Aufgrund der steigenden Kriminalitätsraten und der polizeilichen Budgetkürzungen wurde in Großbritannien die erste private Polizei-Einheit gegründet, mit großem Erfolg. Innerhalb von 2 Jahren wurden 403 Täter gefasst, die in allen Fällen verurteilt wurden.

Die sogenannte „TM Eye“ agiert vor dem Hintergrund der steigenden Quote von Verbrechen und der damit einhergehenden Überlastung der regulären Polizei. Fälle, für die britische Polizeibeamten keine Zeit aufbringen können, werden an die private Einheit weitergegeben.

Unter der Leitung ehemaliger leitender Offiziere von Scotland Yard hat „TM Eye“ bereits über 400 Täter gefasst, gegen die ermittelt wurde. Mit einer beeindruckenden Verurteilungsrate von 100% soll die erste private Einheit neben der RSPCA, eine Tierschutzorganisation aus England und Wales, die meisten Strafverfolgungsmaßnahmen schaffen, mehr als jede andere Organisation.

Die bisherigen Fälle der TM Eye:

3 Mordfälle, die von der Polizei nicht abgeschlossen werden konnten

  • Vergewaltigungen
  • die Suche von Vermissten
  • Einbruch
  • Diebstahl
  • Stalking
  • Erpressung

»My Local Bobby« Service: Regelmäßige Patrouille in wohlhabenden Wohnvierteln
Tony Nash, ehemaliger Kommandeur der Metropolitan Police und Mitbegründer der Einheit, stellt gegenüber der britischen Zeitung Dailymail fest, dass „TM Eye“ bis zu einem gewissen Grad Parallelen mit „Dixon of Dock Green“, einer BBC Fernsehserie über den Alltag in einer Londoner Polizeistation, habe. Nash ist der Meinung, dass es das sei, was die Leute wollen.

Außerdem gäbe es bei Ermittlungen keinen Ersatz dafür, auf die Straße zu gehen und an Türen zu klopfen. Er kritisiert, dass die Polizei heutzutage Fälle nur noch vom Schreibtisch aus bearbeite, eine »neue Kultur«, wie er es nennt, die auf den gegenwärtigen Stand der Finanzen zurückzuführen sei.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen Privatklagen gegen 403 Straftäter wegen Betrugs, Diebstahls geistigen Eigentums und anderer Straftaten eingereicht. Insgesamt wurden 43 Personen inhaftiert.

Bestehend aus pensionierten Kommissaren und Cyber-Kriminalitätsexperten von Scotland Yard sowie der National Crime Agency, erweitert die private Polizei aktuell ihre Dienstleistungen über die Eigentumsdelikte hinaus.

Was Kritiker bemängeln

Nicht überall erntet die private Polizei-Einheit Zustimmung und Anerkennung. Auch Kritiker äußern sich zur Gründung der Einheit. David Green, ein ehemaliger Berater der Regierung, meinte, dass dies ein Spiegelbild darstellen solle, dass die Polizei überfordert und unterfinanziert sei und diese Gruppe sei entstanden, um die Lücke zu füllen. Es sei seiner Meinung nach nichts falsch an privaten Sicherheitsdiensten oder privaten Patrouillen. Aber wenn diese einige Funktionen der Polizei übernehmen würden und die Nachfrage danach wüchse, bestünde die Gefahr, dass es nicht die gleichen Sicherheitsvorkehrungen gäbe wie bei der Polizei.

Wenn die Polizei etwas falsch mache, gäbe es eine klare disziplinarische Struktur, eine Kette von Rechenschaftspflicht und unabhängiger Kontrolle. Wenn Privatfirmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht Polizeibefugnisse ausüben, könne es dort Gefahren geben, so Green.

»My Local Bobby« bezeichnet den persönlichen Schutz innerhalb wohlhabender Viertel, der aus regelmäßigen Kontrollgängen der Privateinheit besteht. Da sich jedoch nicht jeder Bürger diesen Privileg leisten kann, welcher einen Haushalt bis zu 200 Pfund im Monat kostet, wird der Service oft kritisiert und als zweistufiges System deklariert, in dem lediglich die obere Schicht geschützt werde.

Der Vorsitzende der Metropolitan Police Federation, Ken Marsh, bezeichnete den Aufstieg der Privatdetektive als eine »erschütternde Anklage« gegen die Polizeiarbeit. Auch seine Sorge sei es, dass es keine öffentliche Kontrolle gäbe, wenn es schief ginge. Wenn es der Privateinheit erlaubt ist, die Arbeiten der Polizei zu erledigen, dann sei das ein gefährlicher Status quo.

Zahl der Verbrechen wächst

Gefährlicher Status quo ist jedoch auch die ansteigende Kriminalitätsrate und die stetig wachsende Überlastung der Polizei. Letzte Woche enthüllten amtliche Polizeistatistiken die größte registrierte jährliche Zunahme an Verbrechen für mehr als zehn Jahre, mit schwankenden Niveaus der Gewalttätigkeit, der sexuellen Übergriffe, Messer- und Schusswaffenangriffen im Land.

Im Anbetracht dieser Fakten hat die private Polizei mit ihrer erstaunlichen Anzahl an gefassten, verurteilten und teilweise sogar abgeschobenen Verbrechern zur Verbesserung der aktuellen Sicherheitslage beigetragen.

TM Eye hat derzeit 36 Strafverfahren bei Gerichten im ganzen Land am Laufen und arbeitet an weiteren 60 Ermittlungen in London, Cheshire, Dorset, Avon, Somerset und Essex. In den vergangenen sechs Monaten haben die 60 Ermittler Verdächtige, die von der Polizei wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung gesucht werden, festgenommen. Vor kurzem wurde ein Stalker aufgrund seiner Straftaten für vier Jahre inhaftiert.

Mit Überwachungsmaßnahmen und verdeckten Ermittlern ist es der Privateinheit gelungen, die Verurteilung von 60 Straftätern in Manchester sicherzustellen, die gefälschte Ware wie Designerhandtaschen und -kleidung verkaufen.

Undercover-Arbeit auf hohem Niveau

Alle Verurteilungen, DNA- und Fingerabdrücke der Verdächtigen werden auf dem nationalen Computer der Polizei aufgezeichnet. Sollte es zu einem Verbrechen kommen, verspricht die Firma, innerhalb von fünf Minuten einen lokalen Response Officer am Tatort zu haben.

Wie die Polizei besitzen auch die Patrouillenteams Körperkameras, um Beweise aufzuzeichnen. Sie können Verdächtige als Zivilperson (»citizen’s arrest«) festnehmen. Tony Nash sagte, sein Ehrgeiz sei es, die lokalen Behörden dazu zu bringen, ihre Patrouillen an das Unternehmen auszulagern.

Der Geschäftsführer der Firma, David McKelvey, ein pensionierter Scotland Yard Detective Chief Inspector, ist der Meinung, dass hier mehr Undercover-Arbeit geleistet werde als bei jeder anderen Strafverfolgungsbehörde. Die private Polizei habe eine bessere Überwachungskapazität und Ausrüstung als die meisten Truppen. Die reguläre Polizei sei auf den Knien und am Ende ihrer Kräfte, was ihren Job anbelangt. Unterm Strich habe das Unternehmen bessere Uniformen, eine bessere Bezahlung und bessere Unterstützung bei der Arbeit. Es ginge McKelvey darum, die Bösewichte zu fangen und die Öffentlichkeit zu schützen. Seine Privateinheit könne hierbei helfen – und darauf komme es an.

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