Geht der Plan von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf, sind die Vereinigten Staaten von Europa nicht mehr fern. Gelenkt würde das vereinigte Europa dann von Paris aus – ohne dass Macron jemals ins Amt eines EU-Präsidenten gewählt worden wäre.

Die Reste nationalstaatlicher Unabhängigkeit der EU-Länder sollen sich nach dem Willen des französischen Präsidenten in einem „gemeinsamen politischen Raum“ auflösen. Auf die naheliegende Frage, wozu Macron und die Seinen sich auf so ein riskantes Abenteuer einlassen sollten, gibt es mehrere Antworten.

Frankreichs Geldnot ist eine davon. Das ambitionierte Wirtschaftsprogramm des französischen Präsidenten erfordert ungeheure Mengen an Fördermitteln, weshalb Macron bereits mehrfach ein ausgeklügeltes Konzept vorschlug: Die EU gibt für die eigenen Mitglieder mit großem Finanzbedarf Staatsanleihen aus, für die dann alle europäischen Länder nach ihren jeweiligen Möglichkeiten haften. Im Grunde sollen so die deutschen Steuerzahler die Versprechen finanzieren, die Präsident Macron den französischen Wählern gegeben hat.

Ein weiteres Motiv der französischen Führung ist der feste Glaube eines Teils der europäischen Elite daran, dass nur ein „geeintes Europa“ mit einem „Anführer der freien Welt“ Russland und dem russischen Präsidenten Putin entgegentreten könne.

Die Führungsrolle in der „freien Welt“ hatte Hillary Clinton für sich beansprucht. Sie hat jedoch gegen einen Trump verloren, der die Wirtschaftsinteressen seines Landes mehr schätzt als die Ziele einer supranationalen Polit- und Wirtschaftselite. Also wurde diese Rolle Angela Merkel zugedacht. Sie hat sich jedoch als nicht hart genug gegenüber der russischen Führung erwiesen.

Da sieht Macron schon deutlich aussichtsreicher aus: Er hat viele (mitunter viel zu viele) Ambitionen. Er spricht unablässig von der Notwendigkeit, dass Frankreich und Europa in die große Geopolitik zurückfinden. Und er würde sich allzu gerne in einem Wettkampf mit Trump und Putin ausprobieren.

Macrons Problem ist allerdings, dass er keine ausreichenden wirtschaftlichen und politischen Ressourcen hat, die für einen solchen Wettkampf nötig wären. Aber dieses Problem versucht er gerade zu lösen, indem er sich zum nichtgekrönten König der ganzen EU erhebt.

Um die Macht über EU-Strukturen zu erlangen, braucht der französische Präsident die Kontrolle über das Europaparlament. Damit würde ihm wiederum ein mächtiger Hebel zur Einflussnahme auf die EU-Kommission – das Regierungsorgan der EU – in die Hand gegeben.
Dabei will und kann Emmanuel Macron das Amt des französischen Präsidenten nicht aufgeben, was bedeutet, dass er das politische System der EU „hacken“ müsste. Dieses ist nämlich von Anfang an so ausgelegt worden, dass kein europäischer Staats- und Regierungschef zeitgleich ein gesamteuropäisches Machtorgan kontrollieren kann.

Gewisse Erfolgschancen kann man Macrons Vorhaben nicht absprechen – einige schwer überwindbare Hindernisse gibt es auf seinem Weg jedoch auch. Das größte: Der Widerstand jener EU-Eliten, die im Falle der Umwandlung der Europäischen Union in eine quasiföderative Struktur ihren ganzen politischen und wirtschaftlichen Einfluss verlieren. Das nationale Establishment in Österreich, Ungarn oder Italien wird sich Macron mit Sicherheit in den Weg stellen – bis hin zur offenen Spekulation über den Austritt aus der EU, sollten die Pläne des vereinigten Europas greifbare Wirklichkeit werden.

Das größte Problem dieser gigantischen Pläne des neuen Napoleon der großen französischen Politik ist aber der Umstand, dass sie mit dem Vorhaben eines vereinigten Europas unter deutscher Führung partout nicht in Einklang zu bringen sind. In einer „Bundesrepublik Europa“ ist wenig Platz für einen ambitionierten Investmentbanker mit herrschaftlichen Manieren. Also wird die neue deutsche Bundesregierung nach politischen und administrativen Hebeln suchen, mit denen sie Macrons Griff nach der Alleinherrschaft über Europa vereiteln kann. Und sie wird diese Hebel mit Sicherheit finden.

Der einzige Weg, eine tiefe deutsch-französische Spaltung zu überwinden, die eine Zerreißprobe für die gesamte EU wäre, ist eine Form von Kompromiss zwischen Paris und Berlin. Gut möglich ist, dass man nach guter alter europäischer Sitte erst nach einem kräftigen Streit zum Kompromiss kommen wird. Diesen Streit werden wir sicherlich in allernächster Zeit im politischen und medialen Raum beobachten können.

Vorwürfe gegen Russland werden da nicht ausbleiben: Die Europäer werden mit Leichtigkeit Moskau dafür verantwortlich machen, dass die europäische Einigkeit erschüttert ist. Das ist inzwischen auch eine europäische Sitte. Was Moskau unter diesen Umständen tun kann, ist abzuwarten, wie die innereuropäische Fehde ausgeht. Je mehr blaue Flecken Paris und Berlin einander verpassen, desto einfacher wird es für Moskau sein, sich mit den beiden in wichtigen Fragen zu einigen.

17 Kommentare

  1. Macron ist bekanntlich ein früherer Gefolgs Hollandes. Wenige rbekannt ist, dass er dessen Interessen mehr oder weniger heimlich weiter verfolgt.

    Natrürlich braucht er dringendst unser deutsches Geld um seien ambitionierten Ziele auch nur halbwegs verfolgen zu können. Ein Radfahrer bei uns hat ja zum Glück aufgrund seines unglaublich dummen und rücksichtslosen Verhaltens schon selber seinen Abschied nehmen müssen. Was aber wird der Nächste spendieren, dessen Name und vermutlich auch dessen Handeln sehr ähnlich aussehen dürfte?

  2. Ich habe absolut nichts gegen friedliche Nachbarschaft!!!

    Aber bei der sog. „Freundschaft“ Deutschland (bzw. dessen, was davon übrigblieb!!!) und FRankreich ging es seit dem Ende des 2. WK AUSSCHLIESSLICH um die Ein- bzw. ANbindung Deutschlands, um das „Nicht-mehr-selbst-entscheiden-lassen“ und Aussaugen der Wirtschaftskraft, nicht nur durch den Erzfeind Frankreich!

    Ich weiß und finde es toll, dass heute deutsche und französische Jugendliche sich evtl. mögen und verabreden und austauschen und gegenseitig besuchen…! Aber eine deutsch-französische „Freundschaft“ existiert nur auf politisch befohlenem Parkett als eine der vielen Propaganda-Lügen dieser Welt!

  3. Dieser Deus ex machina , genannt Macron wird so wie andere Politiker im Hades der Geschichte verschwinden und das ist gut so.

  4. Die Macronette möchte regieren, Europa regieren, das hat er von Anfang an deutlich gemacht. Dass DE das finanziert, ist nichts neues. Die permanente Klammheit Frankreichs hat uns den Euro beschert, Kohl war nicht von vorn herein dazu bereit. Aber seine Lakaien haben ihn weich geklopft, Frankreich rettet sich seit Kriegsende durch deutsches Geld.

  5. Großhirnvergifteter Rothschildzögling dieser selbsterannte neue französische Sonnenkönig. Verflucht seist du bis ins letzte Glied deiner Nachkommschaft …

  6. Die einzige wirkliche Chance die Europa hat beständig in Frieden zu leben und Souverän zu agieren ist die Einbeziehung Russlands in unser Wirtschaftssystem auf Armlänge!!! Erst wen Europa geschlossen seinen Weg geht ohne Geostrategische Anweisungen von nicht Europäern wird für uns und die Welt Wohlstand und Frieden möglich sein.

  7. Sehr geehrte Damen und Herren,

    seien Sie sich gewiss, diesmal haben die Deutschen sobald diese aufstehen , und das werden wir, einen Verbündeten, die Französische Bevölkerung.

    Die haben genauso die Schnauze voll von Ihren Regierenden wie wir hier.

    Dies ftrifft auch auf die Spanier die Italiener die Iren und alle anderen zu.

    Die wissen wie wir , wer die Verräter sind, keine Sorge.

    Dieser herr kann sich dann unter seines gleichen im Gefängnis schminken lassen,

    Hochmut kommt vor dem Fall, und die fallen tief!!!

    • Die deutsche und französische Bevölkerung verbündet? Und das womöglich noch mit anderen europäischen Völkern? Ein schöner Traum, doch dem steht die Realität entgegen:
      Zum ersten die sprachlichen Hindernisse: wer spricht hier schon französisch, wer in Frankreich schon deutsch?
      Zum zweiten die fehlende politische Organisation. Während die Eliten sich längst verbündet haben, sind sich die Völker fremd und bis auf ein wenig Schüleraustausch auch fremd geblieben.

      Es fehlt ganz offensichtlich eine politische Organisierung der europäischen Völker, die ihre Interessen außerhalb der hoffnungslos korrumpierten bestehenden Institutionen vertritt. Meist fehlt es ja schon am Bewusstsein dieser Notwendigkeit.

      • #Herschel, da muss ich ihnen widersprechen!
        In France, Griechenland und Italien, habe ich mehr“Ausländer“ deutsch sprechen hören, als Deutsche in der BRvD „ausländisch“.

        „Sie“ wollen schon wieder eine „politische Organisation“!?
        Ich habe schon die Schnauze voll von den politischen Organisationen die es gibt.

  8. Nicht nur die Froesche haben verlernt auf eigenen Beinen zu stehen, ganz Europa hat sich komplett auf den muenzfreien BRD-Kaugummiautomaten eingestellt.
    Nun versuchen sie die Kuh von der Weide zu stehlen, die ihnen umsonst die Milch gibt! /X=D

    Die Deutschen werden sich noch wundern wie viel mehr ihnen bleibt, nachdem es offiziell „nix mehr zu holen“ gibt.

    • Dass war ein Kommentar, Metre Dengel!

      Und ich bin Stolz auf das Lob, von Charles de Gaule
      niemals darf einer die deutsch französische Freundschaft
      zerstören. Seit über siebzig Jahren, in Frieden und Eintracht
      Das hat doch was oder? Charles de Gaule wäre stolz auf
      uns Europäer! Dafür zu kämpfen bedeutet, Sturm auf
      die Bastion Berlin. Weder Macron noch Merkel, handeln
      fürs Volk!

  9. Wenn der kleine Franzmann nach der Macht greift, kommt der große Inselbruder und wird ihn „platt“ machen lassen. Oder glaubt Herr Macron die Briten lassen einen neuen „Napoleon“ zu der über Europa herrscht? Der hat wohl seine Hausaufgaben nicht ganz richtig gemacht. Im schlimmsten Fall werden die teilvereinigten Bunzelbürgerländer so lange aufgepäppelt, um die (Bio-?) Franzmänner wieder mal platt zu machen. Dazu bedarf es nur einiger Finessen und Tricks – und schon steht die Bunte Wehr zum dritten mal tief im Feindesland auf dem „Chemin des Dammes“. Wer ein Bauer in einem Schachspiel ist und nichts merkt ist selbst dran schuld!

  10. Frankreich wirft Deutschland ja immer noch gern die 12 Jahre unter Adolf vor. Dabei haben die begeistert mitgemacht und – was ist mit Napoleon?? Haben sie dafür jemals Schadensersatz geleistet?

    • Die Franzosen haben nach den drei Echos, kein Bock
      mehr von Charles de Gaule, s Statement abzuweichen!
      Die sind politisch, genauso beschissen dran wie wir.

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