Vollkorn gilt schon lange als gesund. Dann kam die Glutendebatte und in neuerer Zeit die Lektindiskussion – und das volle Korn erschien vielen Menschen eher als Gift denn als gesundes Lebensmittel. Dass dem nicht so ist und Vollkornprodukte sehr gut in einen ausgewogenen und vollwertigen Speiseplan passen, zeigte nun auch eine Studie, die Anfang September 2018 veröffentlicht wurde. Darin erwies sich Vollkorngetreide als eines der wichtigsten Lebensmittel zur Vorbeugung eines Typ-2-Diabetes.

von Carina Rehberg

In neuerer Zeit tauchen immer wieder Stoffe auf, die in Vollkorngetreide stecken und als ungesund bezeichnet werden: Gluten, Lektine oder ganz einfach Kohlenhydrate. Natürlich meiden Glutensensitive nach wie vor glutenhaltige Getreideprodukte. Die Mehrheit der Bevölkerung scheint auf Vollkornprodukte jedoch äusserst positiv zu reagieren – zumal es auch zahlreiche glutenfreie Vollkornprodukte gibt, z. B. Buchweizen, Mais, Quinoa, Reis und vieles mehr.

Was die Lektine betrifft, die angeblich Diabetes fördern sollen, kann Entwarnung gegeben werden. Denn – zusätzlich zu all den bereits bestehenden positiven Vollkorn-Studien – zeigten Forscher der Chalmers University of Technology in Schweden und vom Danish Cancer Society Research Center nun in ihrer Studie, wie wichtig Vollkornprodukte zur Vorbeugung eines Typ-2-Diabetes sein können.

Wirken sich verschiedene Vollkornarten auch unterschiedlich auf die Gesundheit aus?

Vollkorngetreide wirken sich nicht nur äusserst positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, sondern auch auf das Gewicht – und beides sollte nicht zu hoch sein, will man diabetesfrei bleiben. Allerdings hatte man nie den unterschiedlichen Einfluss verschiedener Vollkorngetreide überprüft, auch wusste man nicht, wie viel Vollkorn erforderlich ist, um das Diabetesrisiko zu reduzieren.

Medizinskandal Diabetes
Buchtipp zum Thema: „Medizinskandal Diabetes“

„Die meisten Studien zu diesem Thema wurden in den USA durchgeführt, wo Menschen insbesondere Weizen als Vollkornquelle nutzen”, sagt Rikard Landberg, Professor für Lebensmittel und Gesundheit an der Chalmers University of Technology und leitender Forscher der nachfolgend vorgestellten Studie. „Wir wollten herausfinden, ob es einen Unterschied macht, welches Vollkorngetreide man isst. Schliesslich enthalten die verschiedenen Getreidearten auch verschiedene Ballaststoffformen und unterschiedliche bioaktive Substanzen, die nun alle wieder das Diabetesrisiko beeinflussen können.“

Landberg führte seine Studie in Dänemark durch, wo viele unterschiedliche Getreidearten verzehrt wurden und stellte fest, dass es – in Bezug auf das Diabetesrisiko – offenbar keinen Unterschied macht, welches Vollkorngetreide man isst. Ob Roggenbrot, Haferbrei oder Müsli – sie alle boten denselben Schutz gegen Typ-2-Diabetes, so lange es sich um Vollkornprodukte und nicht um Produkte aus Weissmehl handelte.

Grundlage der Studie bildeten die Daten der sog. Danish cohort study on diet, cancer and health, einer Studie an 55.000 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, die über 15 Jahre hinweg wissenschaftlich betreut wurden. 7.000 von Ihnen entwickelten in diesem Zeitraum einen Typ-2-Diabetes.

Wie aber sieht es mit der erforderlichen Menge aus, die man an Vollkornprodukten täglich verspeisen sollte, um eine diabetespräventive Wirkung zu erzielen?

Je mehr Vollkorn, desto weniger Diabetes

Dazu teilte Landbergs Team die Studienteilnehmer in vier Gruppen ein. Die Gruppe mit dem höchsten Vollkornkonsum ass mindestens 50 g pro Tag, z. B. eine Portion Haferbrei oder eine Scheibe Roggenvollkornbrot, was also nicht einmal sonderlich viel ist. Alle anderen drei Gruppen assen bedeutend weniger oder gar kein Vollkorn.

Die wenigsten Diabetiker fanden sich nun in der Gruppe mit dem höchsten Vollkornkonsum. Die Zahl der Diabetiker stieg sodann von Gruppe zu Gruppe, was bedeutet: Je weniger Vollkorn, umso höher die Diabetesgefahr.

Die Gruppe mit dem höchsten Vollkornkonsum hatte im Vergleich zur Gruppe, die am wenigsten Vollkorn ass, ein um 34 Prozent niedrigeres Diabetesrisiko für Männer und ein um 22 Prozent niedrigeres Risiko für Frauen.

Vollkorn: Eine der wichtigsten Lebensmittelgruppen gegen Diabetes

Schaut man sich die Gesamtstudienlage der bisherigen Forschung an, so sind Vollkornprodukte eines der wichtigsten Lebensmittel in der Diabetesprävention.

„Mit Vollkorngetreide verschaffen Sie sich zahlreiche gesundheitliche Vorteile“, sagt Rikard Landberg. „Während Weissmehl etliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, wirkt sich Vollkorn über das Diabetesrisiko hinaus noch auf viele weitere Bereiche positiv aus.“

Daher sollten Kohlenhydrate nicht grundsätzlich aus der Ernährung gestrichen werden, wie es heute viele Low Carb Diäten empfehlen.

Bisher keine Studie mit negativen Ergebnissen zu Vollkornprodukten

„Kohlenhydrate bestehen aus zahlreichen ganz unterschiedlichen Lebensmitteln bzw. Nährstoffgruppen (Zucker, Stärke, Ballaststoffe), so dass man diese nicht in einen Topf werfen kann. Da sie alle vollkommen unterschiedliche Eigenschaften und Auswirkungen auf den Körper und die Gesundheit haben, sollte man sie differenziert betrachten. In Sachen Vollkorngetreide sind die wissenschaftlichen Ergebnisse glasklar: Von all den Studien, die bisher damit durchgeführt wurden, gibt es keine einzige, die negative Effekte zeigen würde.“

Medizinskandal DiabetesKeinen Beitrag mehr verpassen: Jetzt AnonymousNews auf VKontakte abonnieren!

5 Kommentare

  1. In anderen Ländern scheint es Vollkornprodukte fast gar nicht im Handel zu geben. Der deutsche Sprachraum scheint da eher eine Ausnahme zu sein.
    Für Rohköstler sind Getreideprodukte eher hinderlich, wegen des hohen Obstanteiles, der dann zu Blähungen führt.
    Auch bei Normalköstlern sieht man kaum Vollkorn auf den Tellern.

  2. Vollkornweizen ist nur dann ein gutes Getreide, wenn es als Kamut Khorasan Weizen verwendet wird.
    Kamut ist der unverfälschte Originalweizen. Alle Veränderungen, welche im Laufe der letzten Jahrhunderte
    am Weizen vorgenommen wurden, sind für den Stoffwechsel und für den Darm problematisch. Menschen mit der Blutgruppe O sind in besonderem Maße betroffen.

    • Wir haben alle viel zu wenig Zeit für diese Warnungen, ich klicke sie inzwischen auch größtenteils ungelesen weg! Aber in die heutige hab ich doch kurz reinschauen müssen. Ihre Brisans hat mich veranlasst, mir erneut die Zeit zu stehlen, diese “Bauerfängerei” – im wahrsten Sinn des Wortes – mal wieder kommentiert an Euch weiterzuleiten, weil ich denke, dass es auch Euch interessiert und betrifft:

      Was ich u. a. in meinen Vorträgen an die Patienten weitergebe: Es geht um die genetische Veränderung von Nahrungsmitteln und den beispielsweise daraus resultierenden Darmentzündungen und – was inzwischen stark vermutet wird – den Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, die von heut auf morgen, ohne erkenntliche Vorwarnung, plötzlich aus „vollster Gesundheit“ heraus, ausbrechen
      und gegen die die Medizin wieder mal machtlos ist (und wohl auch erst mal bleiben wird).

      Wusstet Ihr z. B., dass im Weizen inzwischen – außer bis zu 40 x mehr Gluten (Gliadin enthält die Sucht erzeugenden Exorphine, die
      an unsere Morphinrezeptoren binden!) – auch noch die ATIs (Amylase-Trypsin-Inhibitoren)
      reingezüchtet worden sind? Diese
      machen das Korn resistent gegen Mehlwürmer. Prima für die Lagerhaltung! Mit dieser Bauerfängerei fangen Bayer, Monsanto & Co auch weltweit erst mal alle Bauern, bis diese merken, dass sie ordentlich über’s Ohr gehauenen werden. Da wir Menschen nur leider die gleichen Verdauungsenzyme wie Mehlwürmer besitzen, hemmen die ATIs auch unsere Bauchspeicheldrüsenenzyme (Amylase für die Kohlenhydrat- und Trypsin für die Eiweiß-Verdauung) mit dem Effekt, dass unverdaute Speiserückstände im Darm landen und ihn entzünden. Und anhaltende Entzündungen sind die Wiege vielleicht sogar ALLER unserer Erkrankungen, einschließlich . Und nicht nur von Dickdarmkrebs, wenn sie auf die anderen Gewebe des gesamten Körpers übergreifen, was sie auch fleißig tun.

      —> Wir wurden in der Tat heimlich still und leise von diesen Agrarkonzernen versklavt!! Und es wird immer schlimmer – es klingt vielleicht für Euch unvorstellbar, aber nimmt man sich die Zeit und macht sich die Mühe, hinter die Kulissen zu schauen, sieht man, wie sich hinter unserem Rücken eine furchterregende Entwicklung vollzieht .

      Die Bauern können wohl schon das Saatgut von einigen Spezies nicht mehr im Folgejahr aussähen – es wurde genetisch dahingehend verändert, dass es kein zweites Mal mehr keimt!!! So müssen sie es bei den 10 Großkonzernen jedes Jahr teuer einkaufen…. Ich empfehle Euch, diese Nachricht von Campact über die diesbezüglichen Brüsseler Gesetzesschlupflöcher kurz durchzulesen. Ich war schon vor > 30 Jahren vom französischen Landwirt und Buchautor Dr. Phillip Debrosse auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht worden, mit dem ich in den 80-iger Jahren auf einer Agrarmesse in Paris die Gelegenheit hatte, persönlich darüber zu sprechen, nachdem ich sein Buch gekauft hatte.
      Heute las ich im Internet, dass er bei sich an die 1000 verschiedene unveränderte Saaten eingelagert hat, die er jedoch nicht verkaufen darf. Kann man sich das vorstellen!?

      Durch die Veränderung in der Landwirtschaft und die Genmanipulationen der Großkonzerne unsere Lebensmittel kontinuierlich enorm an Vitalstoffen verlieren – es gibt ganze Listen darüber – man schlackert nur noch so mit den Ohren!

Kommentar schreiben

Bitte gib Deinen Kommentar ein
Bitte gib Deinen Namen hier ein