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Top-Ökonom rechnet mit zeitnahen Austritt Italiens aus der Eurozone

Top-Ökonom rechnet mit zeitnahen Austritt Italiens aus der Eurozone 1

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn rechnet mit einem Austritt Italiens aus der Eurozone. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Italien dauerhaft Teil des Euro bleibt, fällt von Jahr zu Jahr“, sagte der Ökonom der „Welt“. …

Top-Ökonom Hans-Werner Sinn rechnet mit einem Austritt Italiens aus der Eurozone. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Italien dauerhaft Teil des Euro bleibt, fällt von Jahr zu Jahr“, sagte der Ökonom der „Welt“. „Das Land kommt mit dem Euro nicht zurecht. Die italienische Volkswirtschaft ist nicht wettbewerbsfähig und hat in den vergangenen Jahren keine messbaren Anstrengungen unternommen, wieder wettbewerbsfähig zu werden.“

Die wirtschaftliche Situation des Landes sei so desolat, dass ein Austritt aus dem Euro nur noch eine Frage der Zeit sei. „Ich frage mich wirklich, wie lange Italien noch im Euro durchhält“, sagte der ehemalige Präsident des Münchner Ifo-Instituts. Die Industrie produziere immer noch 22 Prozent weniger als vor der Krise, und es gebe immer mehr Pleiten. Die Jugendarbeitslosigkeit liege bei knapp unter 40 Prozent. „Solch eine katastrophale Situation kann ein Land nicht lange aushalten“, sagte der Ökonom. Er selbst finde zwar nicht, dass Italien austreten sollte, sagte Sinn, aber das italienische Establishment sehe eigentlich keine Alternative mehr zu einem Austritt. „Die Hälfte der Italiener will aus dem Euro austreten, das ist der höchste Wert aller europäischen Länder, in denen diese Frage in letzter Zeit gestellt wurde“, sagte Sinn der „Welt“. „Egal ob man sich die Eliten oder die Wähler anschaut, die Skepsis gegenüber dem Euro wird immer größer.“

Trotz der schwierigen Lage der Wirtschaft blieben nötige Reformen aus: „Die Wirtschaft muss billiger werden, aber es passiert nichts“, sagte Sinn. „In Italien wird viel geredet, aber nicht gehandelt.“ Die italienische Wirtschaft produziere weiterhin viel zu teuer, um international wettbewerbsfähig zu sein. Bereits vor der Finanz- und Wirtschaftskrise sei das Preisniveau zu hoch gewesen und haben sich seitdem kein bisschen verringert. Seit 1995 sei Italien als Produktionsstandort gegenüber Deutschland um 42 Prozent teurer geworden. In seinem aktuellen Buch skizziert Sinn ein ambitioniertes Reformprogramm für den Euro und die EU.

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Amun Ra
Amun Ra
19. Oktober 2016 15:07

Es geht nicht um den Euro, es geht auch nicht um Italien. Es geht um das Ende des babylonischen Schuld- und Zinsgeldsystems! Jede Partei oder Organisation welche Änderung zum Wohl uns aller verspricht, muss daran gemessen werden, ob sie diesen Kampf als aller oberste Maxime definiert haben und keinen Millimeter davon abweichen! Es wird nie Zufriedenheit geben, also auch keinen Frieden, solange dieses verbrecherische Krebsgeschwür nicht für alle Zeiten abgeschafft wird.

nordsee-marie
nordsee-marie
17. Oktober 2016 10:40

Wer wird der nächste ?

Bert Brech
Bert Brech
17. Oktober 2016 7:02

3.500 Lire fuer ein Gelato hoert sich sowieso viel mehr nach “Urlaub” an, als Zweimarkfuffzich. /X=D

LeChiffre
LeChiffre
17. Oktober 2016 16:05
Reply to  Bert Brech

jupp

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