Seit Jahrzehnten kämpft die Frauenbewegung in der Türkei gegen die Verheiratung minderjähriger Mädchen. Obwohl das gesetzliche Alter inzwischen auf 18 Jahre heraufgesetzt wurde, wird diese Unsitte im Verborgenen weitergetrieben: Die machtvolle Religionsbehörde Diyanet empfiehlt es so und beruft sich auf den Koran: Demzufolge sind Mädchen schon mit neun Jahren heirats- und gebärfähig.

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Die Türkei, eigentlich ein säkularer Staat, in dem islamische Gelehrte keinen Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen dürfen, entwickelt sich unter Recep Tayyip Erdogan zunehmend in ein fundamentalistisch islamisches Land; die türkischen Gemeinden hierzulande scheinen dies zu begrüßen. Der Ministerpräsident hatte sich bereits vor Jahren für das verbotene Kopftuch starkgemacht – seine Frau Emine, die vom Harem schwärmt und wie ihr Mann auf die osmanische Glorie vergangener Zeiten setzt, geht mit „gutem“ Beispiel voran und zeigt sich nie ohne. Mit diesem Vorstoß hat er vor allem bei konservativen Wählern gepunktet und sich seine Macht gesichert – auch die erleichterte Ehe für Minderjährige wird von ihm gefördert.

So machte sein Parlament bereits im Herbst 2017 den Weg frei für ein äußerst umstrittenes Gesetz, das den Geistlichen im Land mehr Rechte bei der Eheschließung einräumt. Durften diese bislang nur von Standesbeamten rechtsgültig vollzogen werden, sind nun auch die sogenannten Mufti-Ehen („Imam Nikahı“) erlaubt – in etwa zu vergleichen mit der kirchlichen Trauung hierzulande. Ali Ekber, Sprecher der unter Erdogans Fuchtel stehenden staatlichen Religionsbehörde Diyanet, sagte gegenüber der türkischen Zeitung Cumhurriyet, dies sei nötig, um den „Fortbestand der Menschheit“ zu sichern und Unzucht zu verhindern.

Damit sind der Kinderehe – nichts anderes als Kinderschändung – Tür und Tor noch weiter geöffnet. Zwar ist deren Zahl laut dem Türkischen Institut für Statistik TurkStat in den vergangenen zehn Jahren um 45,5 Prozent zurückgegangen, insbesondere in der Altersgruppe von 16- bis 17-Jährigen. Berücksichtigt wurden hier aber nur die von Standesbeamten geschlossenen und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Ehen, denen zufolge minderjährige Mädchen in Ausnahmefällen und mit Zustimmung der Eltern mit 17, mit richterlicher Genehmigung auch mit 16 Jahren verheiratet werden können.

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Opposition schätzt Zahl der Kinderehen im Land auf ein Drittel

Doch traue man keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat, beziehungsweise den Zahlen, die von ihr gar nicht erst erfasst werden – weil die Minderjährigen-Ehe eben lediglich von einem Imam geschlossen wurde und wird. Deren Dunkelziffer schätzt die türkische Opposition auf ein Drittel aller Ehen im Land. Und die Regierungspartei AKP arbeitet daran, Kinderehen zu legalisieren – mithilfe der Diyanet, der höchsten Religionsbehörde in der Türkei, die direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt ist.

Da in der Türkei sowohl ziviles als auch islamisches Recht gilt, fürchten Kritiker wie Aykan Erdemir die Aufwertung des islamischen, denn „viele AKP-Anhänger halten es für unakzeptabel, dass das Zivilrecht über dem religiösen stehen soll“, so der Politikanalyst und ehemalige türkische Politiker gegenüber bento. Die Versuche der AKP, die Ehe für Minderjährige zu erleichtern, werde Zwangsehen ermöglichen und damit auch zu Vergewaltigung und Missbrauch beitragen.

Das Gesetz zur „Mufti-Ehe“ sei eine klare Beschneidung der Frauenrechte, befindet die Gender-Forscherin Nazan Moroğlu (Quelle: Guardian). Solcherart Bedenken hatte Erdogan in gewohnt charmanter Weise abgeschmettert: „Ob Ihr es wollt oder nicht, das Gesetz wird kommen.“ Die neue Regelung diene dem Schutz der Frauen und Kinder, weil die Muftis an die Bestimmungen des Zivilrechts gebunden seien… Dass dies aber nicht der Fall ist, beweist Diyanet mit seiner Empfehlung für Kinderehen.

In Erdogans zunehmendem Gottesstaat, in dem die Geistlichen immer mehr Befugnisse bekommen, könne das Parlament beim Kampf gegen Kinderehen nicht viel ausrichten, bemängelt die Frauenrechtlerin Gülsun Kanat vom Istanbuler Frauenschutzverein Mor Cati. Sie hat beobachtet, dass Kinderehen wieder zunehmen. Die türkischen Gesetze seien zwar in den vergangenen Jahrzehnten stetig verbessert worden, die zum Schutz von Frauenrechten würden aber von den Gerichten nicht ausgeschöpft, von den Behörden oft nicht angewandt. Das liege vorrangig an der Vorherrschaft des Mannes in der türkischen Gesellschaft. Hinzu kommt der Mythos „Jungfräulichkeit“, der überwiegend in islamischen Gesellschaften vorherrscht. Ein weiterer treibender Motor für Kinderehen sind die Unterhaltskosten für die Tochter, die man frühest möglich an einen Ehemann delegieren will, was neben Armut insbesondere in patriarchalisch geprägten Gesellschaften gilt.

Aufwind hat die Kritik an Kinderehen unlängst bekommen durch einen türkischen Hochzeitsfotografen, der nach seiner Weigerung, Aufnahmen von der Kinderbraut (15) zu machen, von seinem Kunden windelweich geprügelt wurde. Dem in Sozialen Netzwerken als Held gefeierten Onur Albayrak ist daraufhin gelungen, woran türkische Frauenverbände scheiterten: Die gesellschaftliche Ächtung von Ehen, in denen kleine Mädchen an teilweise alte Männer verschachert werden.

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Gefahr für Minderjährige

Und so steht die Diyanet einmal mehr in der Kritik, denn ihr untergeordnet sind sämtliche Imame im Land – auch im Ausland. Auch in Deutschland: Hier kontrolliert sie im Auftrag Erdogans den deutsch-türkischen Verband Ditib und bestimmt maßgeblich, was Türken hierzulande gepredigt bekommen: Die Befürwortung von Kinderehen mag nicht ausgeschlossen sein… Eine große Gefahr für minderjährige Mädchen, aber auch Jungen: Oftmals kehren sie aus dem „Heimat“-Urlaub zwangsverheiratet zurück. Die Ehe wurde von den Eltern beschlossen; ein Mitspracherecht haben sie nicht; Zahlen darüber liegen der Bundesregierung nicht vor.

Angesichts sich ausweitender Parallelgesellschaften, die ihre eigenen Regeln anstelle des deutschen Grundgesetzes bevorzugen, dürften in Hinterhöfen von Imamen geschlossene Ehen hierzulande, wo ein Mindestalter von 18 Jahren gilt, bald zum Alltag gehören. Vor einem Jahr trat zwar das Gesetz zur Bekämpfung von Ehen minderjähriger Migranten in Kraft. Über deren Anzahl hat die Bundesregierung indes ebenfalls keinen blassen Schimmer, da eine systematische Erfassung von im Ausland geschlossenen Kinderehen seitens der Bundesregierung nicht stattfindet, wie eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion ergab (Quelle: Die Welt). Der MDR spricht für das Jahr 2016 von fast 1500 Ehen mit Minderjährigen – davon 461 mit Kindern unter 15 Jahren, die im Zuge der „Flüchtlings“-Welle ins Land kamen. Der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte eine generelle Auflösung solcher „Ehen“ abgelehnt, für Ausnahmen von der Regel plädiert…

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7 Kommentare

  1. Das ist ja echt widerlich wenn ich diesen alten Sack neben diesem Mädchen sehe. Ist es eine dieser Jungfrauen den der Koran verspricht? Ich hoffen dem fault sein Pimmel ab.

  2. Gibt es daher so viele grüne Kinderficker die auch das Kinderbumseintrittsalter bei 12 Jahren sehen wollen? oder sind es schon 22% der Wähler die auch Kinder ficken? ich meine ja nur, weil die in Hessen bei 22% lügen sollen. lol.

  3. Der Absud eines Kranken Hirns enthält dieser Art
    Perversionen und schlägt sich in der hochporno-
    grafischen, jugendgefährdenden Hetzschrift mit
    dem Titel “Koran” nieder! Ein Verbot dieser Anlei-
    tung zu Straftaten ist überfällig!
    Die hingeschmierten Ergüsse des egyptischen
    Raubnomaden Muhammad, alias Mohammed,
    Mörder und Kindervergewaltigers! Einfach
    ekelhaft

  4. “Kinderehen sind nötig, um Fortbestand der Menschheit zu sichern”

    Dieses zurückgebliebene hinterwäldlerische Dreckspack hat den Schuss wohl nicht gehört.. Ich verstehe nicht, warum soetwas auch von deutscher Seite bewilligt wird.. Die Welt wird immer kranker und bald bekriegen wir uns und werden uns letztendlich alle vernichten.. Mensch sein bedeutet nicht Menschlichkeit..

  5. Ah, deswegen sind die Grünen so geil darauf, möglichst viele von denen ins Land zu lassen!

    Und viele Bayern auch, sollte man den “Wahl”-Ergebnissen Glauben schenken!

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