Ingwer ist die perfekte Heilpflanze für kalte Wintertage. Denn Ingwer verstärkt nicht nur die Durchblutung an der Hautoberfläche, wodurch ein wohlig warmes Gefühl entsteht. Leichtes Frösteln und eine beginnende Erkältung können dadurch bereits im Keim erstickt werden.

von Günther Strauß

Ingwer ist eine ganz besondere Knolle. Schon seit hunderten Jahren nutzen die Menschen das ätherische Öl und die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe (Gingerole und Shogaole) zur Bekämpfung von Krankheiten. Denn es muss nicht immer gleich der Gang zur Apotheke sein.

Ingwer
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Ingwer wirkt unter anderem verdauungsanregend, gallentreibend, antiemetisch (Übelkeit wird reduziert), durchblutungsfödernd, krampflösend, entzündungshemmend, blutverdünnend, leicht tonisierend (kräftigend) und ist damit eine echte Superpflanze. Besonders in der kälteren Jahreszeit gehört die Knolle daher in jeden Haushalt.

Die scharf schmeckenden Gingerole und Shogaole fördern die Speichel-, Magensaft- und Gallenproduktion, dadurch wirken diese verdauungsanregend und appetitsteigernd. Ingwer wirkt auch antiemetisch, krampflösend und bessert vor allem Übelkeit die in Folge der Reisekrankheit auftritt. Zudem wird die Bildung von Entzündungsstoffen im Körper gehemmt, wodurch leicht schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Effekte entstehen, die sich bei Erkältungskrankheiten und rheumatischen Erkrankungen positiv auswirken können. Die Blutgefäße an der Hautoberfläche werden durch Ingwer erweitert, wodurch die Durchblutung gesteigert wird und es in der Folge – besonders bei Frösteln oder kalten Extremitäten – zu einem wärmenden Gefühl kommt.

Man kann aus Ingwer ganz einfach einen Tee bereiten oder die Frischpflanze sogar kauen. Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 2 bis 4 g der getrockneten Wurzel. Pro Tasse werden 0,5 bis 1 g Ingwer verwendet und bei Bedarf 2 bis 4 x täglich eine Tasse getrunken. Ingwer sollte am besten mit heißem Wasser überbrüht und 5 Minuten aufgekocht werden. Den Ingwertee kann man auch mit dem Saft einer halben ausgepressten Zitrone ergänzen. Gerade bei Erkältungskrankheiten können die Flavonoide und das Vitamin C der Zitrone einen zusätzlichen Nutzen bringen. Empfehlenswert ist auch ein Löffel Bio-Honig, der zudem den scharfen Geschmack des Ingwers abmildert.

Eine Prise Gesundheit
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Auch zur Vorbeugung von Reiseübelkeit ist Ingwer geeignet. Dazu werden 0,5 bis 2 g Ingwer (meist in Form von Dragees, Tabletten oder Kapseln) 30 Minuten vor der Abfahrt eingenommen. Entsprechende Dragees gibt es häufig im Reformhaus oder auch im BIO-Laden zu kaufen, man muss dazu nicht zwangsläufig eine Apotheke aufsuchen.

Wichtig: Da Ingwer auch die Gallentätigkeit anregt, sollte man bei Gallensteinen oder Gallenentzündung auf Ingwer verzichten, da sich sonst das Krankheitsbild verschlechtern kann. Im Zweifel den Arzt des Vertrauens ansprechen, der natürlich im besten Fall nicht von der Pharmaindustrie gekauft sein sollte.

Etwas Kurioses zum Abschluss: Obwohl Ingwer aus Südostasien stammt, kam dieses Rhizom wegen dessen langer Haltbarkeit bereits in der Antike über Handelswege nach Europa. Hier war es als exotisches Gewürz- und Heilmittel äußerst populär und passte perfekt zur mittelalterlichen Säftelehre. Denn der scharf schmeckende und erwärmende Ingwer war in der Sicht der traditionellen europäischen Säftelehre das ideale Heilmittel bei „erkalteten Säften“, wie diese beispielsweise bei Schwäche und Erkältung zur Anwendung kamen.

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