Die Gendertheorie treibt neue Blüten: Eine Mutter möchte als Vater gelten, ein Student wird für die Aussage „Frauen haben keinen Penis“ bestraft. Gleichzeitig zeigen drei Forscher mit Hoax-Artikeln die Absurdität der genderzentrierten Wissenschaft auf.

Die Gendertheorie treibt in der westlichen Welt neue Blüten. In England macht der Fall einer alleinerziehenden transsexuellen Person Schlagzeilen, die als Frau geboren wurde, nach einer entsprechenden Operation aber nun als Mann lebt. Diese Person besteht darauf, auf der Geburtsurkunde des von ihr geborenen Babys als Vater oder Elternteil eingetragen zu werden – nicht als Mutter, wie es das britische Recht vorsieht. Die Klage des Mannes, der einmal Mutter war, wird derzeit vor dem High Court in London verhandelt.

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Ebenfalls in England hat ein Student der Universität von Durham seinen Posten als Redakteur der universitätseigenen Philosophiezeitschrift verloren, nachdem er auf seinem privaten Twitter-Account einen Artikel mit der Botschaft „Frauen haben keinen Penis“ verbreitet hatte. Angelos Sofocleous verlor wegen seiner angeblichen „Transphobie“ nicht nur den Redakteursposten, er musste auch von seinem Vorsitz der Studentenvereinigung zurücktreten.

Sofocleous verteidigte seinen Tweet und warf seinen Kritikern vor, zu „einer zivilisierten Debatte über umstrittene Themen nicht in der Lage“ zu sein. „Das sind Individuen, die glauben, das absolute Entscheidungsrecht darüber zu besitzen, welche Ideen in einem öffentlichen Forum diskutiert werden dürfen und welche Sprache dabei benutzt werden darf.“

Vergangene Woche berichtete RT Deutsch bereits über den Fall eines schwedischen Professors, gegen den universitätsintern wegen „Antifeminismus“ und „Transphobie“ ermittelt wird, nachdem er in einer Vorlesung gesagt hatte, dass Transsexualität nur bedingt eine sexuelle Orientierung sei und homosexuelle Frauen eine „männliche Sexualorientierung“ besäßen.

Unterdessen haben drei Wissenschaftler mit einer Reihe von Hoax-Artikeln, die bei anerkannten Wissenschaftsmagazinen eingereicht und zum Teil veröffentlicht wurden, verdeutlicht, welch verheerenden Einfluss die Gender-Ideologie auf das wissenschaftliche Niveau hat. Wie das Wall Street Journal  berichtet, verschickten Helen Pluckrose, Peter Boghossian und James Lindsay insgesamt 20 Hoax-Artikel, von denen sieben angenommen und vier veröffentlicht wurden. Lindsay und Boghossian hatten bereits im vergangenen Jahr im Magazin „Cogent Social Sciences“ einen Quatschartikel mit dem Titel „Der konzeptionelle Penis als soziales Konstrukt“ veröffentlicht.

Das Magazin „Gender, Place & Culture“, das sich auf „feministische Geographie“ konzentriert, veröffentlichte im Mai das Papier eines Autors, der vorgab, „sexuelles Fehlverhalten“ von Hunden in einem Park in Portland beobachtet zu haben, und behauptete, dass Hundeparks „Brutstätten für hündische Vergewaltigungskultur“ darstellten. Im Magazin „Fat Studies“ erschien im April ein weiterer dieser Artikel. In diesem wurde Bodybuilding als „Fett ausschließend“ kritisiert, und die Schaffung eines „Fett-inklusiven“ Bodybuildings proklamiert.

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Ein Artikel für das „Journal of Poetry Therapy“ beschrieb monatliche spirituell-feministische Treffen. Das Journal „Affilia“ akzeptierte einen Artikel mit dem Titel „Unser Kampf ist mein Kampf: Solidarischer Feminismus als intersektionale Antwort auf neoliberalen und Wahl-Feminismus“. In diesem brachten die Autoren ein umgeschriebenes Kapitel von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ unter, ohne dass die Herausgeber daran Anstoß nahmen.

Die drei Wissenschaftler, die ihre Artikel unter falschem Namen eingereicht hatten, verteidigten ihr Vorgehen. Es sei ihnen nicht darum gegangen, Streiche zu spielen, sondern den Zustand der Sozialwissenschaft aufzudecken. „Ich glaube, bestimmte Bereiche der Wissensproduktion in den USA sind korrumpiert“, erklärte Boghossian. Jeder, der Forschung über Identität, Privilegien und Unterdrückung in Frage stelle, werde der Intoleranz beschuldigt. Für ihre eigenen Karrieren erwarten die drei jetzt Nachteile.

Dass der westliche Wissenschaftsbetrieb ein Problem mit der Ideologisierung der Wissenschaft hat, wird wenigstens teilweise auch innerhalb des „Academia“ genannten Milieus eingeräumt. Yascha Mounk, deutsch-amerikanischer Politologe in Harvard, der hierzulande Anfang des Jahres einige Bekanntheit erlangte, als er die Migration in Deutschland als „einzigartiges Experiment“ zur Schaffung einer „multiethnischen Demokratie“ beschrieb, nahm die Hoax-Artikel zum Anlass, um den Wissenschaftsbetrieb auf Twitter zu kritisieren.


Die Kritik, die er selbst auf seine Tweets hin erntete, verdeutlicht, dass auch diese Äußerung für Viele außerhalb des Spektrums des noch Aussprechbaren lag. Damit kann auch die wissenschaftliche Debattenkultur als Opfer der Gendertheorie gelten.

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