Dass das Gesundheitswesen von vorn bis hinten korrumpiert ist, ist wahrlich keine Neuigkeit. Nun werden von Ärzten aber scheinbar nicht nur Medikamente verschrieben, sondern auch Dienstautos für Politiker. Staatssekretär Gunnar Schellenberger (CDU) bekam von seinem Arzt einen 7er BMW verschrieben – den muss das Land Sachsen-Anhalt nun besorgen.

von Günther Strauß

Die nachfolgende Meldung könnte auch ein April-Scherz sein, ist sie aber leider nicht. Der CDU-Parasit Gunnar Schellenberger hat von seinem Arzt einen 7er BMW verschrieben bekommen. Weil er ein künstliches Hüftgelenk habe, sei es dem Staatssekretär im Sachsen-Anhaltinischen Kultusministerium nicht zuzumuten, in einem normalen Kraftfahrzeug zu reisen, so die Begründung.

Sein bisheriger Dienstwagen, der voll ausgestattete 5er BMW war für den Politiker einfach nicht mehr angemessen. Er benötige einen Spezialsitz, den es leider nur für das TOP-Modell des bayerischen Herstellers gebe, so die Begründung für das zweifelhafte Rezept. Kritiker vermuten allerdings, dass Schellenberger einfach nur den 7er BMW fahren wollte, um sich noch mehr vom gemeinen Volk abzuheben. Deshalb soll er mutmaßlich etwas nachgeholfen haben, um das spezielle Rezept erhalten zu können.

Schellenbergers 5er BMW wird nun gegen den neuen 7er BMW ausgetauscht, dessen Leasingrate noch einmal deutlich teurer ist. Zur Begründung für das luxuriösere Auto hieß es von offizieller Seite, als Arbeitgeber habe man eine Fürsorgepflicht. Die medizinische Notwendigkeit habe man durch den Amtsarzt überprüfen lassen, wie dem MDR auf Nachfrage bestätigt wurde. Der Wechsel der Autos sei die kostengünstigste Variante, gab man aus dem Ministerium zu Protokoll. Staatskanzleichef Rainer Robra (ebenfalls CDU) habe den Austausch der Wagen daher genehmigt.

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Hunderttausende Bürger mit künstlichen Hüftgelenken werden sich nun fragen, warum sie noch keinen 7er BMW mit Spezialsitz fahren. Vermutlich haben sie den falschen Arzt, den falschen Arbeitgeber und das falsche Parteibuch. Sonst könnten sie vielleicht auch auf einen 265 PS starken Turbodiesel aus München spekulieren, auf Kosten des Steuerzahlers versteht sich. In Sachsen-Anhalt stehen derartige Fahrzeuge übrigens ausschließlich Ministern zur Verfügung.

Die Analyse des Arztes teilen übrigens nicht alle Menschen im Umfeld des CDU-Politikers. Selbst Mitglieder der Landesregierung sehen weniger orthopädische als vielmehr psychologische Gründe für Schellenbergers Wagen-Wechsel, wie die Mitteldeutsche Zeitung in Erfahrung bringen konnte. Der promovierte Erziehungswissenschaftler gilt als außerordentlich erpicht auf Statussymbole, teilten seine Kollegen der Zeitung mit. Da passt es gut ins Bild, dass Schellenberger nun im baugleichen Modell wie sein Chef durch die Lande reisen darf.

Der Staatssekretär-Posten, den der CDU-Bonze aktuell besetzt, war nach der Wahl 2016 übrigens erst neu für ihn geschaffen worden. Bis dahin war der Staatssekretär im Kultusministerium für Bildung und Kultur gleichermaßen zuständig, scheinbar eine ungeheure Belastung, sodass man das Ganze trennen musste. Für das neue Amt und die Mitarbeiter mussten dann auch repräsentative Räume gefunden werden – die Unterbringung im Bildungsministerium kam für Schellenberger nicht in Frage. Und da die Miete ohnehin vom Steuerzahler getragen wird, spielte Geld sowieso keine Rolle und man zog in luxuriöse Räumlichkeiten ein.

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3 Kommentare

  1. So ziemlich das gesamte Gesundheits-Unwesen dieser BRD, ob nun niedergelassene Ärzteschaft oder Kliniken, sind vollends korrumpiert. Die Neigung zur Korruption zeigt sich bei vielen Chefärzten und angebliche Forschungsergebnisse sind meist von vornherein als Auftragsarbeit gut bezahlt gekauft. Als Kenner der Materie aus dem med. Bereich weiss ich darüber leider relativ gut bescheid und kann dies bestätigen.

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