, ist seine Darstellung der Sowjetunion als Bedrohung für Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg:

„Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Westeuropa mit Hilfe des Marshall-Plans wieder aufgebaut , aber es war immer noch durch die Sowjetunion bedroht, die den östlichen Teil des Kontinents besetzte.“

Wohlfeile Geschichtsklitterung zum Nachteil der Sowjetunion

Die Wahrheit an dieser Angelegenheit ist, dass die Sowjetunion Europa vom Faschismus befreite, dass Hitler es ohne die unermessliche Hartnäckigkeit und das Opfer des sowjetisch-russischen Volkes und der Roten Armee geschafft hätte, den Kontinent zu kolonisieren. Wie der US-Historiker Peter Kuznick schreibt:

„Bis zum [D-Day im Juni 1944] kämpfte die Sowjetunion fast eigenhändig gegen das deutsche Militär. Bis zur Invasion in der Normandie kämpfte die Rote Armee gegen mehr als zweihundert feindliche Divisionen, während die US-Amerikaner und Briten zusammen selten mit mehr als zehn konfrontiert waren. Deutschland verlor über sechs Millionen Männer an der Ostfront und etwa eine Million an der Westfront und im Mittelmeer.“

Kehren wir nun zu der Rede von Herrn Soros und der Behauptung zurück, dass die EU „von feindlichen Mächten umgeben ist: Putins Russland, Erdogans Türkei, Sisis Ägypten und die USA, die Trump gerne schaffen würde, aber nicht kann“.

Buchtipp zum Thema: George Soros von Andreas von Rétyi

Auch hier verkauft uns der Milliardär-Investor eine bequeme Verdrehung der Wahrheit – denn die Wahrheit ist, dass Russland von der EU bedroht wird und nicht umgekehrt. Das passiert durch die zunehmende Rolle der EU, die als politischer Arm der NATO-Militärallianz agiert, zu deren Mitgliedern übrigens, um Herrn Soros zu erinnern, auch die Türkei gehört.

Nicht Russland bedroht die EU, sondern umgekehrt

Es ist nicht so, dass Russland der EU aktiv feindlich gesinnt wäre, sondern dass Russland sich vor der Feindseligkeit der EU verteidigen muss. In dieser Hinsicht sind die Sanktionen, die Russland auferlegt wurden, nachdem die EU und ihre Beamten aktiv einen blutigen Staatsstreich in der Ukraine im Jahr 2014 aktiv unterstützt hatten, eine doppelte Ungerechtigkeit, die George Soros‘ glatte Behauptung, dass Russland der „Böse“ ist, mehr denn je in Verruf bringt. Herr Soros liegt allerdings mit einem Hinweis richtig, nämlich wenn er sagt, dass, wenn die Europäische Union in ihrem Handeln so weitermacht wie bisher, es wenig Hoffnung auf eine Verbesserung gibt. Deshalb muss die Europäische Union radikal neu erfunden werden.

Die Krise, die die EU verschlungen hat, ist das Produkt eines Fundamentalismus des freien Markte, der sonst als Neoliberalismus bekannt ist und von den liberalen Eliten in den letzten Jahrzehnten gleichsam als weltliche Religion praktiziert wird.

Es ist genau die Fähigkeit des Kapitals, sich über die ganze Welt hin und her zu bewegen, um die beste Investitionsrendite zu suchen, die so viel Chaos und Instabilität zum offensichtlichen Schaden für Millionen von Werktätigen führte. Es ist diese ökonomische Instabilität, die in der gleichen Zeit der wichtigste „Push-Faktor“ hinter der Masseneinwanderung war. George Soros und seinesgleichen haben sich durch diesen Sachverhalt bereichert und tragen zu den ungeheuerlichen Auswirkungen dieses Prozesses auf die Volkswirtschaften sowie den sozialen Zusammenhalt bei.

Europa der Eliten ist kein zukunftsfähiges Europa

Die europäische Integration als Konzept ist unmöglich infrage zu stellen. Allerdings ist die EU, wie sie derzeit existiert, eindeutig dysfunktional und entspricht nicht in gleicher Weise den Bedürfnissen der überwiegenden Mehrheit ihrer Bürger. Sie wird im Interesse einer neoliberalen Elite geführt, die die nationale Souveränität und politische Stabilität als Fluch für ihre Prioritäten sehen, Renditegelegenheiten durch kurzfristige Investitionen zu erzielen. Es ist diese perverse und groteske Interpretation von „Freiheit“ und „Libertät“, die die Institutionen der EU dominierte und diese im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 2007/08 in die Krise stürzte.

Das Ergebnis der Krise im Neoliberalismus war das Wachstum der Anti-Politik, oder genauer gesagt der „Politik gegen das Übliche“, die sich in der Entscheidung des britischen Volkes im Jahr 2016, die EU zu verlassen (Brexit) sowie bei der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten im selben Jahr wiederfindet.

Buchtipp zum Thema: Die Denkfabriken von William Engdahl

Eine europäische Integration ohne Russland ist ein politisches Oxymoron. Es ist ein Oxymoron, das die EU in ihrem Vorgehen untermauert, da sie nicht auf die ökonomischen oder politischen Bedürfnisse der Bürger Europas, sondern vielmehr auf die Bedürfnisse Washingtons und der unipolaren Welt eingeht, die seit dem Untergang der Sowjetunion im Jahre 1991 existiert.

Soros ist Teil des Problems und nicht der Lösung

Die europäischen Regierungen, die sich dazu entschieden haben, sich Washingtons Willen zu fügen, werden sich mit allen entsprechenden Konsequenzen konfrontiert sehen. In Wahrheit werden sie zum größten Opfer der Konsequenzen sein, zu denen es kommen wird, wenn sie unter den Slogans des Friedens und der Sicherheit Russland als die Bedrohung derselben angreifen werden. George Soros und alles, was er vertritt, könnte niemals Teil der Lösung der Krise in der EU sein. Im Gegenteil: Soros ist Teil des Problems. Bis die europäischen Regierungen dies erkennen und merken, dass die Misserfolge der EU nicht von den Fehlern des Neoliberalismus unterscheidbar sind, beschäftigen sie sich mit einer Krise, die sich nur weiter vertiefen wird.

9 Kommentare

  1. Bereits das Buch von Herrn George Soros „Die Krise des globalen Kapitalismus“ aus dem Jahre 2000 verriet seine getarnten wahren Absichten als skrupelloser Finanzspekulant und Globalist und Betrüger. Die Sorrosschen Scheinvorschläge zur Besserung der Lage nämlich, die aber in Wirklichkeit stets nur seinen eigenen Interessen als Neoliberaler und neoliberaler Globalist dienten und dienen. Damals wie auch heute! Weshalb Soros den Laisser-faire-Kapitalismus für gefährlich hält: Die Beeindruckung über die angebliche moralische Wandlung des Sorossche Gewissen ist völlig fehl am Platz, wenn man die Zielsetzung der Argumente dieses Buches als Brückenköpfe im „Feindesland“ (den Ländern (= liquiden Märkten), die es zu erobern gilt!) besser versteht. Mit „Kultur“ oder „sozialem Engagement“ hat das nicht das Geringste zu tun. Das Netzwerk der Soros Foundation ist nicht eine private Caritas, sondern ein Spionage- und Umerziehungs-Konzern, dessen primärer Zweck ist, die geistige, wirtschaftliche, politische und schließlich militärische Eroberung vorzubereiten und zu sichern! Natürlich ist es richtig, dass das Zinsproblem mit dem Wachstumszwang das Problem der Wirtschaft schlechthin ist. Nur im Fall Soros kommt dazu, daß diese Art von Wirtschaft – die „financial markets“ – mit der Realwirtschaft erstens gar nichts mehr zu tun haben und zweitens ihre „Spielregeln“ – genaugenommen – als schwerste Wirtschaftskriminalität bezeichnet werden müßten. Und selbst innerhalb d i e s e r „Spielregeln“ wird nochmals ganz einfach im großen Stil Betrug geübt.(Siehe Derivate zur Bilanzkosmetik) Was in diesem Buch steht ist gemessen an seinem eigenem Anspruch fast schon drollig: Ein paar zwar nie wahre oder wissenschaftliche Marktwirtschafts-Dogmen (die natürlich nach wie vor festen Bestand in unserem akademisch-gelehrten Verblödungswissen haben), Was sind nun die inhaltlichen Vorschläge in diesem Buch in Essenz? 1. Supranational Aufsichtsorgane = Entmündigung der nationalen Volkswirtschaften, insbesonders in den währungspolitischen Fragen zugunsten jener Cliquen, die sich mit den bisherigen internationalen Institutionen IWF, WB, WTO, etc. jetzt schon plündernd bereichert haben. 2. Kreditversicherungen = die Spekulanten wollen für ihre Raubzüge sozusagen „Freies Geleit“. 99,5% aller Finanztransaktionen haben nichts mit Realgeschäften oder Direktinvestitionen in die Realwirtschaft zu tun, sind also reine Derivat- und sonstige Spekulationen. Sollte also ein Megaspekulant nicht mehr rechtzeitig (weil andere Gauner, wie in Rußland, schneller waren) seine Beute in Sicherheit bringen können, weil die Volkswirtschaft zuvor zusammenbrach (wie in SO-Asien und Rußland) oder gar eine Regierungen per Rücknahme der Liberalisierungs- und Deregulierungsgesetze dem Abzocken einen Riegel vorschieben, dann sollte die Solidargemeinschaft (d. s. doch Versicherungen) den Abzockern den „Schaden“ (= die sonst entgangene Beute) ersetzen. 3. IWF-Quotenerhöhung Das ist „notwendig“, wenn man den IWF als Hauptinstrument der Destabilisierung der nationalen Volkswirtschaften in 3.-Welt- oder Transformationsländern weiter am Leben halten möchte. (Das bezweifeln aber inzwischen viele als überflüssig.) Vordergründig dienen diese Gelder dazu, die B a n k e n zu stützen, damit sie die „Forderungen“ (= die den Spekulanten entstandenen Verluste) ersetzen können. In die Realwirtschaft ist bei all diesen Transfers nichts geflossen! 4. Finanzierung der arme-Schlucker-Länder wie Rumänien über SZR (Sonderziehungsrechte = Kreditrahmen der nationalen Zentralbanken – HM) des IWF, wenn deren Politik die Zustimmung des IWF findet. Das ist der Fall, wenn sie die „economic adjustment policies“ einführen, d. h. die Schleusen zur Plünderung öffnen – per Gesetz versteht sich – und die eigene Bevölkerung und die Ressourcen des Landes ausplündern – um die Schuldzinsen zahlen zu können (die bei „schlechten Schuldnern“ durchaus 27% und mehr sein können!) 5. Damit soll eine (eigenmächtige) Abkopplung vom (Gängelband) nach dem Vorbild Malaysias verhindert werden. Wie? – Malaysia war ja nicht im Ausland verschuldet, daher hatte der IWF keine Macht über das Land und PM Mahatir, d. h. konnte er es nicht erpressen. Erst wenn Punkt 4 erfüllt ist, systematische Verschuldung, macht man die Länder willfährig. Statt zum „kritischen Dialog“ will Herr Soros wohl lieber zum apologetischen Dialog einladen, gemäß der Ford-Story, daß alle Farben erlaubt wären, vorausgesetzt, daß sie schwarz sind. – Was also die fünf Punkte mit der „Freien Marktwirtschaft“ zu tun haben, weiß nur Herr Soros allein. Damit ist eigentlich auch schon gesagt, was meiner Ansicht nach die „Vorschläge“ von Soros sind: ein Dummschwätzen jener, denen man das Fell über die Ohren ziehen möchte.

  2. Dass einzige Wo dieser Herr George Soros die Wahrkeit gesagt zu meinem Sehr Kleinen Bischen ist, dass die Erdogan-Türkkei die EU-Völker Bedrohnt, Aber NICHT die EU-StaatsRegime Da Dann Anfängt der Herr George Soros schon An dieser Stelle schon Wieder An Zu LÜGEN !!!!
    Denn die EU-Staatsregime werden Nicht von der Erdogan-Türkkei Bedrohnt Sondern die Erdogan-Türkkei Unterstüzt JA die EU-Regime Ihre Völker zu Unterdrücken und zu vernichten !!!!

    Die EU/NATO/Türkkei und die USA-LINKEN wie Soros, Clinton, Obama, Rothschild, Rockefaller Bedrohnen Russland mit Brutaliste Gewalt !!!!

  3. Revolution für Geld wie gruselig – in meinem Profil ist der Link zur Seite Terrorismus und Gesellschaftsordnung durch Hypernormalisation

    • Das hoffen immer mehr Menschen,ansonsten müssen wir es ihn halt jeden Tag sagen, dem Teufel!

      Aber schlag einer Hydra den Kopf ab!?
      Sein Sohn wahr bereits beim Kanzler in Wien!?

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