In einem aktuellen Beitrag auf The Intercept zeigt Jon Schwarz, dass Nordkorea in den vergangenen Wochen – und bereits seit mindestens 2005 – immer wieder verkündet hat, dass das Land auf Atomwaffen verzichten würde, wenn die USA ihre feindselige Politik und nukleare Drohungen gegen das Land beenden würden, und dass die westlichen Mainstreammedien diese Tatsache gezielt unterdrücken.

ARD tagesschau 07.08.2017 – Linda Zervakis verbreitet einmal mehr Propaganda, die sich nur in Form und Inhalt von der Propaganda Nordkoreas unterscheidet, nicht aber im Vorsatz, die eigene Bevölkerung irrezuführen

Wer die „Berichterstattung“ der öffentlich-rechtlichen Anstalten in den letzten Wochen aufmerksam beobachtet hat, der weiß, dass diese gezielte Täuschung der Öffentlichkeit auch in Deutschland der Normalfall ist. Weder die abendlichen „Nachrichten“ noch die Webseite der tagesschau haben über die diesbezüglichen offiziellen Statements von Kim Jong Un, seinem Außenminister oder anderen Offiziellen informiert. Was für die ARD gilt, gilt gleichermaßen für die staatliche Propaganda des ZDF.

Besonders skandalisiert wurde Nordkoreas Raketentest am 4. Juli, dem nationalen Feiertag in den USA. In der transatlantischen Medienkampagne wurde komplett ausgeblendet, was Kim Jong Un an diesem Tag in einem Statement sagte:

„Nordkorea wird weder seine Atomwaffen und ballistischen Raketen auf den Verhandlungstisch über was auch immer legen, noch einen Zentimeter von seinem gewählten Weg zur Stärkung der Nuklearkräfte abweichen, so lange nicht die feindselige Politik und nukleare Bedrohung Nordkoreas durch die USA definitiv beendet sind.“

Die gleiche Formulierung verwendete der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho drei Tage später bei einer Rede in Manila, nachdem die UN neue Sanktionen gegen das Land verkündet hatten.

Über die Sanktionen wurde in den Mainstreammedien genauso zeitlich ausführlich und inhaltlich einseitig berichtet wie über die Raketentests. Die Worte des nordkoreanischen Außenministers wurden dabei allerdings genauso totgeschwiegen wie zuvor das Statement des Staatsführers Kim.

Stattdessen sendete die ARD in ihrem Propagandaflaggschiff tagesschau am selben Abend nur die Aussagen eines Regierungssprechers, den man zwischen Tür und Angel abgefangen hatte, die aber die westliche Propagandalinie bestärkten, denn in seinem nicht vorbereiteten Statement kam der Hinweis auf die Bedrohung durch die USA und die Absicht Nordkoreas einzulenken, wenn die USA einlenken, nicht vor.

Linda Zervakis: „Nordkorea will trotz der Appelle, Atom- und Raketentests einzustellen, an seinem Nukleraprogramm festhalten. Die Führung in Pjöngjang wies Gesprächsangebote von Südkorea als unaufrichtig zurück. Zudem drohte das Land mit Vergeltung für die jüngsten UN-Sanktionen. Auf dem ASEAN-Gipfel in Manila war Nordkoreas Außenminister gestern mit seiner Südkoreanischen Amtskollegin zusammengekommen. Das Gespräch blieb jedoch ohne erkennbares Ergebnis.“

Philipp Abresch: „ASEAN-Treffen in Manila – es war der Tag des Händeschüttelns… Alle waren sich irgendwie einig, bis auf einen: Nordkorea. Gestern Abend beim Galadinner hatte Südkoreas Außenministerin versucht, mit ihrem nordkoreanischen Kollegen zu sprechen, über Raketen, Atomtests und Frieden in Korea. An sich eine kleine Sensation, wäre sie nicht abgeblitzt. ‚Wir werden niemals über unser Atom- und Raketenprogramm verhandeln‘, weist Nordkoreas Sprecher alle Gesprächsversuche von sich. ‚Wir werden keinen Zentimeter weichen. Wir werden unsere atomare Bewaffnung weiter stärken.‘

… Auch am Ende reichen sich alle die Hände. Die USA, Russland, China – sie sind sich einig. Sie wollen Nordkorea mit Hilfe der Sanktionen endlich an den Verhandlungstisch zwingen. Nur Nordkorea zieht bisher nicht mit.“

Warum Nordkorea nicht „mitzieht“ ergibt sich aus den von Abresch und den anderen ARD-Verbrechern unterschlagenen Informationen. Statt den nordkoreanischen Außenminister zu zitieren, wird nur sein Sprecher vorgeführt, wie er zwischen Tür und Angel genau das sagt, was die westliche Propaganda hören und verbreiten will.

Aus der Sicht Nordkoreas geht die Aggression allerdings von den USA aus, die das Land nicht nur jahrelang mit Bombenteppichen regelrecht umgepflügt und 20 bis 30% der Bevölkerung massakriert, sondern Nordkorea nach Ende des heißen Krieges ihrerseits jahrelang mit Aomwaffen bedroht hatten. Fakten, die man in der GEZ-finanzierten Propaganda aus verständlichen Gründen heute genauso wenig erfährt, wie die wiederholten Forderungen Nordkoreas an die USA, ihre fortgesetzten Drohungen und Bedrohungen gegen das Land einzustellen.

Zuletzt hatte der nordkoreanische Gesandte Ju Yong Chol am 22. August während der UN-Abrüstungskonferenz in Genf erneut die hier dargelegte Position des Landes bekräftigt. Selbst Reuters hatte darüber berichtet und im Wortlaut zitiert:

„The measures taken by the DPRK (North Korea) to strengthen its nuclear deterrence and develop inter-continental rockets is justifiable and a legitimate option for self-defense in the face of such apparent and real threats,” Ju told the Geneva forum, referring to “constant nuclear threats” by the United States. (…) As long as the U.S. hostile policy and nuclear threat remains unchallenged, the DPRK will never place its self-defensive nuclear deterrence on the negotiating table.”

Dass ARD und ZDF auch diese Information unterschlagen haben, wundert nur noch, wer diese Lügensender für „unabhängig“ oder „objektiv“ hält.

5 Kommentare

  1. Habe doch gerade heute – bei NTV glaube ich – unten als Spruchband gelesen, Trump lehnt Gespräche mit Nordkorea ab.
    Wäre Nordkorea nicht hochgerüstet, könnte es Kim Jong Un leicht ebenso ergehen wie s.Z Gaddhafi und Saddam Hussein. Welcher Staatsmann und welches Land haben schon Lust, einem solchen Beispiel zu folgen? Libyen und Irak nun verwüstet und im Chaos, wie jeder weiß.

  2. Wo sie einerseits Recht haben, andererseits steht da in der Schlagzeile nur daß Nordkorea nicht verhandeln wird solange die VS ihre findseelige Haltung gegenüber dem Land nicht ändern. Die Erfahrung lehrt allerdings daß man Kommunisten nicht trauen kann, und Nordkorea ist letztlich erst als die VS unter Clinton, Bush, und Obama wesentlich nachgiebiger mit dem Land umgingen zur „Atommacht“ aufgestiegen.
    Das man mit Nordkorea über nukleare Abrüstung verhandeln könnte ist ein Hirngespinnst, wer sie einmal hat behält sie auch – bis zum bitteren Ende falls nötig.
    Hinzu kommt daß ja nicht die Rüstung selbst der Grund für die amerikanische Aggression ist, sondern der zunehmend provozierende Ton aus Pjöngjang innerhalb der letzten Jahre. Den Vereinigten Staaten hier vorzuwerfen einseitig zu eskalieren ist sicher nicht angebracht, im Gegenteil die Reaktion hat viel zu lange auf sich warten lassen.
    Daß die Staatsmedien das jetzt wieder auf auf Propagandaschiene biegen und für zukünftige Eskalationen vorbereitend präsentieren ist ja klar, für jemanden der sich im Internet informiert ist das ja alles ein inzwischen gut wiedererkennbares Schema.

    • Kommunisten kann man nicht trauen, ok, aber neoliberalen Kapitalisten des militärisch-finanziellen-medialen Komplexes? Bush 2001 reihte Nordkorea in die Axis of Evil. (Nicht einmal im sog. Mittelalter wäre ein „christlicher“ Fürst auf die Idee gekommen, einen anderen als „evil“ zu bezeichnen! ) 2006 zündeten Nordkoreaner „ihre“ erste Atombombe mit technischem Know How aus Pakistan. Verwunderlich? Schon mal was vom Nordkoreakrieg, 50 – 53 gehört? Die US-Air-Force hat damals das Land teilweise dem Erdboden gleichgemacht, übrigens mit Unmengen Napalm. Der Krieg „endete“ mit Waffenstillstand, Kenner wissen, was das heisst.

  3. Die Agression ging schon immer von den USA aus Und wenn ein Klügerer nachgibt, gibt es dafür keine Vorgehenweise bei den Agressoren. Die wollten an die Bodenschätze und einen Brückenkppf an der Chinesischen Grenze und wenn dieser Plan vereitelt wird oder durchkreuzt wird, dann ist der, der nachgibt automatisch wieder der Agressor. So sehen die USA das und in unseren USA Medien. Daher die Nachrichten Unterrückung. Das war ja nicht schwer zu erraten.

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