Wenn Sportler im Laufe ihrer Karriere zu oft was an den Kopf gekriegt haben, in die Politik gehen, kann so etwas dabei herauskommen: Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat nach einem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Kiew den baldigen Rückzug Merkels aus der Politik bedauert und vor den Folgen für die Ukraine gewarnt. „Die Nachricht, dass Merkel sich als CDU-Vorsitzende zurückziehen wird, war die meist diskutierte der Woche“, schreibt Klitschko in einem Gastbeitrag für die „Bild-Zeitung“ (Freitagsausgabe). Und viele Menschen fragten sich: „Wie gefährlich wird es für unser Land, wenn sie einmal nicht mehr Kanzlerin sein wird? Was wird Putin tun, wenn Merkel ihm nicht kontra gibt?“, schreibt Klitschko weiter.

„In den Nächten, in denen wir bei minus 30 Grad mit hunderttausenden auf dem Maidan gegen den korrupten Präsidenten Janukowitsch und für Europa demonstriert haben, wussten wir immer, dass auch die mächtigste Frau der EU auf uns schaut“, schreibt Klitschko. „Als Russlands Präsident Wladimir Putin die Krim annektieren ließ, dann seine Soldaten in die Ostukraine schickte, hat sich Merkel nie in die Irre führen lassen.“ Sie habe immer gesagt, was sei, sie habe mit Sanktionen auf das Unrecht reagiert.

„Und Putin hatte vor ihr Respekt. In den Nachtsitzungen von Minsk hat Merkel 2015 genauso auf der Seite der Ukraine gestanden, nie opportunistisch, sondern immer den eigenen Wertevorstellungen verpflichtet. Ich bin traurig darüber, dass die für mich beeindruckenste Politikerin der Welt bald ihre politische Karriere beenden wird“, schreibt der Kiewer Bürgermeister weiter.

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Und hier erfahren wir, warum Klitschko so freundlich spricht:

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Ukraine umfassende Hilfeleistungen in diversen Bereichen zugesichert. „Wir versuchen Unterstützung zu geben, sowohl im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, als auch im Bereich der wirtschaftlichen Hilfe. Gerade der ungebundene Finanzkredit ist ein Beitrag, der gerade die sehr schwierige Haushaltslage so verändern soll, dass Investitionen getätigt werden können“, sagte Merkel bei ihrem Ukraine-Besuchs am Donnerstag.

Große Aufmerksamkeit solle hierbei der Wissenschaftssektor bekommen. „Wir können heute auch eine Zusage machen, dass wir die Exzellenz in der Wissenschaft mehr fördern als bisher, jedes Jahr mit zwei Millionen Euro, sodass Wissenschaftler hier auch Exzellenzcluster bilden können. Denn Innovation ist von allergrößter Wichtigkeit“, so die Kanzlerin weiter.

Abseits der finanziellen Unterstützung helfe Deutschland bereits mit Expertenwissen. „Wir haben mit Herrn Milbradt einen deutschen Experten geschickt, der sich bei den Fragen der Dezentralisierung auskennt“, so Merkel. Wer kritisiert schon seine Gönner.

Das mag ja alles sein. Nur war und ist Frau Merkel nicht die Bundeskanzlerin der Ukraine, sondern von Deutschland und da ist nun endlich ihre letzte Runde eingeläutet worden.

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