Vergangene Woche wurde Griechenland erneut von einem Bankenbeben erfasst. Die vier größten griechischen Banken – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – haben an der Athener Börse einen wahren Absturz erlebt. Bereits seit September hat es in Griechenland wieder gekriselt, obwohl im Sommer noch getönt wurde, die Finanzkrise sei überwunden. Politiker und Leitmedien waren der Meinung, dass Griechenland keine Hilfe mehr benötige. Doch das Gegenteil ist der Fall. Griechenland ist am Ende.

von Norbert Zerr

Griechische Großbanken stürzen ab

Seit Oktober hat sich die Krise wieder verschärft. Die vier größten Banken verloren bis zu 40 Prozent an Wert, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Wie kann das sein? Hatten die vier Großbanken nach der Entlassung Griechenlands aus dem Euro-Rettungsschirm nicht erst den Stresstest der EZB bestanden? Sie attestierte den vier systemrelevanten Großbanken, auch schwere Wirtschafts- und Börsenturbulenzen überstehen zu können.

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EZB Stresstest ist eine Farce

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die sogenannten „Stresstests“ der EZB als reines PR-Instrument, um die Öffentlichkeit über die wahre Situation der Finanzsysteme hinweg zu täuschen. Denn die griechischen Notenbanken haben in den vergangenen acht Jahren jeden Stresstest der EZB bestanden – und sind dreimal pleite gegangen. Die Ergebnisse der Stresstests sind also vollkommen unbrauchbar. Denn ein Großteil der Bankengeschäfte wird von unregulierten Schattenbanken abgewickelt. Vor allem die hochriskanten Geldgeschäfte, wie etwa der Derivaten-Handel, entziehen sich jeglicher Kontrolle durch die EZB. Sie tauchen in den Bilanzen gar nicht erst auf.

Zudem halten die vier Großbanken faule Kredite, die entweder nicht mehr bedient werden können, oder ausfallgefährdet sind. Griechenland löst diese Probleme seit acht Jahren mit Geldern aus dem Euro-Rettungsschirm und hat seitdem Kredite in Höhe von knapp 300 Milliarden Euro aufgenommen. Die Summe der Schulden entspricht 180 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung. Der Schuldenberg kann also niemals aus eigener Kraft abgebaut werden und der Wert ist der höchste in Europa.

Griechenland ist am Ende

Griechenlands Gläubiger haben die Kreditrückzahlungen immer weiter gestreckt. Die Restlaufzeit des ESM-Kredits beläuft sich mittlerweile auf 32 Jahre. Einige Kredite wurden sogar auf 42 Jahre verlängert. Die Zahlen belegen doch, dass sowohl Griechenland als auch seine Banken vollkommen bankrott sind. Der Finanzsektor Griechenlands ist vollkommen außer Kontrolle geraten. Ein erneut eingestandener Bankrott der griechischen Banken und Griechenlands könnte aufgrund der Verflechtungen mit ausländischen Kapitalgebern und der dadurch unkalkulierbaren Risiken für den Euro höchstwahrscheinlich zu einem Zusammenbruch des ganzen Systems führen.

Der deutsche Steuerzahler soll wieder ran

Deshalb soll jetzt mit Hilfe eines „Investitionsplans“ die neue Krise abgefedert werden. Mit Steuergeldern aus der EU, denn ein Bail-in von Geldern aus der EU (Anleger, Aktionäre etc.) wird erst gar nicht mehr in Betracht gezogen – aus Angst vor den politischen Konsequenzen. Die nächsten Zahlungen der EU-Steuerzahler – und vor allem der Deutschen – werden also kommen – vermutlich still und heimlich. Und die griechische Bevölkerung wird weiter ausgeblutet. 35 Prozent der Griechen leben inzwischen an der Armutsgrenze, Rentner werden weitere Rentenkürzungen hinnehmen müssen und die Mittelschicht wird von einer Steuerlast von bis zu 75 Prozent erdrückt.

Was sich in Griechenland abspielt ist eine verbrecherische Insolvenzverschleppung zugunsten der internationalen Finanzeliten und auf Kosten der Mittelschicht und Armen der griechischen Bevölkerung.

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3 Kommentare

  1. Es interessierte bisher keine Sau wenn ich schrieb, dass -Gr- schon 1 Billion Miese hat, und gar 23 Billionen nutzloser Derivate auf Hilfe warten. Also ist es Wurscht was passiert, gell?

  2. Griechenland ist wirtschaftlich genauso TOT wie Italien. All diese verwesenden Leichname reissen NOCH einigermassen um ihr Überleben kämpfende Gebilde wie die BRD mit in den Abgrund.

  3. Richtig. Es ist ein Trauerspiel, dass es keinen einflussreichen Politiker gibt, der endlich sagt „schluss – aus – vorbei“. Raus aus dem Euro und schauen was passiert. Denn die Wahrheit ist, NIEMAND weiß was passiert – vielleicht wird alles ganz schlimm, vielleicht kräht aber auch kein Hahn nach. Oder alles in einen Topf – alle Schulden, alle Verbindlichkeiten weg.

    Klar ist nur eins, SO wie JETZT funktioniert es nicht. Bisher wurde nur noch taktiert – es MUSS eine neue Strategie her!

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