Im Nivea-Shop noch Betrieb, drüben leuchtet das Alsterhaus, daneben Apple, es ist die edelste und teuerste Lage Hamburgs, und die Leute, die sich hier versammelt und gegen die Regierung von Schlepperkönigin Angela Merkel demonstrieren, sehen so aus, als würden sie normalerweise hier einkaufen.

von Matthias Matussek

Kein Durchkommen, und ich bin bereits zu spät. Hamburgs Innenstadt ist abgeriegelt. Blaulichter, Polizeiwannen, Hundertschaften mit Schlagstöcken an der Koppel. Und warum? Weil eine Dame aus dem Umland vor zwei Wochen begann, mit einem Schild auf Hamburgs Jungfernstieg auf- und abzulaufen. Auf ihrem rosafarbenen Schild stand: „Merkel muss weg“.

Letzte Woche waren es bereits 60, die sich dazugesellten, heute abend, das ist die Schätzung, als ich eintreffe, sind es rund 200. Flackernde Blaulichter rund um die Binnenalster. Bekannte Gesichter in dieser Gruppe aus Wintermänteln und Anoraks, die sich hier versammelt hat.

Ein Fotograf, den ich aus einem Gospelgottesdienst in St. Pauli kenne. Da ist ein Hochschulprofessor, daneben ein Psychotherapeut mit seiner Frau, ein Anwalt mit Seidenschal. Sie umringen die schmale Frau mit den großen braunen Augen, die diese Sache initiiert hat: Uta Ogilvie, sie ist in Begleitung ihres alten Vaters.

Sie ist nervös und hat allen Grund dazu. Letzte Nacht wurde ihr Haus angegriffen, Parolen wurden geschmiert, Steine flogen durchs Fenster ins Kinderzimmer. Heute abend passt ihr Mann auf die Kinder auf, ein Wachdienst ist aufgestellt, sie demonstriert.

Brüllkonzerte von jenseits der Polizeikette. Die Antifa hat mobil gemacht. Kurz vorher, so ist zu hören, haben die Aktivisten das SPD-Haus am Berliner Tor gestürmt und ein Banner aufgehängt mit dem Spruch: „Blut an euren Händen.“ Das ist keine Fiktion, das ist Realität, die mir ein Polizeisprecher bestätigt.

Uta Olgivie erzählt, dass sie mit ihrem Vater Spießruten gelaufen ist, als antifaschistische Kampfeinheiten sie und ihren alten Vater mit dem Plakat entdeckt haben. „Merkel muss weg“ – ganz klar, eine Naziparole. Dann sind sie geflohen. Während wir dort stehen, in Höhe des Nivea-Flaship-Stores, reicht einer die Schlagzeile der Hamburger Morgenpost herum. Da steht tatsächlich, gewaltsüchtig, gewaltinhalierend, gewaltschlürfend: „Knallt es heute in Hamburg? 300 Linke demonstrieren friedlich – Rechte starten bald.“

Das ist deutsche Realität: Eine Frau ist mit der Regierung unzufrieden und protestiert, indem sie ein Schild hochhält. Dann kommen die linken Schlägertrupps, die über verschiedene Gegen-rechts-Töpfe von verschiedenen Ministerien subventioniert werden, mit Kapuzen und krawallsüchtiger Dummheit im stieren Blick. Dazu die Zeile des Boulevardblattes „MoPo“, das tatsächlich die Frechheit besitzt, von „friedlichen Linken“ und „Rechten“ bzw. „Neo-Nazis“ zu texten.

Das alles gleichzeitig wie in einem kubistischen Bild von Picasso, Türme aus Bedeutungen und Zeichen, nichts passt zusammen, jedes Bauteil rennt mit der eigenen Wahrheit davon. Wenn ich es nicht selber erlebt hätte, würde ich es nicht glauben. Die ganze Sache ist so schamlos verdreht, so offen gelogen, dass das ehrwürdige Wort von der Lügenpresse hier zu kurz greift. Das geht schon in Richtung Anstiftung zur Gewalt. Wir unterhalten uns. Was sich da entlädt, frage ich den Psychotherapeuten? „Wo jetzt? Da hinten?“ Er deutet in Richtung Gegröle.

„Da würde ich sagen, die sind auf dem Entwicklungsstand von Vierjährigen stehengeblieben.“

„Aber sie sorgen dafür, dass die halbe Stadt abgeriegelt wird, sie haben Macht“.

Der Therapeut nickt. Was nützen solche Diagnosen. „Mein Kollege Maaz hat das ja sehr gut beschrieben, aber da hört ja keiner hin.“ Tatsächlich spüre ich deutlicher als je zuvor, wie sich eine ideologische Folie über die Wirklichkeit gelegt hat, unverrutschbar. Die „Neonazis“ sind keine, genausowenig wie die prügelbereiten „Antifaschisten“ tatsächlich welche sind, und der Protest einer Dame aus dem Umland gegen die Regierung ist alles andere als rechts.

Warum lügt das Boulevardblatt so offenkundig, so schamlos? Was treibt die Redakteure? Was ist der Lohn für die Verdrehungen? Die Bestätigung des eigenen Weltbildes? Ein Schulterklopfen vom Ressortleiter? Und welches geschlossene Weltbild hat der?

Ich unterhalte mich mit dem Bauern aus Mecklenburg, der hier in Hamburg arbeitet. Tasächlich scheint es so, dass uns die im Osten eines voraus haben: ein Sensorium für das Falsche. „Wir haben das viel früher gemerkt“, sagt der Bauer, „weil wir trainiert sind im Umgang mit der Lüge durch Regierung und Presse.“

Der Anwalt nickt versonnen vor sich hin und zupft seinen Seidenschal zurecht. Vor einem schwarzen Holzkreuz, das ein Student hält, steht ein Lehrer mit seiner Frau, sie diskutieren über das Christentum, das keinen Halt mehr garantiert.

„Es wird ja schon seit einiger Zeit eine neue Ethik entwickelt…“, „so ein moralischer Universalismus“, ergänzt die Frau, „das hat nichts mehr mit dem Christentum zu tun, das dient nur noch als politische Waffe.“

„Dazu gehört die Umbenennung vetrauter Begriffe“ sagt der Mann, „aus Volk wird: Diejenigen, die schon länger hier leben.“ Man merkt ihnen an, dass sie schon oft darüber geredet haben, vielleicht bis zum Überdruss.

Es ist kalt. Atem steht vor den Mündern, im Nivea-Shop ist noch Betrieb, drüben leuchtet das Alsterhaus, daneben Apple, es ist die edelste und teuerste Lage in Hamburg, und die Leute, die sich hier versammelt haben, sehen so aus, als würden sie normalerweise hier einkaufen.

Und sie sehen aus, als käme es ihnen unwirklich vor, dass sie nun hier stehen und ja, dass sie protestieren gegen eine unendlich entfernte Regierung. Für viele dürfte es die erste Demo sein. Feines Hamburger Bürgertum. Sie reden über Merkels Auftritt im ZDF vom Vortag.

„Sie hat sich für weitere vier Jahre das Vertrauen ausgesprochen“, sagt einer sarkastisch. Verzweifeltes Gekicher.

„Die große Koalition ist jetzt bei 47 Prozent.“
„Die CDU bei 23, ohne CSU.“
„Und die islamischen Migranten strömen weiter über die Grenze.“
„Kohl hätte das nie gemacht.“
„Wer soll die durchfüttern, unsere Kinder?“
„Die haben doch schon genug zu stemmen.“
„Können die in Berlin nicht mehr rechnen?“
„Die Schulen packen das nicht mehr, in Berlin gibt es Drittklässler, die nicht lesen können.“

Sie stehen und reden, diese „Neonazis“ von Hamburg. Sie sehen aus, als wollten sie schreien und wüssten gleichzeitig, dass sie niemand hört. Als stünden sie hinter Panzerglas: Da ist kein Durchdringen zur Scheinwirklichkeit der politischen Klasse, die in Berlin mit ihren Glasperlenspielen beschäftigt ist.

Aber manchmal genügt ein einziges Protestplakat, um die halbe Stadt lahmzulegen.
Nach rund einer Stunde dieser demokratischen Freiluftübung wird die Bitte der Polizei durchgesteckt, dass sich alle sammeln, damit sie in Bussen unbeschadet aus der Gefahrenzone gebracht werden können. Ich lerne: Eine „Gefahrenzone“ besteht aus Bürgern, die mit der Regierung nicht zufrieden sind und sich versammelt haben. „Bitte bleibt alle zusammen“, ruft die zarte Uta Ogilvie, „bitte, alle, folgt der Polizei!“
Demokratie in Deutschland.

Auf dem Weg zurück zu meinem Auto passiere ich vor dem „Vier Jahreszeiten“ ein älteres Paar, er in Kashmir, sie im Pelz mit einem kleinen Hündchen an der Leine. Ich frage: „Wissen Sie, warum die Polizei hier alles abgeriegelt hat?“ „Na wegen den Rechten“, sagt der Herr im Kashmir, „da drüben, da demonstriert Pegida!“

„Ich komm gerade von da, ich hab keine Rechten gesehen.“

Da mischt sich ein versprengter Antifa-Kämpfer ein, offenbar auf dem Weg in den Feierabend: „Doch, hundert pro, das sind die Pegidas, voll die Rechten.“ Aber das ist dann schon die Verfestigung für die Nachbearbeitung, die Mythenbildung.

13 Kommentare

  1. meine meinung, zuerst den schwarzen block an die wand stellen, dann die verbrecher der mopo. entweder wir werden islamisiert oder wir verteidigen uns als patrioten. der staat lässt das volk untergehen, das garantiere ich.

  2. Es tut mir in der Seele weh und es schreit das Herz, wenn ich sehe, was in und mit Deutschland geschieht.
    Die Machtgierigen der Altparteien ruinieren das Land ohne mit der Wimper zu zucken.

  3. Faschismus kennt keine Farbe, Ideologie oder Religion. Man kann alles missbrauchen, um einen Faschismus auf zu ziehen. Der linke Faschismus ist der wohl schlimmste, kommt er doch im Gewand von Frieden, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit daher, auf den ersten Blick als solcher kaum zu erkennen. Was aus dem jedoch entsteht kann, sehen wir an zb Erich, Mao oder Stalin. Und das ist nichts anderes, als es den „Nazis“ vor geworfen wird. Momentan leidet unser Land und Volk am Faschismus des Kapitals. Milliardäre entscheiden die Marschrichtung und bezahlen ihre politischen Marionetten, deren Vorstellungen hier in Recht und Gesetz durchzusetzen. Das es sich dabei ausschließlich um Milliardäre jüdischen Glaubens handelt, ist mehr als dubios. Nennt man dann dieses Faktum beim Namen, so landet man sofort in der rechten Ecke. Naja, ich setze mich da mit meinem Arsch drauf und bleibe Patriot.

  4. Die Insassen von Auschwitz waren die 240000 Kommunistischen Provokatöre , die in Berlin eine Revolution
    nach Russischen Vorbild vom Zaun brechen sollten, alle wurden von Rothschild bezaht , und mit Waffen versorgt. Das zufällig 99% davon Zionisten waren, die auf Befehl von Londoner/Ami- Bankstern handelten , ist ebenso vergessen worden, wie die Tatsache, das die Inhaber dieses Arbeits-lagers, das erst errichtet wurde,
    nachdem 3 Faschistische Zionisten Bankster Deutschland verlassen haben, und Deutschland 33 den „totalen
    Krieg“ erklärt“. —-Die Zionisten haben dem deutschen Volk also 6 Jahre, vor „dem Überfall“ 39 auf Polen den Krieg erklärt, und erst mal feige wie sie nun mal sind, ein Totales Embargo angehängt, an dem nur 2-3 Mio.
    Deutsche jämmerlich verhungert sind,—-es gab also einen Grund für ARBEITSLAGER.
    JEDER ARBEITER ERHIELT SCHWERARBEITER -ZULAGE (Also DOPPELTE RATION – DIE DEUTSCHEN NUR DIE HUNGER-RATION ), WAREN, KRANKEN-, RENTEN UND UNFALL-VERSICHERT. “ Was man nicht machen würde,
    wenn man sie sowieso umbringen wollte, —-aber Denken ist nicht die Stärke der von London aus gesteuerten ANTi-Fa, denn der MI5 hat nach dem Krieg die Antifa, die Gewerkschaften gegründet. Es ist also nicht erstaunlich, das die Stasi – Schläger , die schon an der Startbahn West einen bleibenden Eindruck
    „schwarzer Block'“ jetzt für Rothschild privater Meuchelmörder- truppe CIA gelandet sind, wo auch
    die 3 CD aus dem Stasi -Hauptquartier in der Normannen , nachdem die „deutsche Polizei“ mal wieder Amts-hilfe für rassistische Faschisten geleistet hat, indem sie das Gebäude bewachten, bis die Stasi-Offiziere
    alle Akten vernichtet haben.
    Diese Profi- Einzelkämpfer werden jetzt von IM-Erika auf Demokraten gehetzt.
    Also Freunde der „weichen Hand“ , seid liebenswürdig.

  5. Ich wünschte mir, wir hätten in Deutschland wieder Konzentrationslager mit nur einem Unterschied zu den Lagern der Nazis- hinten steht KEINE Gaskammer. Aber alles andere wäre ähnlich- kalte Baracken, wenig und schlechtes Essen, Demütigung, Schmerz, harte Arbeit, Entmenschlichung. Und ich wünschte mir, dass die selbsternannten Antifaschisten in diese Lager kämen und zu lernen, was Faschismus wirklich ist. Wenn sie das am eigenen Leib gelernt haben dann werden sie vielleicht begreifen, dass sie es sind, die heute faschistisch sind und nicht Frau Ogilvie und die Menschen, die sie in Hamburg begleitet haben. In solche Lager gehören aber nicht nur die Steinewerfer, Schläger und Beschmierer sondern auch alle, die sie politisch und finanziell unterstützen. Dort werden sie lernen, dass Menschen, die sich Sorgen um die eigenen Zukunft und die ihrer Kinder machen keine Nazis und damit auch keine Faschisten sind.

    • Beim Durchforsten des Netzes bin ich immer wieder mal so ganz nebenbei auch auf andere Dinge gestoßen, von wegen Lüge, Verdrehung von Tatsachen, auch in der Geschichtsschreibung, etc…
      Und wissen Sie, was sich dann irgendwann mal für eine Gewissheit ergeben hat :
      Die ‚echten‘ Nazis hatten in ihren ‚echten‘ Konzentrationslagern AUCH KEINE GASKAMMERN !
      Aber das nur so nebenbei….

  6. Mit Wendehals Kasner ist das kein Problem. Diese Roten Faschisten sind bei der gerne gesehen. Haben die den gleichen schäbigen Charakter wie IM ERIKA.
    Pack verträgt sich und Pack wird gemeinsam die Wende vollziehen. Auf in den Roten Untergang mit Merkel und ihren Gefolgsleuten. Alle gehören vor ein ordentliches Gericht wegen Volksverhetzung und Zerstörung dieses Landes.

    • Die Frage ist nur, wer soll dann den „Röhm- Putsch“ machen und wollen wir dann die SS, die sich daraus entwickelte wirklich wieder haben?

  7. Ist schon nicht verkehrt, wenn verstaerkt auch „keinen Neonazis“ zu Bewusstsein kommt,
    dass die „Bundesrepublik Menschland“ NICHT REFORMIERBAR ist.

    • B.Brech,ich weis das sie vor Wut Schaum vor dem Mund haben,wenn ich sage das wir wieder Neonazis haben müssen,denn unsere arschkriechende US/Isr Reg. treibt uns ja dazu. Da können sie gar nichts daran ändern,auch wenn sie noch soviel Wut im Bauche haben. Und wie wir Reformierbar sind,es dauert nicht mehr lange.

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