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AfD zum Trotz: Warum die Bundestagswahl 2017 nichts ändern wird

AfD zum Trotz: Warum die Bundestagswahl 2017 nichts ändern wird 1
Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry (links) mit ihrer Stellvertreterin Beatrix von Storch und Co-Chef Jörg Meuthen in Stuttgart

In diesem Jahr wird der Bundestag neu gewählt. Gastautor Tom Schiller skizziert drei Szenarien, die deutlich machen, dass es hierzulande nicht damit getan ist, die politischen Köpfe auszutauschen. Was Deutschland benötigt, ist Widerstand, der diesen Namen auch verdient und eine vollständige Entwurzelung des bestehenden Systems.

von Tom Schiller

Die Erwartungen zur Bundestagswahl 2017 sind hoch im Volk, zumindest bei der Fraktion des gespaltenen Souveräns, der sich drastische Veränderungen wünscht. Es gibt sogar Enthusiasten, die jeden Tag im Facebook posten, wieviel Tage bis zum Einzug der AfD in den Bundestag verbleiben.

Dieses Maß an Hoffnung auf Veränderung kann man durchaus verstehen, hält man die Zustände in der Heimat selbst aus der amerikanischen Ferne kaum aus. – Doch was kann, was wird passieren, wenn die Stimmen ausgezählt sind? Dazu 3 Szenarien:

Szenario 1: Die AfD erringt einen Stimmenanteil von prognostizierten 15%. Der Rest landet bei kumulierten 85%. Wir wissen, dass die selbsternannten „demokratischen Parteien“ mittlerweile zu nahezu jeder möglichen Koalition bereit sind, um die AfD aus der Regierungsverantwortung rauszuhalten. Wir wissen auch, dass diese Parteien, vor allem die CDU/CSU, nicht im geringsten einzuhalten gedenken, was sie im Wahlkampf versprechen. Hier sei die Mehrwertsteuererhöhung als klassisches Beispiel der Wählerverarsche angeführt und an Merkels Aussage zur Nachhaltigkeit von Wahlversprechen erinnert. Das Ergebnis liegt klar auf der Hand: Die AfD landet auf der Oppositionsbank. Und es ändert sich was? Richtig: NICHTS!

Szenario 2 (eher unwahrscheinlich, dennoch betrachtenswert): Die AfD wird stärkste Partei und zieht so viele Stimmen auf sich, dass ohne sie eine Regierungsbildung nicht geht. Die CDU/CSU wirft ihre Vorbehalte gegenüber der AfD über Bord und geht eine Koalition mit der AfD ein. Der dabei zu schliessende Koalitionsvertrag dürfte sicherlich schwer zu Lasten des AfD-Wahlprogrammes gehen und am Ende in einer kompletten Aufweichung der Ziele enden. Ganz davon abgesehen dürfte die AfD keineswegs ausreichend über geeignete Mitglieder verfügen, um Ministerposten und die dazugehörigen Schlüsselstellungen in den Ministerien besetzen zu können. Was käme also bei dieser Konstellation am Ende raus? Entweder Chaos, oder eine etwas aufgeweichte CDU/CSU-Politik.

Szenario 3 (noch unwahrscheinlicher als Nummer 2): Die AfD erringt die absolute Mehrheit. Die AfD ist realistische genug, um einzugestehen, dass sie einer solchen Aufgabe nicht gewachsen wäre. Die Partei ist jung, in weiten Teilen noch unorganisiert und immer noch von Flügelkämpfen gebeutelt. An Bewerbern für die Plätze am Fleischtopf „Bundestag“ mangelt es sicherlich nicht, auch in dieser Partei gieren nicht wenige Kandidaten nach einer Versorgungsgarantie, leider! Darüber hinaus mangelt es an fähigen Leuten für die Positionen im „Hintergrund“. Nicht zuletzt aus dieser Erkenntnis heraus schätzt die AfD-Führung das Dilemma der Partei verantwortungsvoll und richtig ein. Die Frage ist, ob es den Wähler davon abhalten würde, der Partei seine Stimme zu geben.

Fazit: Die großen Hoffnungen vieler Menschen auf einen Wandel in der Politik werden enttäuscht werden. Die Bundestagswahl 2017 wird NICHTS ändern. Nicht zuletzt auch deswegen, weil eine jede Partei, mag sie auch noch so innovativ und anders daherkommen, ein Teil des Systems ist. Und was das bedeutet, hatten wir ja schon, nämlich hier.

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josef huber
josef huber
12. August 2017 11:29

also echt ihr macht euch sorgen wegen ner wahl und das in D seit wann hat das deutsche volk irgendwas zu bestimmen gut wer s die nächsten 4 jahre am meisten verarschen darf aber das war s dann aber auch schon die entscheidungen werden wo anders getroffen aber wenn s hilft das gewissen zu beruhigen dann geht s halt wählen afd oder was auch solange das deutsche volk nicht bereit ist mit der waffe in der hand auf zu stehn und sich von den allseits bekannten kreisen zu befreien solange wird es eben auch unfrei und das sklavenvolk anderer kreise… Weiterlesen »

Walter Weise
Walter Weise
13. Februar 2017 23:55

Der Kommentar ist nicht falsch. Aber ihr zeigt keine Alternative auf. Letztendlich ist mir alles recht was das Establishment zu Einsturz bringt.

Detlef Karg
Detlef Karg
30. Januar 2017 11:25

Was kann man gegen diese Verbrecherbanden tuen, man kriegt 50 Franzosen unter einem Schirm, aber keine 2 Deutsche, dasDEUTSCHE-VOLK wurde von der Merkelpolitik eingeschlaefert. Noch eins, die Deutschen sind wie eine Schafsherde, sie brauchen einen Hammel der sie lenkt und wenn es auch den Abgrund zugeht.

Wuschel
Wuschel
21. Januar 2017 19:43

Das deutsche Volk gerell als dümmliche leicht formbare Masse hinzustellen ist doch wohl ziemlich arrogant. Allerdings gibt da so einige Individuen auf die das in der Tat zutrifft, wie ich gerade lese :-)). Das ist trotz wortgedrechseltes Nachgeplapper leicht zu durchschauen. Sozusagen selbstredend.

concordia
concordia
20. Januar 2017 20:15

Leider, leider, alles wahr, was im Artikel steht.

Asuncion45
Asuncion45
20. Januar 2017 19:56

gerade jemand, der hier nicht leben muß, sollte sehr vorsichtig mit solchen “Analysen” sein. Das einzige, was wir hier nicht gebrauchen können sind Propheten, die uns demoralisieren. Wir müssen immer auf die ganz große Lösung setzen und sie anstreben. Selbstverständlich ist die AfD eine Systempartei. Was soll diese Aussage? Sollen wir hier warten, bis sich das System in Luft aufgelöst hat? Oder ist es nicht besser zu versuchen im System die fett gewordenen Altparteien so stark zu dezimieren, wie irgend möglich? Na klar sollen wir das! Wir streben also eine absolute AfD-Mehrheit an und wenn die nicht klappt, dann auf… Weiterlesen »

George
George
21. Januar 2017 16:45
Reply to  Asuncion45

.. diesen Patriotismus teile ich auch, viele Auswahlmöglichkeiten haben wir nicht, wichtig, das links faschistische Pack muss erst mal weg.

” Wir streben also eine absolute AfD-Mehrheit an ” … nur so gehts.

Klaus
Klaus
20. Januar 2017 19:19

Das im Artikel Ausgesagte ist vermutlich richtig.
Aber wir reden und reden seit Jahren; Jahrzehnten, was gewiss notwendig ist, vergessen aber den möglichen Weg für Veränderungen aufzuzeigen.
Ist das nur Unfähigkeit?

Paul Panther
Paul Panther
20. Januar 2017 17:20

Ich selbst werde die AfD wählen und bin sicher, dass sie irgendwo zwischen 10 und 20 % landen wird – nicht mehr und nicht weniger d.h. Szenario 1 ist das einzig realistische und wird das Resultat einer demokratischen Wahl sein, welches grundsätzlich zu akzeptieren ist… auch wenn es mir nicht gefällt. Leider wird sich an dieser Situation nach 2017 auch nichts ändern, solange verschiedene rumprollen Individuen dafür sorgen, dass die AfD für viele “Normalbürger” die ernsthaft nach einer Alternative zu den Altparteien suchen, als Nazi-Partei und als “nicht wählbar” eingestuft wird. Jetzt, da die NPD nicht verboten wurde, wäre es… Weiterlesen »

Anna
Anna
20. Januar 2017 17:17

AfD wählen oder nicht wählen!?!? Wenn sich angeblich durch die AfD nichts ändert, also mit oder ohne Bundestagswahl nichts besser oder schlechter ist, könnte man doch mal spaßeshalber die Probe aufs Exempel machen, die AfD wählen und sehen was dann wirklich passiert, als sich vorher schon das Maul darüber zu zerreißen und sich in unbewiesenen Prophezeiungen zu ergehen was wahrscheinlich – vielleicht – eventuell – oder auch nicht, zukünftig passieren wird! Immer noch besser als auf ein Wunder zu warten bis sich das Problem von alleine löst!

Wuschel
Wuschel
21. Januar 2017 19:06
Reply to  Anna

spaßeshalber also……. Na zumindestens sehe ich unser aller inkl. dem meinigen Leben nicht als Spaß an mit dem man mal eben rumprobieren kann. Aber auch ich weis das es da viele deutsche (Jung-)Bürgerchen gibt, die das ganz anders sehen und sich am liebsten einen spaßigen Krieg wünschen der dann alles gaaanz neu machen wird. so ala Game over, alles auf Anfang. Es ist durchaus im Bereich des möglichen und machbar das die Zukunft Euch Euren “Spaß” gönnen wird. Aber dann bitte nicht jammern und immer schön die Hackordnung einhalten. A ja….tod ist übrigend tod, also auch keine Chance mehr für… Weiterlesen »

Lockez
Lockez
20. Januar 2017 8:09

Alle Wahlen sind seit 1958 UNGÜLTIG ! Und da das Wahlgesetz immer noch nicht geändert wurde, sind auch in Zukunft alle Wahlen UNGÜLTIG !
Das Urteil darüber läßt sich fix mit einer Suchmaschine finden.

George
George
20. Januar 2017 16:26
Reply to  Lockez

.. stimmt und ich habe es auch gelesen, jemand hatte hier den Link eingestellt. Frage… was sollte der Michel nun tun ?? .. es bringt nix, wenn das BVG es so urteilt, wenn es den Deutschhassern schitegal ist. zum Nachlesen, https://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/cs20080703_2bvc000107.html oder vereinfacht, **************************************************************************************************************** Man bedenke, der Mauerfall, genannt Deutsche Einheit, ist nie jemanden aufgefallen, wie widerstandslos dies ab lief ??? Es war gewollt, denn !!!! .. wie hätte man denn sonst alle !!! Deutschen assimilieren sollen. ?? !!!! ( siehe Hooten Plan ) Eine Welle von West nach Ost hätte man los getreten und kein Zufall, Erika setze sich… Weiterlesen »

Lockez
Lockez
21. Januar 2017 5:59
Reply to  George

Wohl Wahr George was du da geschrieben hast. Ich kann mich noch erinnern wie Kohl damals in Dresden wie ein Gott angebetet worden ist und ca. 6 Monate später kam das erwachen der Leute und Kohl wurde mit Eiern und Tomaten beworfen. Die stinkende Suppe in der wir sitzen hat der Kohl voerbereitet und Merkel hats gekocht !

Detlef Karg
Detlef Karg
30. Januar 2017 11:14
Reply to  George

George, sie haben vollkommen recht mit ihren Kommentar, dazu ist nichts weiteres zu sagen.

Wuschel
Wuschel
21. Januar 2017 19:12
Reply to  Lockez

Alle Wahlen sind also seit 1958 ungültig….und nun ?
Alle Menschen sind seit der Einführung des aufrechten Ganges doooooof…..wird diese Aussage jetzt was ändern ?

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