Deutschland gehe es gut. So suggerieren es die Regierenden. Doch die Wahrheit sieht anders aus. So viele Bürger wie nie zuvor gelten als überschuldet, Tendenz weiter steigend.

von Peter Entinger

Im laufenden Jahr ist die Zahl der überschuldeten Personen in der Bundesrepublik um rund 19000 auf mehr als 6,9 Millionen gestiegen, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit. Bei gut jedem zehnten Erwachsen sind die Gesamtausgaben dauerhaft höher als die Einnahmen. Überdurchschnittlich stark zugenommen hat nach Angaben der Experten erneut die Altersüberschuldung. Creditreform stufte in diesem Jahr rund 263000 Menschen in Deutschland ab 70 Jahren als überschuldet ein. Das entspricht einem Anstieg um fast 70000 Fälle oder 35 Prozent.

Mit einer Verschuldungsquote von 11,69 Prozent liegt das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen deutlich über dem Durchschnitt von 10,04 Prozent. Schlechter schnitten unter den Bundesländern nur Berlin, Sachsen-Anhalt und Bremen ab. Mit einer Quote von 7,43 Prozent steht Bayern vor Baden-Württemberg (8,31 Prozent) am besten da. Interessant ist die Entwicklung in der Hauptstadt. Fast jeder achte Erwachsene (12,42 Prozent) kann dort seine Verbindlichkeiten nicht tilgen.

Laut Creditreform geht die Quote in der Stadt seit fünf Jahren zurück. 2013 hatte der Wert in Berlin noch bei 13,12 Prozent gelegen. Im gleichen Zeitraum stieg die Überschuldungsquote in Städten wie Nürnberg, Leipzig, Essen, Dortmund und Duisburg. Unter 401 deutschen Städten belegt Berlin Rang 349.

Offensichtlich wird Wohnen in deutschen Großstädten in vielen Fällen zunehmend zum Überschuldungsrisiko. „Auch wenn im Ranking der Ursachen von Überschuldung die Kosten für das Wohnen erst an neunter Stelle von den Betroffenen genannt werden, zeigen die gestiegenen Verbrauchsausgaben die Rolle, die vor allem die Mietpreissteigerungen spielen“, erläutert Michael Bretz, Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung gegenüber der „Wirtschaftswoche“. Der Grund sei, dass Verbraucher der Begleichung von Mietschulden zumeist eine hohe Priorität einräumen. „Die Nichtzahlung von Mietkosten hat für den Mieter meist harte Folgen“, so Bretz. „Deshalb werden Mietkosten selbst bei knapper werdenden finanziellen Ressourcen meist vorrangig beglichen.“

Die Entwicklung in der Hauptstadt sei vor allem darauf zurück-zuführen, dass in den vergangenen Jahren verstärkt wohlhabende, junge Menschen in die Metropole gezogen seien.

Die Experten setzen die Ergebnisse ins Verhältnis zur aktuellen Stimmungslage in der Bundesrepublik und sprechen von „Licht und Schatten. Die Stimmungslage in der deutschen Wirtschaft bewegt sich zwischen Stagnationsangst und Euphorie. Deutschland sieht zwei Entwicklungen gleichzeitig: Zum einen ziehen höhere Energie- und Mobilitätskosten sowie eine insgesamt gestiegene Inflation den Verbrauchern das Geld aus den Taschen, andererseits sind derzeit so wenige Menschen arbeitslos wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.“

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Die Wirtschaftsauskunftei Cre­dit­reform rechnet für die nahe Zukunft trotz dieser sehr positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht mit einer nachhaltigen Entspannung. Vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass die Überschuldungszahlen weiter ansteigen werden, schreiben die Autoren der Auswertung. „Angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen ist für die nächsten Monate nicht davon auszugehen, dass die Überschuldungszahlen in Deutschland sinken werden. Hierzu werden sicherlich auch die weiter steigenden Immobilien- und Mietpreise beitragen“, heißt es im Schuldner-Atlas. „Nicht alle Menschen werden vom wirtschaftlichen Aufschwung erreicht. Mehr als 50 Prozent unserer Ratsuchenden haben ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro. Und das ist natürlich sehr sehr knapp, wenn man in einer Großstadt lebt und hohe Mieten zahlen muss“, sagte Michael Eham von der Schuldnerhilfe Köln der ARD.

Experten empfehlen für Miete, Immobilienkredit und Energiekos-ten nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens auszugeben. Wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung im vergangenen Jahr herausfand, liegt die Mietbelastungsquote derzeit allerdings bei etwa vier von zehn Haushalten in Deutschlands Großstädten bei über 30 Prozent ihres Nettoeinkommens. Wie die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf die Studie schreibt, hatten Ende 2017 etwa 1,3 Millionen Haushalte in deutschen Großstädten nach Abzug der Miete sogar nur ein Resteinkommen unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze zur Verfügung. „Die Folge ist, dass Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger sehr häufig bei ihrer Kommune um Unterstützung bitten, weil sie die Miete nicht aufbringen können“, erklärt Creditreform-Mann Bretz.

Menschen ohne Schul- oder mit Hauptschulabschluss tragen wenig überraschend ein höheres Risiko, in eine Überschuldung zu geraten als Menschen mit Fachhochschulreife oder Abitur. Arbeitslosigkeit gehört nach wie vor zu den Hauptauslösern einer Überschuldung (20 Prozent). Eine gescheiterte Selbstständigkeit ist bei acht Prozent eine Ursache. Allerdings spielen wirtschaftliche Gründe eine deutlich geringere Rolle als noch vor zehn Jahren – was vor allem mit der stabilen wirtschaftlichen Lage Deutschlands zusammenhängt. Erkrankungen, Süchte und Unfälle sind für 16 Prozent aller Überschuldungen verantwortlich. Unwirtschaftliche Haushaltsführung führt zu 13 Prozent aller Überschuldungen. Beide Werte sind im Verlauf der letzten zehn Jahre angestiegen.

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3 Kommentare

  1. …reich sind nur die Freimaurer und ihre Erfüllungsgehilfen, alle anderen werden von diesen nur als ihr Sklavenvieh betrachtet, auf dessen Rücken es sich schön leben lässt – solange diese und deren System nicht gestürzt werden, solange wird sich auf der Welt nichts zum besseren ändern, solange wird es Mensch und Natur immer schlechter gehen = mit der Menschheit und Umwelt bergab gehen ( persönliche Meinung, Überzeugung, Ansicht… )

  2. Für ein Deutschland, indem wir gut und gerne leben (O-Ton Merkel)
    Ich behaupte schlichtweg das Gegenteil.
    Der deutsche Ureinwohner ist zum Arbeitssklaven verkommen. Ich beobachte überall Suchterscheinungen, v.a. Drogen, Alkohol (ein naher Verwandter starb erst kürzlich). Die jüngere Generation wird voraussichtlich nicht mehr die Rente erreichen. Auch die Kriminalität ist auf dem Lande im Vormarsch. Kürzlich hatten Kanacken auf einem anderen Grundstück mir meinen neu errichteten Zaun geklaut. Betroffen auch von Ausländergewalt bei Demos usw. Nicht zuletzt auch die politische Verfolgung von Andersdenkenden. Schon beim Volkstrauertag wird man vom VS beim Kränze ablegen beobachtet. Es gibt kein gültiges Rechtssystem mehr – es herrscht die Willkür einer Bananenrepube !

  3. Wer sehen kann, der sehe!
    Es ist doch eindeutig das Ziel der Politmarionetten und Verbrecher, Deutschland und die echten Deutschen zu schwächen, zu verarmen und auszurotten!
    Das posaunte ja schon vor Jahren unser Turnschuh-Steinewerfer-Außenminister Fischer heraus, als er sagte, dass man das Geld (der Deutschen) ruhig verschwenden könne, Hauptsache die Deutschen kriegten es nicht! So einer konnte damals auch schon in unserer Bananenrepublik Karriere machen.
    Schon damals hat man diesen Gangstern das Handwerk nicht gelegt!

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