Wenn Sie von einem Medikament mit Nebenwirkungen hören, denken Sie vielleicht an eine körperliche Reaktion wie Hautausschlag oder Kopfschmerzen. Aber laut einer neuen US-Studie können viele häufig verschriebene Medikamente das Risiko einer Depression erhöhen.

von Alexander Stindt

Die Wissenschaftler der University of Illinois in Chicago stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass einige Medikamente Depressionen als Nebenwirkungen haben können. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „JAMA“. Die Liste der betroffenen Medikamente betrifft beispielsweise Herzmedikamente, bestimmte Sorten der Antibabypille und einige Schmerzmittel, welche von vielen Menschen genutzt werden. Mehr als ein Drittel der Medikamente, welche die 26.000 Teilnehmer während der Untersuchung nahmen, hatten eine Depression als mögliche Nebenwirkung, erläutern die Experten. Die Teilnehmer der Studie lebten alle in den USA, waren mindestens 18 Jahre alt und nahmen mindestens eine Art von verschreibungspflichtigen Medikamenten zwischen dem Jahr 2005 und dem Jahr 2014 ein.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass 37 Prozent der verschreibungspflichtigen Medikamente eine Depression als mögliche Nebenwirkung aufwiesen. Die Depressionsraten waren allerdings höher unter den Studienteilnehmern, wenn diese solche Medikamente einnahmen, sagen die Experten. Wenn die Probanden eines der Medikamente einnahmen, erkrankten 7 Prozent an Depressionen. Nahmen die Teilnehmer zwei dieser Medikamente ein, stieg die Rate der Betroffenen mit Depression auf 9 Prozent. Wenn Teilnehmer drei oder mehr der betroffenen Medikamente einnahmen, erkrankten 15 Prozent an Depressionen.

Viele Menschen könnten überrascht sein, zu erfahren, dass ihre Medikamente, obwohl sie nichts mit Stimmungsschwankungen, Angstzuständen oder anderen normalerweise mit Depressionen verbundenen Zuständen zu tun haben, das Risiko erhöhen, depressive Symptomen oder gar eine Depressionen zu entwickeln, erklärt Studienautor Professor Dima Qato von der University of Illinois. Es ist nicht überraschend, dass der Einsatz von Medikamenten zur Behandlung von körperlichen Krankheiten wie Herz– und Lungenerkrankungen mit depressiven Symptomen einhergehen kann, da diese körperlichen Erkrankungen ihrerseits mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Krankheiten wie Depressionen verbunden sind, sagen die Forscher.

Bei einigen Medikamente kann eine Depression eine häufig auftretende Nebenwirkung sein, wie beispielsweise bei bestimmten Antibabypillen. Es ist wichtig herauszufinden, ob es eine plausible Erklärung dafür gibt, warum bestimmte Medikamente eine Depression verursachen können, erklären die Mediziner. Zum Beispiel gebe es bei oralen Kontrazeptiva einen klaren Zusammenhang zwischen dem Hormonspiegel und der Stimmung, erläutern die Wissenschaftler weiter. Bei anderen Arzneimitteln, wie beispielsweise Herz-Medikamenten, sei es allerdings wesentlich schwerer herauszufinden, ob die Medikamente oder der Gesundheitszustand die Depressionen verursachen.

Es ist zu bemängeln, dass das Papier zwar einen Zusammenhang zwischen der Einnahme dieser Medikamente und einem erhöhten Risiko für Depressionen zeigt, jedoch nicht Ursache und Wirkung ermittelt. Wenn Sie zur Zeit irgendwelche dieser Medikamente einnehmen und keine Anzeichen von Depression haben, dann sollten Sie sich keine Sorgen machen, sagen die Mediziner. Wenn Sie allerdings Depressionen haben und solche Medikamente einnehmen, empfiehlt es sich Ihren Hausarzt oder einen Facharzt aufzusuchen, raten die Experten.

5 Kommentare

  1. Es sollte inzwischen bekannt sein, daß jedes Medikament, das eine Wirkung entfaltet, auch eine Nebenwirkung hat. Die Frage lautet also immer, ob der Nutzen die Nebenwirkungen übertrifft, was in den meisten Fällen nicht zutrifft. Es mag ja sein, daß das ein oder andere Mitteln anfänglich eine gute Wirkung zeigt, doch schon nach kurzer Zeit läßt seine Wirkung wieder nach, sodaß die Nebenwirkung die Null-Wirkung übertrifft. Meist verdoppelt man dann die Dosis, wodurch die Nebenwirkungen erst so richtig deutlich wahrzunehmen sind. Selbst Antidepressiva wirken nach einiger Zeit kaum noch, doch die Nebenwirkungen sind Depressionen. Man könnte seine Depressionen also durch Antidepressiva verstärken. Auch von Schmerzmitteln, allen Hormonen oder Neurotransmittern ist uns der Effekt bekannt. Am Ende stellt sich nur noch eine Frage: Gibt es überhaupt Medikamente die langfristig mehr Nutzen wie Schaden verursachen ? Wohl nur dann wenn die Schädigung gewollt ist.

  2. „Big Pharma“ kennt nur eines: den Gewinn!
    Nebenwirkungen, sogar tödliche, sind scheißegal, solange davon nichts rauskommt oder bewiesen werden kann. Selbst wenn mal ein Mittelchen extremer Nebenwirkungen überführt wird, so ist es schon bald unter neuem Namen wieder gewinnbringend auf dem Markt!
    Und Depressionen? Geile Sache, ebenso wie Diabetes, Krebs oder Herzerkrankungen…: Alles, alles, alles ein milliardenschweres Geschäft!!! Wäre also echt Scheiße, wenn man sowas heilen oder vermeiden könnte…

  3. Die verschissene Pharmamafia will uns aber vorher noch ausnehmen wie Weihnachtsgänse was den Schweinen auch gelingt, gell?

  4. Isst doch nichts Neues mehr, wir sollen ja aussterben, weil wir zu intelligent und tüchtig sind. Siehe diesen Ausspruch von Joseph Martin Fischer …

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