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AfD unterwandert? Neu-Mitglied Nicolaus Fest ist bekennender Transatlantiker

AfD unterwandert? Neu-Mitglied Nicolaus Fest ist bekennender Transatlantiker 1
AfD Neu-Mitglied: Nicolaus Fest, langjähriger Springer-Journalist und bekennender Transatlantiker

Prominenter Neuzugang für Berlins AfD: Der langjährige Springer-Journalist Nicolaus Fest will sich zukünftig für das neue konservative Projekt engagieren. Fest arbeitete ehemals als stellvertretender Chefredakteur der „Bild am Sonntag“. Gleichzeitig mehren sich Stimmen in der CDU, die für eine Koalition mit der AfD votieren.

Der Jurist hatte zuvor jahrelang das Ressort „Kultur“ bei der Bild-Zeitung geleitet. Im Jahr 2014 verließ der bekennende Transatlantiker und NATO-Fan das Springer-Blatt, angeblich aus freien Stücken. Kurz zuvor hatte ein besonders islamfeindlicher Kommentar für Ärger gesorgt, den auch der Presserat beanstandete und der sogar zu Distanzierungen der Verlagsleitung Anlass gab. Der Presserat befand damals, Fests Kommentar „Islam als Integrationshindernis“ würde „weit über die Meinungsfreiheit hinausgehen und alle Muslime unter einen Generalverdacht stellen“. Dies ging offenbar selbst der „Bild“ zu weit.

In vielen anderen Position vertritt Fest allerdings weiterhin die Positionen seines ehemaligen Arbeitgebers. So beschrieb er etwa gegenüber der Zeitung „Junge Freiheit“ das Engagement der Amerikaner in Europa als „unerläßlich für die Garantie unserer Sicherheit“.

Forderungen nach einem Austritt aus der NATO erteilte er eine klare Absage: „Die NATO ist ein Wunderwerk“, meint Fest. Notwendig sei jedoch ein größeres „Engagement der Europäer für die eigenen Verteidigungsaufgaben“. Unter den Anhängern und Wählern der AfD werden solche Positionen bisher kaum als „alternativ“ zur etablierten Politik durchgehen.

Fast zeitgleich mit dem Ausstieg Fests beim Axel-Springer-Verlag hatte 2014 in der AfD eine Palastrevolte gegen den damaligen Parteisprecher Bernd Lucke begonnen, die im Juni 2015 mit dessen Abwahl endete. Anlass war damals eine Resolution des Europäischen Parlaments, in der das Vorgehen der Russischen Föderation in der Ukrainekrise scharf kritisiert und die Sanktionen der EU gebilligt wurden. Vier der sieben AfD-Abgeordneten in Straßburg, darunter Lucke, hatten dieser zugestimmt.

Um welche Alternative geht es eigentlich? Immer mehr CDU-Politiker fordern bereits jetzt, ein Jahr vor der Bundestagswahl, dass die CDU mit der AfD koalieren soll. Zuletzt hatte sich der sächsische Abgeordnete Hermann Winkler zu Wort gemeldet. Sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene könne es Kooperationen und Koalitionen mit der Alternative für Deutschland geben.

„Wenn es eine bürgerliche Mehrheit gemeinsam mit der AfD gibt, sollten wir mit ihr koalieren“, so der CDU-Europaabgeordnete.

Schon im September hatte die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, die ebenfalls aus Sachsen stammt, gemeint, die Unionsparteien sollten ein Regierungsbündnis mit der AfD „nicht grundsätzlich ausschließen“.

„Die CDU muss sich in Zukunft die Frage stellen, welche Machtoptionen sie hat.“

Damit nimmt Bellmann Bezug auf ein Problem, auf das Wahlstrategen seit längerem hinweisen. Solange die Unionsparteien keine absolute Mehrheit erreichen, sind sie auf einen Koalitionspartner angewiesen. Dafür kommt aktuell nur die SPD infrage. Diese Konstellation zwingt jede Regierungspolitik in die berühmte Mitte.

Von einer demokratischen Wahlmöglichkeit ist diese Konstellation weit entfernt. Dies gibt den Genossen außerordentliche Macht. Bei genauerer Betrachtung hat der konservative Flügel in CDU und CSU bisher keine Chance, die Politik der Regierung in seinem Sinn zu gestalten.

Für dieses politische Lager steht etwa Veronika Bellmann. Sie ist Mitglied im „Berliner Kreis“, einem konservativen Think-Tank innerhalb der Union, der sich vor rund neun Jahren formiert hatte. Bei dessen Gründung waren noch Alexander Gauland und Konrad Adam mit dabei. Mittlerweile sind beide bei der AfD aktiv.

Wer die Reden von Menschen wie Veronika Bellmann verfolgt, versteht, dass die selbst ernannte Alternative für Deutschland weniger als neues politisches Projekt gedacht war, sondern als eine andere Option für die Union, über Koalitionen zu verhandeln. Gegenüber n-tv klagte Bellmann Anfang des Jahres etwa, die Toleranz gegenüber anderen Meinungen habe in Deutschland stark nachgelassen.

„Wer für nationale Identität, deutsche Leitkultur und Patriotismus eintrete, werde schnell als rechtspopulistisch abgestempelt.“

Noch ist die offizielle Position der Parteiführung und im Kanzleramt eine andere. Hinter vorgehaltener Land sollen sich etliche CDU-Politiker in Partei und Fraktion aber offener zeigen. Sie gehen davon aus, dass die Koalitionsfrage in den nächsten Jahren auf die Union zukommt und eine Zusammenarbeit mit der AfD mittelfristig nicht kategorisch ausgeschlossen werden darf.

Und – wenig überraschend – sieht laut Emnid auch ein Großteil der AfD-Anhänger die Koalition mit der CDU als Perspektive. Demnach sind 65 Prozent der AfD-Wähler für ein solches Bündnis, nur 35 Prozent lehnen eine Beteiligung an einer CDU-geführten Regierung ab. Unter den Bundesbürgern insgesamt sieht das ganz anders aus: Mit 73 Prozent spricht sich die deutliche Mehrheit gegen eine Koalition von Union und AfD aus.

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Spider59
Spider59

@ Dogbert,
ich sehe das genauso wie es lupenrein formuliert haben.
Aber:
Wenn ich Ihrer und der Argumentation der anderen hier folge, was ja, was können wir dann noch tun?
Einfach die Waffen strecken, aufgeben; Vogel Strauss spielen?
Dieses Forum arbeitet doch mit Russland zusammen. Haben die nicht eine Idee?
Denn so, wie es jetzt im besetzten Feindstaat BRD läuft, daran kann doch Russland auch kein Interesse haben, zumal wenn sich die Islamisten erstmal in Europa festgesetzt haben, dann auch eine Gefahr für Russland ausgeht. Denn diese Typen geben niemals Ruhe, dass weiß man doch in Russland aus ihren Teilrepubliken.

Mein Name ist Hase
Mein Name ist Hase

https://www.pi-news.net/2016/10/graue-woelfe-fahne-auf-fuerther-erntedankfest/

Man muss wissen, wer die Feinde sind.
Hier ist die Unterwanderung und die Totengräber unserer Kultur.

444 AM-Veteran
444 AM-Veteran

@ BRDraels Ende

Daß Gauland Freimaurer (!) ist, war selbst mir neu. Aber es paßt. Das Maul aufreißen. Leute hinter sich bringen. Verführen. Verschachern. Und in den Abgrund führen…

Soll mir bloß einer aus der Clique (Maas etc.) erzählen wollen, sie wüßten nichts von dessen Mitgliedschaft bei den Freimaurern. Welche Loge auch immer, die sind alle dabei. Im Endeffekt bedeutet das: ALLE arbeiten zusammen. Widerlich.

BRDraels Ende
BRDraels Ende

Und Alice Weidel (AfD) hatte eine Stipendium bei der (((Konrad-Adenauer-Stiftung))).
Wie auch ein Paar andere „tolle Typen“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_bekannten_ehemaligen_Stipendiaten_der_Konrad-Adenauer-Stiftung

Von der Weidel wüsste ich gerne mehr über ihre Abstammung. 😉

444 AM-Veteran
444 AM-Veteran

Vor allen Dingen hat Weidel einen Sexualdefekt. Sie ist „Lesbe“. Gleichzeitig aber vertritt sie – angeblich! – traditionelle Werte wie die Familie. Die „Dame“ ist so glaubwürdig wie Otto Strasser.

Dogbert
Dogbert

Die angeführten Zweifel an der derzeitigen Positionierung der AfD sind mehr als berechtigt. Es werden anscheinend ziemlich wahllos irgendwelche halbwegs prominenten Leute aufgenommen, die in ihren angestammten Parteien offenbar keine politische Zukunft sehen. Die führende Köpfe der AfD vertreten kritiklos einen neoliberalen Wirtschaftskurs. Meuthen und Von Storch sind Vertreter dieser Wirtschaftsordnung. Zu den wirklich interessanten innenpolitischen Themen positioniert sich die AfD gar nicht oder maximal halbherzig. Was ist denn mit der Beschäftigungspolitik, des katastrophalen Krankenversicherungssystem, der Altersversorgung oder Investitionen in die zusammenbrechende Infrastruktur? Zum Bildungssystem kommt auch nur wenig. Deutschland ist schon so gegen die Wand gefahren, daß nur noch… Weiterlesen »

Kurt Pötschke
Kurt Pötschke

Ihre Kritik in Ehren, aber bei so vielen Urteilen vermisse ich, dass Sie ähnliche Massstäbe auch an die anderen Parteien anlegen, insbesondere die Regierungsparteien, die ja anders ald die AfD ihre Vorhaben such verwirklichen können.

wotanix
wotanix

sehe ich genauso. Alle, ausnahmslos ALLE Parteien sind Konstrukte oder Organe der westlichen Geheimdienste, so auch die AfD.
Der AfD kommt jetzt der Job zu, den Druck im Kessel der Bevölkerung zu ventilieren, bis die Interessen der NWO-Gangster in trockenen Tüchern sind. Ähnlich war es zuvor bei den Piraten, die haben die Abweichler vom linken Spektrum der Grünen usw. aufgenommen, diese sind inzwischen größtenteils dank des “Kampfes gegen Rechts” in den Schlund ihrer Herkunft zurückgekrochen. Alles ausgerichtet auf reinen Zeitgewinn für die Gegner des Wahlvolkes.

Knobiatorv
Knobiatorv

Das war zu erwarten.
Jetzt wird edie AfD eingenordet wie weiland die GrünInnen.
Das System läßt keine Opposition zu.
Wer nicht spurt, wird äußerstenfalls liquidiert, siehe Möllemann, J. Haider, Kirsten Heisig.
Das System läßt keine Opposition zu.
Dies ist die extrermste Form der Diktatur, geschickt getrant als Demikratie.
Wie Ulbricht sagte;: es muß demokratischaussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.

Genau so!

Bert Brech
Bert Brech

Die Lucke/Henkel-AfD wurde (wie die fruehe NPD) genau in dieser Absicht geschaffen, „Druck aus dem Kessel“ zu nehmen bzw. die Deutschenszene unter Beobachtung zu bekommen und in die „richtigen Bahnen“ zu lenken. Zur grossen Bestuerzung ihrer Erfinder hat sich diese „Ventilpartei“ (genau wie die NPD) dann unkontrolliert emanzipiert. Was aber nicht heissen soll, dass die Demokrazis nun aufstecken, und sich mit der AfD nurmehr im offenen Wettstreit der Argumente messen werden – dazu wissen sie zu genau, dass sie selbst gegen noch im Halbschlaf befindliche Normaldenker KEINE Chance haben. Von ihren Herren und ewigen Stichwortgebern haben sie „zur Schadensbegrenzung“ die… Weiterlesen »

Hubeldupf
Hubeldupf

Ganz klares U-Boot… Das Problem ist, dass die AFD-Spitze froh über jeden dessertierenden Altparteienjournalist ist und sie einfach nur die Zustimmung genießen, ohne genau über die Inhalte nachzudenken. Die NATO, die UN und die US-gesteuerte CDU sind aber ganz klare Ursache des Problems. Die Einwanderungswelle ist durch sie in Gang gesetzt worden. Eine Bekämpfung der dadurch entstandenen Symptome (ausbreitender Islam) ist nicht ausreichend und zielführend. Ganz schlechter Versuch, die Partei in die falsche Richtung zu lenken. Parteiintern wird er die Forderungen niemals durchsetzen können, da Höcke und Co. das niemals mitmachen werden. Die NATO gehört aufgelöst und die Fremdsoldaten nach… Weiterlesen »

Rick Sanchez
Rick Sanchez

Grüß Gott,
ist Nicolaus Fest wirklich sein Name?
Echt jetzt?
Nicolausfest=Nikolausfest?
Wie offensichtlich!

Spider59
Spider59

Also liebes Anonymous-Team, liebe Vorschreiber, mag auch alles schlecht reden/schreiben. Auch in Russland ist nicht alles Gold was glänzt. Auch hier machen sich Leute die Taschen voll, während gemeine Russen in Armut leben. Das weiß ich von meinen Arbeitskollegen. So und jetzt zu Herrn Fest. Erst einmal begrüße ich, dass jemand wie er mit an Bord ist. Auch wenn er Transatlantiker ist. Herr Gauland war 40 Jahre in der CDU. Ich habe es schon mal geschrieben. Ab einem gewissen Lebensalter hat jeder eine Vorgeschichte. Jetzt liegt es an uns. Beitreten zur AfD und den Mund aufmachen. Wenn Herr Fest wirklich… Weiterlesen »

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