Griechenland ist pleite. Ein Dauerzustand, der das ganze Jahrzehnt bereits andauert und ohne absehbares Ende ist, denn Europas Politiker verhindern eine Lösung, in dem sie immer mehr gutes Geld hinterherschütten. Und jetzt ein weiterer Schuldenschnitt.

von David Berger

Unkritische Mainstreammedien sahen Griechenland auf dem „guten Weg“, den CDU Strippenzieher und Mitverantwortlicher für das Desaster, Wolfgang Schäuble, Griechenland so oft bescheinigte, dann man es kaum noch zählen kann. So titelte die linke „Zeit“ am 22.1.18: „Zeit der Abhängigkeit geht zu Ende“. Und gab brav und mainstreamkonform wieder, was EU-Wirtschaftskommissar Moscovici den Journalisten in die Feder diktierte: „Die griechische Wirtschaft ist jetzt widerstandsfähiger.“

Noch im April streute die „Zeit“ ihren Lesern weiteren Sand in die Augen und verlangte „mehr Vertrauen für Griechenland“, es sei schließlich auf einem guten Weg. Man solle Griechenland „Verantwortung übertragen.“

Nun, der Meinung war ich von Anfang an. Griechenland hätte die Verantwortung für die unverantwortlich hohen Staatsausgaben und den Betrug beim € Beitritt übernehmen müssen und aus dem € ausscheiden müssen. Als Akt europäischer Solidarität hatte man dann 20 oder 30 Mrd. € als Sozialtransfer für notleidende griechische Bürger geben können, um die unvermeidlichen 3-5 Jahre Anpassung sozial abzufedern. Das wäre für uns ein Sonderangebot gewesen und zudem eine gerechte Strafe für die verbleibenden Länder, weil man bewusst weg sah, als Griechenland beim Beitritt so schamlos betrog. Griechenland hätte seine Währung abgewertet, der Export und die Tourismuseinnahmen wären gestiegen. Und wegen der Schulden hätte sich die griechische Regierung mit denen einigen müssen, die ihr fahrlässigerweise Geld geliehen hatten.

Stattdessen sozialisierte man die griechischen Schulden. Eine gerne verbreitete, jedoch falsche Annahme: um den Banken Gewinne zu ermöglichen. Der Geldfluss war jedoch ein Anderer. Der griechische Staat gab über viele Jahre zu viel Geld aus. Der extrem hohe Rüstungsetat, aber auch soziale Wohltaten für die eigenen Bürger und man finanzierte es auf Pump, ohne das Geld erwirtschaftet zu haben. Diese Ausgaben sind der Grund für die griechischen Schulden. Unser Geld ist also jetzt in Griechenland. Nicht bei den gerne gescholtenen Banken. Die haben nur ihre Kredite wieder bekommen, aber nicht mal ganz.

Es taugt aber hervorragend um vom griechischen Staat als Schuldigem abzulenken. Banken sind ja per se immer böse und wenn man über die gierigen Banken schimpft, wird das gerne aufgegriffen und die eigentlichen Täter, die griechischen Regierungen und unsere untätigen Regierungen können sich entlasten.

Dass es keinen guten Ausweg geben kann, wenn ein Land eine Staatsverschuldung von 180% hat, ist eine Binsenweisheit. Eine Faustregel ist, dass es ab 100 Prozent extrem kritisch wird. Man belügt und betrügt uns ein weiteres Mal. Und die Mainstreampresse macht es unkritisch mit. So titelt die „Welt“: „Griechenland bekommt zehn Jahre mehr Zeit für Kreditrückzahlungen“ und teilt beruhigend mit, dass das griechische Rettungsprogramm auslaufen wird. „Griechenland bekommt weitere Milliarden zum Abschluss des Hilfsprogramms“, so die FAZ. Beruhigend nicht? Wenn die Hilfsprogramme auslaufen, dann ist ja alles am Ende gut gegangen.

15 Mrd. € fließen sofort, 1,2 Mrd. € sollen jedes Jahr bis 2022 fließen. Die Schuldenrückzahlung wird gestreckt. Man hat das Thema weggedrückt und erzählt den Bürgern: „Das Problem der griechischen Schulden liegt hinter uns“, so der französische Finanzminister. Falsch. Das Problem liegt vor uns.

2 Kommentare

  1. Schade, dass es diese mMn korrekte Analyse nicht von den Wirtschaftsredaktionen der Tagesschau, Heute-Journal, Welt, SZ, etc. gibt. Die haben, so weit ich weiss, unisono und ohne auch nur eine kritische Frage die Regierungsverlautbarung übernommen, dass jetzt in Griechenland alles super ist.
    Wenn Griechenland, dass mit dem deutschen Stadtstaat Bremen in Bezug auf Wirtschaftsleistung vergleichbar war, Pleite gegangen wäre, hätte uns das kaum gejuckt und die Krise wäre längst vorbei. Durch die Rettungspakete, Kreditbürgschaften, Target-Salden etc. hatte Deutschland zum Jahreswechsel 2018 effektiv 1,5 Billionen Euro im Feuer, die wahrscheinlich verloren sind. Die offiziellen Schulden waren zum Jahresende 2016 2,1Billionen Euro bei einer Wirtschaftsleistung von ca. 3,6Billionen Euro. Manchmal denke ich, diese Unsummen sind vergleichbar mit den Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg, aber in Wahrheit waren diese viel geringer!

  2. Seit über 10 Jahren die Verarsche bei der Griechen-Rettung! Das Land hat über 1 Billion Miese und keine 300 MRD. wie man uns treuherzig erzählt, gell? da nebst haben die 23 Billionen nutzloser wertloser Derivate, die auch gerettet werden wollen. Aber das deckt sich mit Schäubles Aussagen der immer sagte, die sind auf dem richtigen Weg und auf der Zielgeraden. So schaffte der ja auch seine 5 schwarzen Nullen. lol.

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