Deutschland

Dumm, dümmer, Petry: AfD-Chefin distanziert sich von Patrioten innerhalb der eigenen Partei

Frauke Petry und Björn Höcke

Was ist eigentlich mit Frauke Petry los? Statt sich im wichtigen Wahljahr auf Inhalte zu konzentrieren, scheint die AfD-Vorsitzende momentan alles daran zu setzen, die eigene Partei, noch vor der Bundestagswahl, vollständig in ihre Einzelteile zu zerlegen. Beim bevorstehenden Parteitag am 22. April will Petry jetzt sogar einen Antrag einbringen, der die patriotischen Kräfte innerhalb der eigenen Partei mit Rassisten, Antisemiten und Nationalsozialisten gleichsetzt. Man weiß mittlerweile nicht mehr, ob man über Frauke Petry und die unverschämte Chuzpe dahinter noch lachen oder schon weinen soll. Wer auch immer einen Anschlag auf die AfD vorgehabt hat – in Frauke Petry hätte er die Idealbesetzung für die Rolle der »Abwicklerin« gefunden.

In der Alternative für Deutschland brodelt es. Die zwei Parteiflügel setzen auf einen Machtkampf. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry möchte sich im parteiinternen Richtungsstreit durchsetzen und hat nun einen Antrag eingereicht, der für Klarheit sorgen soll. Mit gleich zwei Anträgen zur Tagesordnung des Kölner Parteitages am 22. April will sie die Machtfrage klären. Die AfD soll so sich von rassistischen Strömungen distanzieren. Mit dem ersten Antrag will sie ins Grundsatzprogramm den Satz aufnehmen lassen:

„Insbesondere ist in der AfD für rassistische, antisemitische, völkische und nationalistische Ideologien kein Platz.“

Begründet wird der Antrag damit, keine Missverständnisse über die AfD-Ziele durch Meinungsäußerungen von „Funktionsträgern“ aufkommen zu lassen. Ohne einen Namen zu nennen, zielt der Vorstoß auf den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, der bundesweit mit Äußerungen über das Holocaust-Schandmal in Berlin Schlagzeilen ausgelöst hatte. Auch der Antrag TO4 geht in dieselbe Richtung: Petry fordert darin eine Grundsatzentscheidung über die Ausrichtung der Partei. Petrys Gegner arbeiten bereits an Abwehrmaßnahmen.

„Soweit ich weiß, gibt es Bestrebungen, diese Anträge von der Tagesordnung zu nehmen“, sagte der einflussreiche „Ehrenvorsitzende auf Lebenszeit“ der Brandenburger AfD, Alexander Gauland, zur Nachrichtenagentur Reuters.“

Rechtsextreme Tendenzen, wie sie seinem Parteifreund Höcke immer wieder vorgeworfen werden, sieht er in der AfD nicht.

„Das sind Hirngespinste“, beteuert Gauland.

Die Gegner Petrys wollen zudem die Rehabilitation Höckes durchsetzen, gegen den die Parteichefin einen Vorstandsbeschluss zu seinem Rauswurf durchsetzen konnte. Im Antrag SO4 wird die Einstellung des Parteiausschlussverfahren gefordert. Höcke habe mit „seiner akzentuierten Themensetzung Richtung wie Inhalt der politischen Aussagen unserer Partei vorgegeben und beeinflusst“ und habe damit erheblich zu Wahlerfolgen beigetragen, begründet der Bremer Landesvorstand sein Anliegen.

Die Gemengelage in der AfD ist selbst für Parteimitglieder schwer überschaubar. Petry und ihr Ehemann, der NRW-AfD-Chef Marcus Pretzell, der Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, und andere Verbündete stehen unter anderem Gauland, Höcke, dem Co-Bundeschef Jörg Meuthen und dem AfD-Chef in Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg, gegenüber.

Der unter dem Eindruck sinkender Umfragewerte verbissen geführte Streit dreht sich kaum um die Grundlinien der Politik wie Steuergestaltung oder auswärtige Beziehungen. Die Auseinandersetzungen werden oft um Machtfragen geführt, etwa die Verteilung der Listenplätze für die Bundestagswahl. Zudem wirft das Petry-Lager Höcke und seinen Getreuen Grenzüberschreitungen ins rechte Spektrum vor.

Diese kontern das als Versuch, die freie Meinungsäußerung in der AfD zu ersticken. Beide Lager sind nicht homogen, und keines konnte sich bislang klar gegen das andere durchsetzen. Zudem lassen sich auch nicht alle AfD-Mitglieder auf der einen oder anderen Seite einsortieren.

Ein Bundesvorstandsmitglied geht von einer „großen schweigenden Mehrheit“ aus, von der man nicht wisse, wo sie stehe. Daneben seien die ruppierungen um Petry und um Höcke jeweils Minderheiten. Wobei der Höcke-Flügel mit geschätzten 15 Prozent Anhängern der schwächere sei, sagte er Reuters.

Die Fronten scheinen sich unversöhnlich gegenüberzustehen. Es könnte eine Wiederholung des legendären Essener Parteitags 2014 drohen. Damals stellte der frühere AfD-Chef Bernd Lucke die Machtfrage und unterlag Petry. Seine Partei-Neugründung ist bis heute eine vernachlässigbare politische Größe.

„Der Höcke-Flügel wird die Partei nicht verlassen, denn dann wird er bedeutungslos“, sagte das Bundesvorstandsmitglied.“

Umgekehrt hat auch Petry erklärt, an Bord bleiben zu wollen. Anderslautende Berichte seien falsch.

„Wenn die strategisch denkenden Kräfte in der AfD die Oberhand behalten, dann wird es nicht zu einer Spaltung kommen“, sagte der Politologe Oskar Niedermayer zu Reuters.“

Komme es doch zum Äußersten, sei ein Einzug der AfD in den Bundestag unwahrscheinlich. Folgt man seiner Argumentation, müsste der Parteitag im eigenen Interesse Petry inthronisieren.

„Obwohl es bei der AfD weniger als bei anderen Parteien auf die Personen ankommt, würde die AfD ohne Petry als Spitzenkandidatin an Wählerpotenzial verlieren. Es wäre ein Nachteil“, urteilte der Parteienforscher.“

Petrys Gegner haben zwar in einer Mitgliederbefragung durchsetzen können, dass die Partei mit einem Spitzenteam und nicht mit einer Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf zieht. Aber auch dieser Beschluss wird angefochten. Der AfD-Chef in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, fordert im Antrag TO3, die Aufstellung eines einzigen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl nicht auszuschließen.

Bislang deutet wenig daraufhin, dass der Machtkampf beim Kölner Parteitag endgültig entschieden wird. Auch wenn Petry die Oberhand behalten sollte, ist nicht damit zu rechnen, dass Höcke und seine Anhänger die Reihen hinter Petry schließen werden. Absprachen, öffentliche Streitigkeiten zu meiden, hielten nicht lange. Damit aber würde die AfD mit einer Hypothek in den Wahlkampf ziehen, denn nach Erkenntnissen von Wahlforschern werden Wähler von zerstrittenen Partein abgeschreckt.

Für die AfD noch schlimmer wäre es aus Sicht Niedermayers allerdings, sollten sich die Getreuen von Höcke in Köln durchsetzen. „Sie würde als klare Höcke-Partei aller Voraussicht nach an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern“, sagt er voraus.

Petry-Berater: „Petry muss weg!“

Den Mutmaßungen von Niedermayer widersprich Michael Klonovsky. Er fungierte etwa ein Jahr lang als publizistischer Berater von Frauke Petry und assistierte auch deren Ehemann Marcus Pretzell. Jetzt fällt er ein vernichtendes Urteil über die beiden – was umso bemerkenswerter ist, als der langjährige Focus-Redakteur gerade nicht dem patriotischen Parteiflügel um Björn Höcke zuneigt, sondern die politischen Grundüberzeugungen von Petry und Pretzell teilt. Aber offensichtlich geht es im Machtkampf, der auf dem AfD-Parteitag am 22.4. seinen Höhepunbkt finden wird, längst nicht mehr um politische Fragen – sondern um Anstand und Charakter, die der Beutegemeinschaft um Pretzell abhanden gekommen sind.

Klonovsky schreibt:

„Frau Petry mag vielleicht die talentierteste Politikerin der AfD sein, aber wem das Schicksal der Partei am Herzen liegt, der darf diese Frau nicht unterstützen. Frauke Petry sollte weder Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl werden noch einem Kandidatengremium angehören, denn auch das würde sie im Nu spalten.“

Klonovsky über Pretzell:

„Pretzell ist eine Hochstaplerfigur, ein unseriöser Mensch mit krankhaftem Drang zur Intrige und zum Schüren von Konflikten, ein Politiker, der Verträge für unverbindlich und Versprechen für elastische Floskeln hält. Das Problem sei, dass Pretzell mittlerweile einen sehr starken Einfluss auf die Parteichefin ausübe.“

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Ehrengard Becken-Landwehrs
Ehrengard Becken-Landwehrs

Bei nüchterner Betrachtung hat sich Petry ins eigene Knie geschossen.
Ich habe vieles im letzten halben Jahr beobachtet und verfolgt. Manches hat mich im negativen Sinne aufhorchen lassdn und hat mich mißtrauisch gemacht. Mein Fazit: diese Frau ist nicht viel besser, als die etablierten: Machtgeil! Für mich ist damit das Thema AfD erledigt. Wie kann man nur so dämlich sein, Frau Petry?! Aber es ist gut, daß es schon jetzt rausgekommen ist!
Ein wunderbarer Spruch wird bestätigt: Gier frißt Gehirn.

Silke
Silke

Ich denke da viel einfacher; ich halte Frauke Petry für die geeigneteste Person der AFD, die Partei zu führen und Stimmen zu gewinnen. Die Problematik liegt doch bei den Exzentrikern der Partei. Namentlich genannt, Höcke, Storch und einige weniger bekannte Parteikollegen. Ich persönlich sehe die AFD in ihrer Gesamtheit nicht als rechtskonservativ an, aber des hängt wohl von jedermanns individueller Einstellung zu diesem Begriff ab. Anfangs stand die AFD für die Vertretung des durchschnittlichen Deutschen, für die Interessen der Bürger Deutschlands. Die Stimmen stiegen massiv an. Dann kamen mediale Peinlichkeiten und unangemessene, primitive Provokationen Storchs (die unbekannteren Provokateure der Partei… Weiterlesen »

Systemkritiker
Systemkritiker

Was ist nur mit Petry (seit sie erneut schwanger ist) und Co. los? alle Patrioten die Deutschland vor Merkel und dem Islam retten wollen, haben auf die AFD gesetzt. Und perty war nun mal bis dto. die gewählte Königin der Partei. Was derzeit allerdings abläuft ist unterirdisch und nicht mehr für möglich gehalten. Schlimmer als am Anfan der Grünen, die inzwischen mit ihrem linken Multikulti -Asyl, heuchlerischen Glaubensfreiheitwahnsinn und Isamaffinität am Untergang Deutschlands wesentlich beteiligt sind. Diese Verrückten gehören aus der politschen Landschaft wie merkel im hohen Bogen hinausgekickt. Das beste wäre in der jetzigen Situation die Millionen Menschen die… Weiterlesen »

BRDraels Ende
BRDraels Ende

„Es gibt keine Alternative im System, die nicht eine Alternative des Systems ist.
Dabei sind Wahlen nicht „sinnlos“, wie es manche gerne propagieren.
Sie erfüllen einen zentralen Zweck: Die Identifikation mit dem eigenen Sklavenhalter…“
https://tinyurl.com/lqhf9wn

Die AfD ist auch so eine BRDraelische Systempartei:
https://youtu.be/iYiGsAoYzDg

Herrmann
Herrmann

Lucke, Henkel & Cie wollten eine bessere FDP sein. Die Basis entschied glücklicherweise anders. SIE machte klar, dass DIE bASIS aus Patrioten besteht und Lucke & Cie die AfD zu verlassen haben. Das bescherte der AfD einen sagenhaften Auftrieb. In Umfragewerten lag sie zeitweise vor der SPD. Und das lag zweifelsohne an Leuten wie Höcke! Merkwürdigerweise macht sich Petry jetzt auch daran, die AfD zub einer besseren FDP zu führen. Genau, was sie zu Luckes Zeiten bekämpft hatte! Nun dümpelt die AfD bei vorausgesagten 8% vor sich hin. Bis zur Bundestagswahl wird sich der Zuspruch weiter mindern, und es besteht… Weiterlesen »

Butt Weiser
Butt Weiser

Wenn Ihr schon wählen „müsst“, dann wählt doch mal die Tierschutzpartei Deutschlands…die haben wenigstens ein Ziel! Alle anderen werden von der Wirtschaftslobby gelenkt…!

Querdenker
Querdenker

Das darf man zweifelsfrei in Abrede stellen. Fanatiker mit kopflosem Gehabe.

Asenpriester
Asenpriester

Bei der Tierschutzpartei geht es schon lange nicht mehr um Tiere. Seit Jahren sind Flügelkämpfe zwischen Linksradikal und noch mehr linksextrem (Frankfurter Schule – Antispeziesismus ).

horst krönert
horst krönert

die afd ist leider erledigt!schade,ich hatte mal soviel Hoffnung!!

Hans Hermann
Hans Hermann

Deshalb wird die nächste Bundesregierung Rot Rot Grün unter Scholz, nicht Schulz. Leider. Auf der Seite Klagemauer.tv gab es mal einen Bericht Nationale Partein als Maulwürfe gegen Nationalgefühl. Hoffentlich ist das nicht solch ein Fall!

Madeleine de Felice
Madeleine de Felice

Petry war diesesmal bei dem Bilderbergertreffen eingeladen! Möglicherweise hat ihre Handlungsweise damit etwas zu tun. Das sollte man einmal hinterfragen.

Herrmann
Herrmann

Och, ist ja schon etwas merkwürdig, dass im Juni 2016 das Bilderberger Treffen ausgerechnet in der Pegida Hochburg Dresden stattfand, und weder Frauke Petry noch Lutz Bachmann Stellung bezogen.

Ansonsten die Suchmaschina anwerfen und „Bilderberger,Frauke Petry“ eingeben.

beate692
beate692

Ich hoffe sehr,dass sich die Mehrheit der AFD zu einer Einheit mausert .Wenn Frau Petri dem Druck der Leidmedien nicht Stand hält,sollte sie zum Merkelregiem wechseln.Dort wird sie mit Freuden aufgenommen und vom Vorwurf der nazistischen Gesinnung soooofort befreit.Die Israelbesuche haben aber schnell ihre Wirkung gezeigt…

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