Nein, Sie haben sich nicht verlesen. Tatsächlich ist es der chinesische Premierminister Li Keqiang höchstselbst, der ein gnadenloses Vorgehen gegen Patentverletzungen und den Diebstahl geistigen Eigentums ankündigt. Roman Baudzus fragt sich, was hier wohl dahinter stecken mag…

Inzwischen ist es kaum mehr ein Wunder, dass sich das aufmerksame Auge der Finanzmärkte wieder verstärkt der Lage in China zuwendet. Es ist schon lange nicht mehr alles Gold, was im Reich der Mitte glänzt.

Die Probleme sind mannigfaltig

Zu dem jüngsten Einbruch an den chinesischen Festlandbörsen gesellt sich eine ganze Reihe von anderen Themen, welche die internationalen Kapitalmärkte umtreibt. Hierzu gehört zum Beispiel das sich abschwächende Wirtschaftswachstum in China.

Doch auch die Zinsschere, die sich zwischen den Vereinigten Staaten und China immer weiter öffnet wird neben einem Wiederaufflammen der Kapitalflucht, abermals sinkenden Devisen- und Währungsreserven sowie den sichtbar werdenden Problemen im Schattenbankensystem des Landes diskutiert.

Das Wort von ersten Bank Runs auf Kleinbanken in der Provinz macht mittlerweile ebenfalls die Runde. Und so verwundert es kaum, dass die allgemeine Erwartungshaltung unter vielen Marktakteuren schon bald wieder mit einem Öffnen der Geldschleusen durch die People´s Bank of China rechnet.

Doch ganz so einfach scheinen die Dinge im Angesicht eines technisch angezählten Yuans/Renminbis momentan nicht zu liegen. In etwa auf eben jene Weise äußerte sich heute auch Chinas Premierminister Li Keqiang bei einem Besuch im Stadtstaat Singapur. Denn laut Li benötige sein Land insbesondere die Durchsetzung von dringend notwendigen Reformen.

Reformen statt ewiger Stimuli

Nur auf diese Weise ließe sich den heimischen Unternehmen dabei helfen, das ökonomische Wachstum im Angesicht des Handelskriegs mit den Vereinigten Staaten anzukurbeln. Li gab sich nicht als Befürworter einer Neuauflage von Stimulierungsprogrammen zu erkennen.

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Er teilte hingegen klipp und klar mit, dass eine sich abschwächende Wirtschaft in China viel eher wieder mittels einer Anpassung der bestehenden Wirtschaftsleitlinien im Reich der Mitte flott gemacht werden solle. Dabei gab sich Li als Kritiker einer ausufernden Bürokratie in der Heimat zu erkennen.

Diese Sichtweise bezog sich insbesondere auf die Dauer einer Erteilung für Unternehmens- und Firmenlizenzen, der Abführung von Steuern sowie staatliche Gebührenzahlungen. Und Li drückte sich auf unmissverständliche Art und Weise aus, explizit darauf hinweisend, dass „unser Land in der jetzigen Situation keine massiven Stimulierungsprogramme im Angesicht des Abwärtsdrucks auflegen wird“.

(„Despite the downward pressure, we will not resort to massive stimulus. We will make adjustments as appropriate. We want to energize the market, in particular, market entities, and we have the conditions to do that.“)

Wenn der chinesische Premier plötzlich klingt wie der US-Präsident…

Vielmehr werde seine Regierung ohne Gnade gegen heimische Unternehmen vorgehen, die sich Patentverletzungen und einem Diebstahl von geistigem Eigentum schuldig machten. Hm, all dies hört sich aus meiner Sicht schon so an, als ob Donald Trump der Premierminister Chinas wäre.

Vielleicht mag sich Li auf die aus den USA ertönenden Vorwürfe bezogen haben, laut denen sich China aggressiven Angriffstaktiken bediene, die zum Ziel haben sollen, sich in Besitz von Technologien zu bringen, um die auf diesem Gebiet vorherrschende Vormachtstellung der Vereinigten Staaten zu brechen.

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