Auf einer Strecke von 120 Kilometern einen Sturzflug ausführen und das Ziel mit einem 300 Kilogramm schweren Geschoss treffen – russische Raketenbauer haben eine lenkbare Fliegerbombe entwickelt, die für die gegnerische Flugabwehr beinahe unanfechtbar ist. Die Bombe soll demnächst den Luft- und Weltraum-Streitkräften übergeben werden.

von Nikolai Protopopow

Dieses Geschoss für russische Frontbomber und Mehrzweck-Kampfjets heißt offiziell „Lenkbarer Komplex der Raketen- und Bombenbewaffnung“ 9-A-7759 und gehört zu den Projekten der „Grom“-Familie („Donner“). Das Geschoss ist für punktuelle Luftangriffe gegen Industrieobjekte, Flugplätze, silogestützte Raketenanlagen und Militärstützpunkte bestimmt. Die Fliegerbombe wird nach der so genannten Katapult-Methode abgefeuert. Bei der Abtrennung vom Flugzeug wird der Start-Anschub eingeschaltet, um das Grom-Geschoss zusätzlich zu beschleunigen.

Während des Fluges wird die Bombe von einem Leitsystem gelenkt, das die Satellitensignale der Navigationssysteme GLONASS und GPS nutzt. Die Fehlerquote bei der Zielausrichtung soll den Entwicklern zufolge bei maximal elf Metern liegen. Zu den kennzeichnenden Merkmalen des Geschosses gehört die Möglichkeit, Angriffe gegen Bodenziele zu versetzen, die sich hinter dem Träger befinden. Damit kann das Geschoss sofort auf die angegebene Flugbahn gehen, ohne Zeit für die Stabilisierung nach dem Start zu verschwenden. Darüber hinaus wird der Bombenabwurf dank dieser Methode deutlich präziser.

Die leichteste Modifikation der Bombe ist 488 kg schwer, die schwerste 598 kg. In der ersten der drei vorhandenen Modifikationen ist der Gefechtskopf 315 kg schwer, in der zweiten und dritten – 480 bzw. 370 kg. Die abgeworfene Grom-Bombe fliegt je nach Modifikation 65 bis 120 km weit. Dabei helfen Teleskop-Flügel. Darüber hinaus wurde eine Bomben-Modifikation mit einem Marschtriebwerk ausgestattet, um die Reichweite zu erhöhen.

Laut dem Rüstungsexperten Viktor Murachowski handelt es sich bei der neuen Bombe um eine lang erwartete Entwicklung. Derzeit arbeiten China und Korea an diesen Waffentypen. „Die Bombe wurde in kurzer Frist entwickelt und nutzt das GLONASS-System für das hochpräzise Treffen von Zielen. Ohne das würde nichts klappen“, sagte Murachowski. Dem Experten zufolge ist diese Bombe ein universelles chirurgisches Instrument für Luftoperationen ohne Eingang in den Wirkungsbereich der gegnerischen Flugabwehr. Dabei hängt die Präzision des Treffens nicht von der Qualifikation des Piloten ab – alles erfolgt via Satelliten-Navigationssystem.

Grom-Bomben können von fast allen Typen von Mehrzweck-Kampfjets und Frontbombern befördert werden – Su-30SM, Su-35S, Su-34, leichte MiG-35SMT, MiG29 und sogar bordgestützte Su-33 vom Kreuzer „Admiral Kusnezow“. Darüber hinaus können auch Su-24-Bomber die neuen Bomben tragen. Laut Murachowski könnte die Bombe der letzten Modifikation beim Forum „Armee 2018“ im August dem breiten Publikum vorgestellt werden.

Trotz mehrerer innovativer Lösungen können russische Raketenbauer kaum als Pioniere bei der Entwicklung von Gleitbomben bezeichnet werden. Das US-Analogon, die GBU-39-Bombe, kam bereits 2006 in die US-Armee. Doch das russische Geschoss hat mehrere Vorteile, der wichtigste davon – ein starkes Geschoss. Grom bringt mehr als 300 Kilogramm Sprengstoff zum Ziel, GBU-39 nur ca. 100 Kilogramm. Die Reichweite ist vergleichbar.

„Das neue Geschoss wird einen Zwischenplatz zwischen Marschflugkörpern und Fliegerbomben einnehmen“, sagte Militärexperte Alexej Leonkow. „Die Bombe wird ein guter Zusatz zu den existierenden Flugzeugkomplexen sein und den russischen Luftstreitkräften ermöglichen, einen noch breiteren Kreis von Aufgaben zur Vernichtung der besonders wichtigen Objekte des Gegners zu lösen“, so der Experte.

4 Kommentare

  1. Das ganze stinkt nach antiamerikanischer Propaganda; dabei ist völlig nebensächlich, ob tatsächliche russische Neuentwicklungen 100 oder 300 Kg mehr Sprengstoff ins Ziel bringen.

    – Es ist die alte psychologische Kreml-Strategie, dem imaginierten oder tatsächlichen FEIND sein Volk abspenstig zu machen oder dessen bestehende Unzufriedenheit auf die Mühlen eines außenpolitischen Ausnutzers zu lenken.

    Die vor mir geäußerten KOMMENTARE sind dermaßen platt, daß man annehmen muss, sie sind fakes. Und
    Bei aller Kritik meinerseits auch an BERLIN, Merkel & Co., die Sprache bei Nr. 2 und 3 ist mit GESCHWÜRE/ AUSMERZEN seit den 30er/ 50er Jahren für typisch f a s c h i s t o i d e s Denken, Schreiben und Handeln.

  2. Ich bin auch dafür dass Geschwüre aller Art so auszumerzen sein sollten, damit der geschundene, angeschissene und total verarschte Bürger mal geschützt wird, gell? vielleicht zittern dann nicht nur die Amis, was?

  3. Eigentlich genau das richtige, um unser Politgeschwür in Berlin zu behandeln. P.s: schön, dass ihr wieder online seid!

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