Die Administration in den USA ändert sich zwar, doch der Umgang mit Moskau bleibt unverändert. Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Joseph Dunford, bezeichnete Russland bei einer Sicherheitskonferenz in Aspen erneut als große Bedrohung. Das gleiche sagte er über Nordkorea, schreibt die russische Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“.

Gegen Nordkorea brauche es dringendste Maßnahmen, wobei das Pentagon Militäraktionen gegen Pjöngjang als Antwort auf das wachsende Atompotential nicht ausschließt. Es ist kein Geheimnis, dass Donald Trump gegenüber Nordkoreas Anführer Kim Jong-un persönliche Antipathien hat. Im April schickte Trump sogar eine Angriffsflugzeuggruppierung mit dem nuklearen Flugzeugträger „Carl Vinson“ an der Spitze vor die nordkoreanische Küste. Anschließend trafen zwei weitere Flugzeugträger mit Tomahawk-Marschflugkörpern vor der koreanischen Halbinsel ein. Allerdings wagte es das Weiße Haus damals nicht, Kampfhandlungen zu starten, obwohl die Frage nach der Zahl der herangezogenen Kräfte und Mitteln gelöst schien.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich bei Trump, für den es äußerst wichtig war, seine Popularitätswerte im Lande zu steigern, um einen Bluff handelte. Laut einer anderen Version wollte Washington sich nicht in den Kampf gegen einen zwar kleinen, jedoch nuklearen Staat hineinziehen lassen. Allerdings zeigte Kim Jong-un keine Angst und testete sogar kurz danach die Hwasong-Rakete, die laut einigen Einschätzungen bis nach Kamtschatka fliegen kann.

Russland zufolge fehlt der Hwasong-Rakete nicht mehr viel für eine Interkontinentalrakete (sie legte nur 930 Kilometer zurück). Auch die Amerikaner bezeichnen sie nicht als unmittelbare Bedrohung für ihr Land, doch ihre Stützpunkte in Südkorea und Japan befinden sich de facto in Reichweite der Rakete. Zudem baut Pjöngjang aktiv sein Raketen- und Atompotential aus, und es gibt keine Garantien dafür, dass Hwasong-14 nicht interkontinentale Parameter erreicht. Die Zeit spielt nicht für die USA und drängt sie zu ambivalenten Beschlüssen.

Wird sich Trump dazu entschließen, es Harry Truman nachzumachen, der im August 1945 einen Atomangriff gegen Hiroshima und Nagasaki versetzen ließ? Dass die USA jetzt am Scheideweg bei der Nordkorea-Frage stehen, zeigt eine ziemlich offene Verkündigung Joseph Dunfords bei der Sicherheitskonferenz in Aspen: „Viele sprachen von der möglichen Anwendung von Militärstärke als etwas Unglaubliches. Ich würde es etwas anders formulieren: Es wäre schrecklich und hätte zu solchen unglaublichen menschlichen Opfern geführt, die niemand von uns gesehen hat.“

Doch andererseits hebt er hervor, dass die Nutzung von militärischen Maßnahmen als Antwort auf die nuklearen Möglichkeiten Nordkoreas nicht als unglaublich erscheint: „Unglaublich ist zuzulassen, dass die Atomraketen Denver, Colorado treffen (…). Deswegen ist es meine Aufgabe, militärische Maßnahmen zu ergreifen, um dies nicht zuzulassen“, so Dunford.

Russland entwickelte eine eigene Roadmap für die Deeskalation des Konfliktes, die einen schrittweisen Verzicht Nordkoreas und der USA auf Drohungen und Provokationen vorsieht. Laut dem stellvertretenden russischen Außenminister Igor Morgulow wurde der Plan unter Berücksichtigung der Ansichten Chinas geschaffen und ist de facto eine Antwort auf die Politik des Weißen Hauses, das sich Pjöngjang als eine der größten Zielscheiben aussuchte. Für eine friedliche Lösung ist auch der südkoreanische Präsident Moon-Jae In, weil er genau weiß, dass, falls sich die USA zu einem Gewaltszenario entschließen, vor allem die koreanische Halbinsel und ihre Einwohner davon betroffen sind.

Falls sich die USA zum Einsatz von Atomwaffen gegen Nordkorea entschließen, sollte sich Russland nicht in den Konflikt einmischen, meint der Politologe Leonid Iwaschow. Auch Sergej Osnobichin vom Institut für strategische Einschätzungen ist dieser Meinung:

„Ich bin mir sicher, dass wir nicht für Nordkorea eintreten werden, diese Zeiten sind vorbei.“

Diese Zeiten sind natürlich vorbei, doch auf der koreanischen Halbinsel befinden sich so viele Atomobjekte und Atomwaffen, darunter US-Waffen, dass die USA im Falle der Entfachung von Kampfhandlungen, nicht Denver und Colorado, um die Dunford so besorgt ist, sondern Süd- und Nordkorea, Japan, bedeutende Gebiete Chinas und des russischen Fernen Ostens radioaktiv verseuchen werden. Falls Washington glaubt, dass Peking und Moskau das alles ruhig beobachten werden, irrt es sich.

Das Atom- und Raketenpotential Nordkoreas ist für Trump natürlich keine militärische, sondern eine politische Frage. Wäre Washington sich sicher, dass Peking und Moskau in dieser Situation neutral bleiben, hätte es Nordkorea schon lange nicht mehr gegeben. Anscheinend gibt es keine 100-prozentige Sicherheit. Dunford bezeichnete Moskau traditionell als große Bedrohung für Washington: „Moskau hat ein Atompotential und kann im Cyberraum vorgehen (…). Unsere Aufgabe ist es, eine Konfrontation mit Russland nicht zuzulassen.“

13 Kommentare

  1. Wir sollten an dieser Stelle schon fair bleiben und bei aller Hochachtung der Staatskunst von Präsident Putin auch die Schwierigkeit der Aufgaben von Präsident Trump würdigen. Über Jahrzehnte hat sich in den USA ein Sumpf von Kriminalität in Form des tiefen Staates ausgebreitet, der mit dem Bild der Amerikaner von ihrem Land absolut gar nichts zu tun hat. Es ist naturgemäß für viele sehr schwer, ohne etwa die Katastrophe eines verlorenen Kriegs dieses Desaster wirklich zu verstehen. Erst der Größenwahn der kriminellen Akteure und das Internet haben dazu geführt, diese Entwicklung überhaupt zu erkennen, da sie von gekauften Mainstreammedien unterstützt wurde und wird. Vor diesem Hintergrund lässt sich der letzte Satz von General Dunford auch anders interpretieren, denn er hat gesagt „einen Konflikt nicht zuzulassen“ und nicht „einen Konflikt sofort siegreich zu beenden“. Es ist wohl auch nachzuvollziehen, dass patriotisch gesinnte Leute in keinem Land der Welt als Soldaten ihren Kopf dafür hinhalten wollen, dass ein krimineller tiefer Staat damit Geschäfte betreibt. Dies kann auch als Widerstand des Militärs gegen den sie gängelnden tiefen Staat gesehen werden. Es ist daher zu hoffen, dass Russland und alle anderen Staaten so schnell wie möglich, alles, was ihre Geheimdienste über die kriminellen Machenschaften des tiefen Staates ermittelt haben, an die Öffentlichkeit bringen. Gleichzeitig wird es nötig sein, wie seinerzeit in Südafrika unter Mandela, der Vielzahl der Mitläufer des tiefen Staates mit großzügigen Amnestien, eine neue Chance zu geben. Dies mag zwar manchem unverständlich erscheinen, ist aber eine wesentliche Voraussetzungen für den notwendigen Rechtsfrieden, natürlich vorausgesetzt auch die Opfer des tiefen Staates erhalten eine ebensolche Genugtuung. Parallel dazu ist es auch erforderlich, den eigenen Patriotismus so zu verstehen, dass er auch den der Menschen in anderen Ländern anerkennt und als Grundlage des notwendigen Interessenausgleichs und der gegenseitigen Rücksichtnahme versteht.

  2. Wenn man nicht den gleicher Fehler machen will wie in Lybien bleibt es Rußland oder China nicht anders übrig als einzumischen.

  3. Wenn diese Schweine Nord-Korea in Ruhe lassen würden, dann würde Nord-Korea auch keine Atomwaffen und Rakezten bauen.
    Ein Land, das aber Atombomben hat, ist zumindest relativ sicher vor den USA und damit vor der kasharischen Mafia und anderen irren Psychopaten,(Wenn man das so doppelt benennen kann), die da mitmachen!
    Scheiß USA! Die Völker wollen einfach Frieden, also lasst sie in Ruhe, keiner will Eiure Scheißspiele noch!
    Verpisst Euch ins Nirvaner Ihr kranken Subjekte!

    • Bolschewisten – und zu denen kann man getrost den fetten KIM rechnen wollen nur das Eine.
      Und das lehrte uns Deutschen schon recht schmerzhaft das Väterchen Stalin, der größte Lump der Welt.

  4. Wenn eine Nation den 3.WK verhindern kann, so ist dies Russland gemeinsam mit China, denn USA und EU sind geradezu blind und haben jegliche Diplomatie verloren !!!

  5. Die Leistungsstärke der Technologie des US-Patent-Number: US 8,981,261 B1 konnte Extrem Gesteigert werden, Da werden sich Viele JA noch Wundern !!
    Aber Keine Angst Russland und CHINA arbeiten auch an dieser Zukunftstechnologie !!
    Da wird NordKorea Nicht’s passieren, Ausser eine Waffen-Tests in NordKorea, die weiter gemacht werden !!
    Ich würde Mehr Achten auf den Iran und Deutschland !!

  6. hätten die Blöden nicht gegen Rußland auch noch Sanktionen verhängt, hätten sie einen Verbündeten mehr! Aber dafür sind sie sehr klug.
    Seit Jahren versuche ich auf Frieden, auch damals bei den Schwarzen zu setzen, weil wir in Europa bis jetzt schon Mrd.-en in zweistellige Größe
    verloren haben, gerade durch die Sanktionen, nur Frieden kann uns noch retten, weil die Flüchtlingskrise uns jetzt schon ruiniert hat….
    Mutti hat heute gewonnen, ob das so bleibt, ist sehr fraglich…..

    • Der sog. „3. Weltkrieg“ ist längst da!!! Er läuft seit mindestens 2001, wo die USA ihre eigenen Türmchen gesprengt haben, so wie sie auch einst ihre „Lusitania“ selbst versenkten!

  7. Kim Jong Un vernichte diese arschlöcher, WMF, Federaljewscheße, Tempelscheißberg, UNO, NATO, diese flachärsche die hir meinen Gott zu Spielen.
    Radiere dieses Pack weg.

    • Ein vernünftiger Umgang steht nicht im Interesse der Waffenindustrie und des völlig kaputten Finanzsystems.

      USA empfindet jeden als Bedrohung, der sich anschickt sich zu wehren.

      • Wohl Wahr!
        Die Arroganz und Überheblichkeit von der USA, EU und Israel ist einfach zum Kotzen, aber Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall.
        Viele große Reiche sind deswegen untergegangen und man sieht ja Heute was aus denen (Babylonier, Griechen, Römer, usw,) geworden ist.

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