Im ersten von der Trump-Regierung vorgelegten Budgetentwurf für das Haushaltsjahr 2018 werden die US-Militärausgaben – vor allem wegen der Vorbereitung eines Krieges gegen Russland – auf Kosten staatlicher Sozialleistungen signifikant erhöht.

Nach dem Entwurf des Pentagons für das Haushaltsjahr 2018 soll das Budget der Air Force für Operationen in Europa um 150 Prozent, das sind 600 Millionen Dollar, wachsen; dieser größte prozentuale Zuwachs bei einer Teilstreitkraft erklärt sich aus der beabsichtigten Intensivierung der gegen Russland gerichteten Abschreckung.

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Aus der European Reassurance Initiative/ERI erhält die U.S. Army Europe zwar insgesamt die meisten Dollars, nach Angaben des EUCOM wird gleichzeitig aber auch die Kampfkraft der Air Force deutlich gesteigert.

„Um als Militärmacht glaubwürdig abschrecken zu können, müssen wir nicht nur die Bodentruppen der Army, sondern auch die anderen Teilstreitkräfte in die Lage versetzen, jeder Aggression entgegentreten zu können,“ erklärte Maj. Gen. (Generalmajor) David Allvin, der Strategie-Chef des EUCOM (Die Eroberung Europas durch die USA).

Für die ERI 2018, die noch nicht vom Kongress gebilligt ist, sind fast 4,8 Milliarden Dollar vorgesehen; das sind 1,4 Milliarden oder 41 Prozent mehr als letztes Jahr. Diese Mittel sollen in eine Reihe von Operationen investiert werden, die alle dazu dienen, eine russische Aggression abzuschrecken.

Die Army wird mit 3,2 Milliarden Dollar das meiste ERI-Geld erhalten, damit sie den Rotationseinsatz zweier US-Brigaden, einer Panzer- und einer Heeresfliegerbrigade, in Osteuropa und den Aufbau weit vorgeschobener Ausrüstungsdepots fortsetzen kann.

Die ERI-Mittel für die Air Force fallen zwar geringer aus, werden aber von 388 Millionen Dollar in diesem Jahr auf 1 Milliarde Dollar im Jahr 2018 steigen. Die ERI wird aus einem Notfall-Sonderfonds und nicht aus dem (offiziellen) Haushalt des Pentagons finanziert, der wird mit 574,5 Milliarden Dollar 52 Milliarden Dollar oder 10 Prozent über dem des Haushaltsjahres 2017 liegen.

Die tatsächlichen US-Militärausgaben sind wesentlich höher, weil z. B. die Kosten für das US-Atomwaffenarsenal nicht vom Pentagon, sondern vom Energieministerium getragen werden, wie aus dem vorletzten Balken unten rechts in der nachfolgend abgedruckten Grafik zu ersehen ist.

Die ERI-Mittel für die Navy (die US-Marine in Europa) sind wesentlich geringer als die für die Army und die Air Force; sie steigen aber um 78 Prozent von 86 Millionen Dollar im letzten Jahr auf 153 Millionen Dollar. Die Air Force will rund 100 Millionen Dollar in die „Sicherstellung der Lufthoheit“ investieren und auf vorgesehene Einsparungen verzichten.

Dadurch kann sie den Verbleib der Kampfjets des Typs F-15C ihrer 493rd Fighter Squadron auf dem Flugplatz Lakenheath der Royal Air Force (in Großbritannien), den Erhalt von Unterstützungseinheiten und die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit von Waffensystemen sichern. Für die vermehrte Rotation fliegender Einheiten nach Europa will sie 160 Millionen Dollar ausgeben.

Das EUCOM will vor allem mehr Geld für die Sammlung geheimdienstlicher Erkenntnisse aufwenden. Das ist auch dringend notwendig, weil durch die verstärkten geheimdienstlichen Aktivitäten bei anderen Regionalkommandos beim EUCOM großer Nachholbedarf entstanden ist.

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„Wir müssen mehr Erkenntnisse sammeln und stärker überwachen und aufklären, damit wir heraufziehende Krisen früher erkennen und abwenden können,“ betonte Allvin. „wir müssen besser Bescheid wissen, was wo abgeht.“ Wenn der Haushaltsvoranschlag für die ERI beschlossen wird, erhält das EUCOM rund 200 Millionen Dollar mehr für seine gesamten geheimdienstlichen Aktivitäten – einschließlich der mit Flugzeugen und Drohnen.

Das bewilligte Geld muss zwischen den regulären Streitkräften und den Special Operations Forces aufgeteilt werden. In den letzten Jahren hat sich das EUCOM hauptsächlich auf die Verstärkung und Verstetigung der US-Militärpräsenz an der Ostflanke der NATO konzentriert.

Entlang der gesamten Ostgrenze der NATO ist Moskau, was die Anzahl der Soldaten und der Panzer angeht, der Allianz weit überlegen. Das EUCOM hat sich bemüht, diesen Nachteil durch den Ausbau von Häfen, Flugplätzen und Militärbasen in Osteuropa wettzumachen, um im Krisenfall die schnelle Heranführung von Truppen und die Bekämpfung von U-Booten gewährleisten zu können. Im Budgetentwurf sind rund 338 Millionen Dollar für die Fortsetzung dieser Bemühungen vorgesehen. „Mit diesen Maßnahmen haben wir den Transport nach und die Beweglichkeit unserer Truppen in Europa stark verbessert,“ schloss Allvin.

13 Kommentare

  1. Immer dann wenn es sich um die VSA dreht, oder in deren Territorium befindet werden die Namen auch immer in ihre Sprache wiedergeben:
    Air Force statt Luftstreitkräfte
    Army statt Armee
    University…

    usw usf.

  2. Lese immer „russische Aggression“…und sehe nur eine NATO, die Krieg will.

    Nachdem man jahrzehntelang Terroristen unterstützt und ausgebildet hat, sucht man offenbar nun den nächsten Kick.

    An Russland werden sie sich Sie Zähne ausbeißen. Überleben wird das niemand von uns, das sollte jedem NATO-Vasallen klar sein.

  3. das ist die krux
    die ami s glauben ja inzwischen daß sie nach einem erfolgreichen erstschlag gegen die russen relativ unbeschadet als sieger aus so einem krieg hervor gehen würden
    diese ansicht hat sich in den letzten 10, 15 , jahren immer mehr verfestigt
    das wissen die russen natürlich auch
    daher
    es soll ja der russe zu einem präventivschlag ( konventionell )provoziert werden, daran wird ja auch schon länger gearbeitet
    um dann sagen zu können man “ verteidigt “ sich ja nur

  4. Nicht das sich unsere Politverbrecher wundern, wer alles auf russischer Seite kämpft.
    Russland gehört schließlich zu uns, da es Osteuropa ist. Amerika ist seit 1945 der ständige Besatzer und somit der Feind !

    • Ganz nebenbei : mit den „bösen“ Russen haben wir seit .45 einen Friedensvertrag. Mit unseren „amerikanischen Freunden“ befinden wir uns bis heute im Krieg. (Sie brauchen den Kriegzustand, denn nur so dürfen sie uns nach ihren eigenen Gesetzen besatzen).

      Und für die dämlichen Zwischenrufe betreffend des 2+4 Vertrages. Wäre es ein Friedensvertrag, müsste er auch so heißen. Da gibt es nämlich Vorschriften, wie sie ein Vertrag auszusehen hat.

  5. die Russen provozieren niemanden und greifen niemanden an. Das Thema Krim ist verständlich, dort ist immerhin die Schwarzmeerflotte – daher Zugang zum Meer, der durch einen NATO Beitritt der Ukraine verlorengegangen wäre. Da sich die NATO weiter ausbreitet, deutsche Panzer nach Lettland oder Litauen Richtung RUssland rollen würde es mich nicht wundern wenn Putin die Fahrzeuge schickt. Er machts aber nicht, ist zumindest um einiges cleverer als deutsche Poltiiker.

  6. Die USA haben Multim-Milliarden in ihre Kriege gesteckt, Korea, Vietnam, Irak, Afganistan.

    Überall haben sie eine auf die Fresse bekommen.

    Nur der Einsatz von Atomwaffen würde die USA einen Krieg gewinnen lassen. Ich bin mir sicher dass die USA ggf. zur Bombe greifen würden.

    • Das könnten sie natürlich allerdings wäre das Selbstmord. Nach einem Gegenschlag wären die USA ebenfalls nur noch ein einziger Krater.

      • Es sollte endlich jemand die Kraft haben die USA und Israel vom Angesicht dieser Erde zu tilgen…und jeden Sympathiesanten!

        • @ merkel.muss.weg.sofort: „Überall haben sie (USA) eine auf die Fresse bekommen“. Das braucht niemanden zu wundern, dass es so ist. „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen“ – eine Aussage von J. Chr.. Das ist demnach ein göttlicher Grundsatz, der sich immer bewahrheitet oder erfüllt.

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