Weisse Champignons schmecken sehr lecker, ob in der Suppe, der Sauce oder roh im Salat. In einer Studie vom Sommer 2018 ergab sich ferner, dass die köstlichen Pilze auch präbiotisch wirken, also die Darmflora unterstützen und auf diese Weise dem Verdauungssystem sehr gut tun. Zusätzlich entdeckten die Forscher der Penn State Universität, dass Champignons dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Weisse Kulturchampignons können daher gerne öfter den Weg in Ihren Speiseplan finden.

von Carina Rehberg

Champignons können offenbar die Darmflora sehr günstig beeinflussen – und zwar auf eine Weise, dass die Blutzuckerregulierung verbessert wird – so ein Forscherteam der Penn State University im Sommer 2018. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Ergebnisse ihrer Studie, die im Journal of Functional Foods veröffentlicht wurde, den Weg für neue Diabetestherapien und -präventionsmassnahmen ebnen können.

In genannter Untersuchung zeigte sich, dass der regelmässige Verzehr von Champignons die Zusammensetzung der Darmflora so veränderte (es bildeten sich mehr Prevotella-Bakterien), dass diese nun in der Lage war, grössere Mengen kurzkettiger Fettsäuren zu bilden (z. B. Propionat, Succinat etc.).

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Dr. Margherita T. Cantorna, Professor für molekulare Immunologie an der Penn State University erklärte, dass gerade diese Fettsäuren die Expression von Genen ändern können, die wiederum für die optimale Regulierung des Blutzuckers erforderlich sind.

„Gelingt es, den Blutzucker optimal einzustellen, dann hat dies nicht nur positive Folgen für einen Diabetes, sondern wirkt sich auf viele andere Stoffwechselerkrankungen genauso vorteilhaft aus“, sagt Professor Cantorna. Eine Erkenntnis, die vielen Menschen noch unbekannt ist und die deshalb leider viel zu wenig Wert auf einen gesunden Blutzuckerspiegel legen.

Die Folgen eines zu hohen Blutzuckerspiegels

Zucker gelangt grösstenteils über die Nahrung in Form von Kohlenhydraten (Früchte, Gemüse, Kartoffeln, Getreide etc.) in den Körper. Im Darm werden die Kohlenhydrate aus den genannten Lebensmitteln in kleinste Teile (Zucker) gespalten. Der Zucker wird ins Blut abgegeben und mit Hilfe von Insulin in die Zellen geschleust, wo er zur Energieproduktion verbrannt wird.

Diabetes nun liegt vor, wenn nicht ausreichend Insulin vorhanden ist (die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert) oder aber, wenn die Körperzellen insulinresistent sind, den Zucker also einfach nicht mehr im gewohnten Mass aufnehmen. In beiden Fällen steigt der Blutzuckerspiegel. Ein sog. Prä-Diabetes entsteht, wie man die Diabetes-Vorstufe bezeichnet, bevor sich dann im Laufe der Zeit ein echter Diabetes einstellt. Dieser wiederum kann Herzkrankheiten und Schlaganfälle und viele weitere Erkrankungen begünstigen (Nervenkrankheiten, Augenkrankheiten, Nierenkrankheiten etc.).

Diabetes (oder Prä-Diabetes) betrifft allein in den USA 100 Millionen Menschen. In Deutschland sind es 7 Millionen, die an Diabetes leiden – Vorstufen nicht eingerechnet.

Schon 100 g Champignons genügen

Champignons sind somit ein präbiotisches Lebensmittel, was bedeutet, dass sie den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen können – ähnlich wie Topinambur, Artischocken, Lauch und Zwiebeln. Die wirkungsvolle Champignonmenge, die ausreicht, um die Darmflora positiv zu beeinflussen, soll laut Cantornas Team knapp 100 g betragen und kann somit problemlos regelmässig in den Speiseplan integriert werden.

Präbiotika sollten nicht mit Probiotika verwechselt werden, die aktive Bakterienstämme enthalten, von denen man sodann erhofft, dass sie sich im Darm ansiedeln.

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Jede Ernährungsumstellung beeinflusst die Darmflora und so die Gesundheit

Ihre Studie habe einen weiteren Beweis dafür geliefert, so Cantorna, dass die Art der Ernährung ganz enorm die Darmflora beeinflusse. „Es ist ziemlich eindeutig, dass jede Änderung, die Sie bei Ihrer Ernährung durchführen, auch Ihre Darmflora verändert.“

Da der Zustand der Darmflora aber ganz offensichtlich auch die Anfälligkeit für chronische Krankheiten erhöht oder senkt, zeigt dies, wie stark nun wiederum der Einfluss der Ernährung auf den Gesundheitszustand ist und dass die Ernährung darüber entscheiden kann, ob wir gesund bleiben oder krank werden.

Der Blutzuckerspiegel braucht mehr als Champignons

Professor Cantornas Studie wurde mit Mäusen durchgeführt. Die Menge von 100 g Champignons bezieht sich jedoch auf die Ernährung des Menschen. Allein der Verzehr von Champignons wird vermutlich nicht ausreichen, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, wenn die übrige Ernährung suboptimal ist, sich der jeweilige Mensch nicht bewegt und permanent unter Stress steht.

Natürlich können die Pilze unterstützend wirken. Doch sollten noch weitere Massnahmen umgesetzt werden, wenn man zeitlebens einen Diabetes und weitere chronische Erkrankungen vermeiden möchte.

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7 Kommentare

  1. Erzählt den Diabetikern nicht soviel Unsinn. Er kann die ersten 5 Jahre mit Ernährung und Sport die Werte drücken. Dann muss er Tabletten nehmen, meist bereits blutzuckersenkend und andere, wohl wirksam ohne Blutzuckersenkung, das geht meist 8 – 13 Jahre gut, dann hängt er an der Nadel. Insulin. wer anderes erzählt, täuscht Kranke.

  2. Wäre es denn nicht sinnvoll in Typ 1 und Typ 2 Diabetes zu unterscheiden!?
    Viele Typ 1 Diabetiker bekommen immer wieder 9mal kluge Ratschläge was sie alles essen müssen um geheilt zu werden! Typ 1 ist aber nicht mit Pilzen oder irgendwelchen anderen Lebensmitteln zu bessern!
    Typ 1 und Typ 2 Diabetes sollten alle7n aus diesem Grund immer klar unterschieden werden!

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