Derzeit existieren auf unserer Welt sieben Kontinente. Noch! Wie viele Menschen bereits witzeln und verweisen auf eine Fläche im Pazifischen Ozean, die zunehmend größer wird und schon jetzt ein Gebiet abdeckt, das fünfmal so groß wie die BRD ist! Jenes Gebiet liegt zwischen Kalifornien und Hawaii wo sich verschiedene Meeresströmungen treffen und wie ein Bote diverse Teile dort hin treiben. Doch dieser Bote wird zu einem Unheilsboten wenn man seine Fracht mal genauer betrachtet. Plastikmüll!

Besser leben ohne Plastik
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Unmengen an Plastikmüll und Plastikpartikel werden von den Strömungen und Wirbeln der Meere hier her getrieben und bilden mittlerweile eine Fläche von gigantischem Ausmaß. Wie hier zu lesen ist, handelt es sich um eine Ansammlung von ungefähr 1,8 Billionen Plastikteilchen, die über fünf Zentimeter groß sind und diesen „achten Kontinent“ im Pazifischen Ozean bilden. Sämtliche kleineren Teilchen sind in dieser Rechnung noch nicht mit eingerechnet. Jährlich kommen geschätzte acht Millionen Teile von Plastikmüll dazu! Einer vorsichtigen Schätzung nach soll im Jahre 2050 bereits mehr Plastik sich im Meer befinden als Fische. Da sollten bei jedem klar denkenden Menschen, dem seine Umwelt nicht scheißegal ist, die Alarmglocken schrillen. Das billige und vermeintlich praktische Plastik wird zum Fluch der Menschheit, das wie ein Damokles-Schwert über uns schwebt!

Die Problematik für den Menschen erklärt sich bei einer genaueren Betrachtung. Der Mensch ignoriert die Tatsache, dass er den Plastikmüll derzeit noch nicht vollständig recyceln kann und produziert munter darauf los, weil es bequemer und vor allem billiger ist. Weil der Mensch zuweilen sehr arrogant und ignorant ist, schmeißt er einen Großteil, besonders in den asiatischen Lebensräumen, des Mülls einfach weg oder eben ins Meer. Das Plastik treibt auf dem Wasser und wird durch das UV der Sonne in immer kleinere Teilchen aufgespalten, bis auf Mikrogröße. Durch Ablagerung und seine Farben wird dieses kleinere Plastik oft von Tieren als Beute mißverstanden und gefressen. Manche Tiere verenden grausam an dieser Vergiftung oder auch der Verstopfung ihrer Organe oder werden von Fischern aus dem Meer gezogen, wo sie dann von Menschen gefressen werden, der dann im Grunde genommen seinen eigenen Abfall zu sich nimmt. Das ist der böse Kreislauf des Plastiks.

Nun sprechen Forscher und Wissenschaftler bereits scherzhaft von einem wachsenden Kontinent. Händeringend wird nun nach einer vollständigen Verwertung von Plastik gesucht, doch eine schlußendliche Lösung bleibt bisher aus. Auf Segelreporter ist zu lesen, dass die EU eine Richtlinie gegen Plastikabfall erlassen hat, wobei eine Richtlinie auch nur eine bessere Empfehlung ist. Demnach hat man klassischen Müll auf eine schwarze Liste gesetzt und fordert eine umweltgerechte Alternative. Auf dieser schwarzen Liste sind Geschirr, Besteck, Wattestäbchen, Strohhalme, Kaffeerührer, Ballonhalter, Deckel- und Dosen aus Plastik. Lobend sei hierbei erwähnt, dass diverse Verkaufsläden bereits auf Plastiktüten als Tragetasche verzichten.

Plastik im Blut
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Nun ist vor kurzem ein Pilotprojekt mit Namen „The Ocean Cleanup“ an den Start gegangen. Jenes wurde im Jahr 2013 von dem 18-jährigen Boyan Slat ins Leben gerufen und gegründet worden. Wie auf Utopia.de zu lesen war, hat seit 2013 „The Ocean Cleanup“ über 30 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, unter anderem durch Crowdfunding. Derzeit hat der nun 24 jährige Slat 60 Mitarbeiter und zahlreiche kleinere Testläufe hinter sich. Das Gerät mit dem er gegen den Plastikabfall antreten möchte, nennt sich „System 001“ und funktioniert denkbar einfach, wenn auch sehr ausgeklügelt. An einem 600 Meter langen Schwimmkörper, der wie ein dicker Fangarm aussieht, hängt ein drei Meter Unterwassernetz dran, welches eine ähnliche Funktion haben soll wie ein „Schaber“, so Slat. Mittels eines Schleppers wird das „System 001“ auf das Meer hinaus gezogen. Dort soll es sich dann, unter Ausnutzung der Meeresströmungen wie eine Art Gürtel um den im Meer treibenden Plastikmüll legen, wo dieser dann abgeschöpft werden kann und zur Entsorgung gebracht wird.

Bis 2040 will die Stiftung „The Ocean Cleanup“ laut euronews mit diesem Verfahren, weltweit 90 Prozent des Plastikmülls in den Ozeannen beseitigen. Ein sehr ehrgeiziges Ziel. In der Bucht von San Francisco ist diesen Sommer der Startschuß für die große und zwei Wochen dauernde Generalprobe gefallen. Bei Erfolg geht es weiter ins Zielgebiet und man hofft auf ein aussagekräftiges Ergebnis; denn es wurden bereits Gedanken über die Weiterentwicklung des Projektes gemacht, das in der Öffentlichkeit auf großes Wohlwollen gestoßen ist. Demnach plant man etwa 60 weitere „System 001“-Geräte zu bauen, sollte alles von Erfolg gekrönt sein. Nebenbei beweist der charismatische Holländer Boyan Slat, dass das ewige Debattieren über man soll oder sollte zu keinem Ergebnis führt. Er hat das Risiko gewagt und etwas getan das weite Kreise mit sich zieht und hoffentlich zu einer Verbesserung der Müllproblematik in den Ozeanen führt.

Wir drücken dem jungen Pionier ganz fest die Daumen, doch sollten wir das Handeln nicht immer anderen überlassen. Bereits im Kleinen kann man das Übel schon vor dem Entstehen bekämpfen. Nach einer Statistik erzeugt jeder Deutsche etwa 37 kg Plastikmüll pro Jahr. Wenn man etwas bedachter einkauft, sich für umweltfreundlichere Alternativen entscheidet, die nicht immer wesentlich teurer sind, so kann man auch hier einen Beitrag leisten, der uns allen zu Gute kommt – denn Umweltschutz ist Heimatschutz!

Wer seine Heimat liebt, der müllt sie nicht gedankenlos zu, sondern sorgt durch sein vorbildliches Handeln, das es auch für die nachfolgende Generation noch eine Wonne ist, in der Natur zu spazieren, anstatt im Slalom um Unrat und Giftmüll zu wandern.

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