Staatliche Goldreserven im Ausland zu lagern ist – mit Verlaub – außerordentlich dämlich. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht bei mehreren Staaten gängige Praxis ist. Venezuela etwa lagert einige Tonnen staatlichen Goldes in England. Die Bank of England verweigerte nun die Herausgabe mit einem mehr als fragwürdigen Verweis auf Geldwäscherichtlinien.

von Roscoe Hollister

Venezuelas Präsident Maduro hat von der Bank of England die Herausgabe des staatlichen Goldes verlangt. Es handelt sich um 14 Tonnen des Edelmetalls im Wert von ca. 552 Millionen US-Dollar. Zugegebenermaßen ist dies für eine staatliche Goldreserve nicht sonderlich viel, dennoch muss man bedenken, dass für das krisengebeutelte Land selbst diese Menge an Gold eine große Unterstützung darstellt. Und einen Teil der staatlichen Reserven ist glücklicherweise bereits im Land untergebracht.

Die Bank of England weigert sich allerdings, das restliche Gold herauszugeben. Eine entsprechende Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ließ das Bankinstitut unbeantwortet. Es scheint also einiges im Argen zu liegen. Die Begründung für die Weigerung, das Staatsgold Venezuelas herauszugeben, führt die Bank of England tatsächlich Geldwäscherichtlinien an.

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Dass einfache Bürger der Geldwäsche verdächtigt werden, ist heute schon fast normal. Oft werden derartige Richtlinien auch einfach nur zur Schikane von Kunden vorgeschoben. Selbst die Auszahlung von größeren Geldbeträgen wurden Kunden bereits mit Verweis auf einen Geldwäscheverdacht verwehrt – ist das nicht skurril? Und nun soll der Staat Venezuela Geldwäsche betreiben, das setzt dem kriminellen Treiben der Bankenwelt noch die Krone auf.

Da liegt der Verdacht nahe, dass die Bank of England sich nicht grundlos weigert, die Goldvorräte herauszugeben. Ist das Gold überhaupt noch vorhanden?

Hat die Bank of England das Edelmetall vielleicht still und heimlich weiter veräußert? Die Spekulationen sind groß, die Zeit wird zeigen, wie es um das venezolanische Gold steht.

Wer sein Gold ebenfalls nicht unter eigener Kontrolle hat ist – erraten Sie es? – klar, die BRD. Vom gesamten Goldbestand von 3.378 Tonnen (Stand: 31. Dezember 2016) lagert mehr als die Hälfte im Ausland. 1.236 Tonnen (36,6 %) liegen bei der US-Notenbank Fed in New York, 432 Tonnen (12,8 %) bei der Bank of England in London und 91 Tonnen (2,7 %) bei der Banque de France in Paris. Die westlichen Besatzungsmächte verfügen gemeinsam über den Großteil des deutschen Goldes. Seit Jahrzehnten fordern verschiedene Interessensgruppen und Einzelpersonen die Rückholung der Goldreserven nach Deutschland. Doch auch 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist dies noch immer nicht vollzogen. Manche Menschen befürchten gar, unser Gold – insbesondere das in den USA – sei gar nicht mehr vorhanden und würde deshalb nicht heim geholt. Auch hier bleibt es spannend.

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