Erdogan ist zurück in der BRD. Diesmal allerdings nicht persönlich, sondern in Form einer goldenen Statue. Die zwei Tonnen schwere Machtdemonstration des türkischen Regierungschefs wurde am Montagabend mitten in Wiesbaden enthüllt.

von Ernst Fleischmann

Das bunte Wiesbaden ist um eine orientalische Attraktion reicher. Am gestrigen Montag wurde eine goldfarbene Statue des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mitten in der Stadt enthüllt. Tausende Fans feierten das Aufstellen bis spät in die Nacht.

Dass die Statue angeblich im Rahmen einer Kunstaktion aufgestellt worden sein soll, ist bisher nicht zweifelsfrei verifiziert. Der anonyme Spender, der die überlebensgroße Statue finanziert hat, konnte angeblich bisher nicht ermittelt werden.

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Hunderte türkische Staatsbürger zogen spontan mit Autokorsos und Türkeifahnen durch Wiesbaden und machten bis spät in die Nacht klar, wer ihrer Meinung nach das Sagen in der Stadt hat. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Unbekannte haben die Statue bereits mit „Fuck You“ beschmiert und ihre Ablehnung gegen Erdogan zum Ausdruck gebracht. Auch in sozialen Netzwerken wird heftig über die Statue diskutiert.

Gegenwärtig prüfe das Ordnungsamt, ob die Statue stehen bleiben dürfe, so ein Vertreter der Stadtregierung. Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) kündigte an, dass sich auch der Magistrat mit der Statue beschäftigen wird. Denn ganz offenbar wusste niemand etwas davon, dass Erdogan Wiesbaden besuchen wird.

Türkische Lobbyverbände begrüßen das Aufstellen des Gold-Erdogans wohlwollend. Immerhin dürfe der Staatschef auch zu Wahlwerbezwecken in die BRD kommen, da sei es doch selbstverständlich, dass eine derartige Statue gerade in einem kulturell ohnehin bereits so vielfältigen Ort wie Wiesbaden stehen dürfe. Wir dürfen gespannt sein, welche Staatsoberhäupter in Zukunft ihre Statuen in deutschen Städten aufstellen lassen werden.

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8 Kommentare

  1. vielleicht sollte mann im die rechte Hand absägen und durch eine mit ausgestrecktem fingern um 90 grad gedrehte Hand austauschen.Egal ob die Handfläche nach oben oder unten zeigen würde. entweder hitlergruß oder was ich besser finde nach oben wie ein Bettler den Geld braucht er ja und dann wäre das teil sofort wieder weg .

  2. Auch Hitler sollte vielleicht mal wieder in Gold auf einem Marktplatz der „BRD“ aufgestellt werden 🙂 Aber da würde sofort das SEK hilflos rödelnd ausrücken und selbsternannte Machthaber würden Oppositionelle und Dissidenten verzweifelt zum Selbstmord aufrufen…

  3. Wohin zeigt die Statue? Warum in Gold? Welcher künstlerische Anspruch wird hier in Anspruch genommen -was ist die Message?! Dem aktuellen Stand nach, ist das meiner Meinung NICHT Teil einer Demokratie. Einen Autokraten in Gold mit einem wohlwollenden Lächeln darzustellen… hmmm… jetzt wo ich darüber so schreibe könnte es durchaus eine Antithese sein. Fraglich ist nur, sofern das gewollt sein sollte, auch wirklich ankommt und nicht einfach nur die Huldigung eines Autokraten zur Folge hat. Hier muss die Künstlergruppe noch sehr stark nachlegen…

    • Die Statue wurde im Rahmen der Biennale Wiesbaden aufgestellt, welche unter dem Motto „Bad News“ auf verschiedene Probleme der Gesellschaft (Alkoholismus, häusliche Gewalt) aufmerksam macht. Die Statue soll sowohl die Fremdenfeindlichkeit in Deutschland als auch die Menschenverbrechen Erdogans in der Türkei wieder in den öffentlichen Diskurs bringen. Dieser Artikel scheint sich nicht mit diesem Hintergrund auseinandergesetzt zu haben.

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