International

Italien: Bankrott, korrupt und gefährlich – Warum die Wahl am Sonntag unser Vermögen gefährdet

Italien: Bankrott, korrupt und gefährlich - Warum die Wahl am Sonntag unser Vermögen gefährdet 1

Kurz vor den an diesem Sonntag in Italien stattfindenden Wahlen lohnt sich ein kritischer Blick auf die von den antretenden Parteien anvisierten Maßnahmen und auf die wirtschaftliche Gesamtsituation des Landes.

von Matthias Weik und Marc Friedrich

Während Deutschland momentan mehr mit sich selbst beschäftigt ist und die Headlines sich damit befassen, ob die SPD-Mitglieder für eine GroKo stimmen und diese folglich zustande kommt oder auch nicht und ob Komiker wie Sigmar Gabriel, Olaf Scholz, Andrea Nahles Minister(in) oder doch nur Vorturner der, in Zukunft in der Bedeutungslosigkeit verschwindenden SPD werden, sind die bedeutend wichtigeren Probleme innerhalb der EU und insbesondere in Italien keinesfalls kleiner, sondern größer geworden.

Der Volkszorn wächst

Bereits seit Jahren beschreiben wir den maroden Zustand Italiens und leider gibt es bis dato nichts Positives zu berichten – ganz im Gegenteil. In Italien wächst der Unmut unvermindert. 74 Prozent der Italiener halten die Lage in ihrem Land für schlecht. Der Missmut der Bevölkerung hat gegenüber dem Staat und seinen politischen Eliten haben besorgniserregende Höchststände erreicht. 72 Prozent misstrauen den Behörden, 78 Prozent der Justiz und der Regierung und 83 Prozent den Parteien.

Am 4. März sind Wahlen und wir gehen davon aus, dass die EU- und Eurokritischen Parteien die großen Gewinner der Wahl sein werden. Sollte die ganze Situation eskalieren, könnte sogar ein Austritt Italiens, der sogenannte Exit, auf der Agenda stehen.

Exit aus der Eurozone?

Knapp 46 Prozent der Italiener sind davon überzeugt, dass es Italien außerhalb der EU besser gehe und nirgendwo in der Eurozone ist der Euro so unpopulär als in Italien. All dies ist verständlich in Anbetracht dessen, dass die verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen der Italiener heute real erheblich niedriger sind als zu Lira-Zeiten.

Zweifellos ist Italien mit seinen verkrusteten Verwaltungsstrukturen und seinem mangelnden Willen für tiefgreifende Reformen, einer der Hauptverlierer innerhalb der Eurozone. Die Arbeitslosenrate Italiens beträgt 10,8 Prozent. Unter den Jugendlichen sind sogar über 32 Prozent ohne Job und Perspektive und folglich verlassen immer mehr junge gebildete Menschen das Land. Für ein Land mit einer ohnehin geringen Akademikerquote ist dies der Supergau.

Verheerende Zahlen

Dies sind verheerende Zahlen für die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone. Die staatliche Gesamtverschuldung betrug zuletzt 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nur Griechenland steht mit 179 Prozent Verschuldung noch schlechter da. Laut Maastricht-Vertrag sind höchstens 60 Prozent erlaubt, doch das interessiert heute anscheinend sowieso keinen mehr in Brüssel. Dort sind Vertragsbrüche Tradition, auch wenn diese Verträge von denselben Ländern gebrochen werden die sie erstellt haben.

Die Target2 Verbindlichkeit der italienischen Zentralbank (Banca d’italia) steigen unvermindert. Allein im Dezember 2017 ging es um 3,1 Mrd. Euro, auf über 439 Mrd. Euro -und damit auf eine neue Rekordverbindlichkeit- nach oben. Der folgende Chart zeigt die verheerenden Konsequenzen des Euros für Italien auf und ist ein Beweis dafür, dass die komplette Währungsunion aus dem Ruder gelaufen ist.

Italien: Bankrott, korrupt und gefährlich - Warum die Wahl am Sonntag unser Vermögen gefährdet 2

Die Kreditfähigkeit des Landes erodiert seit 2010 kontinuierlich. Laut dem Centrum für Europäische Politik (cep) könnte das Staatsdefizit Italiens ins Uferlose wachsen. Matthias Kullas, Mitautor einer neuen Studie der Freiburger Denkfabrik, sagt: “Italien ist das größte Sorgenkind der Euro-Zone. Es besteht die Gefahr, dass das Land zum zweiten Griechenland wird”.

EU und Euro könnten an Italien zerbrechen

In Italien wird viel zu wenig von Unternehmen Investiert, da diese offensichtlich weder großartiges Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Italien an sich haben, noch an einen Aufschwung des Landes glauben. Wir gehen sogar ein Schritt weiter: Italien kann das Zünglein an der Waage sein wenn es um die Zukunft der EU und des Euros geht. Als drittstärkste Volkswirtschaft in der Eurozone hat Italien das Potential den Euro und schlussendlich die EU zum Einstürzen zu bringen.

Dank der Europäischen Zentralbank (EZB) kann sich Italien bisher viel zu günstig am Kapitalmarkt finanzieren. Die EZB hat große Mengen an Staatsanleihen insbesondere aus Südeuropa. Bislang hat die EZB Staatsanleihen im Wert von knapp 2,5 Billionen Euro erworben. Einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge handelt es sich dabei zunehmend um Anleihen von hoch verschuldeten Staaten wie Italien oder Spanien.

Friedrich Heinemann vom ZEW: “Für Italien deuten die Ergebnisse auf ein wirkliches Risikoszenario hin. Italien ist mit knapp 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts besonders stark durch die Anleihekäufe begünstigt und damit in seiner Finanzierung auch besonders davon abhängig geworden”.

Dies ist unserer Ansicht nach nichts anderes als verbotene Staatsfinanzierung durch die Notenbanken. All das hat mit Kapitalismus und freier Marktwirtschaft nichts zu tun – es ist schlicht und einfach Planwirtschaft der Notenbanken und Planwirtschaft hat bekanntermaßen noch nie funktioniert.

Too big to fail & ein Blick auf die Wahlprogramme

Wir sind es nicht Müde zu wiederholen: Innerhalb der Eurozone wird Italien (ebenso wenig wie Portugal, , Griechenland, ….) niemals wieder volkswirtschaftlich auf die Beine kommen. Folglich wird die EZB unter der Ägide des Italieners Mario Draghi das Land weiter am Leben erhalten, denn Italien kann auf Grund seiner Größe nicht wie in der Vergangenheit beispielsweise Griechenland oder Portugal unter den EU-Rettungsschirm fallen. Italien ist schlicht und einfach: too big to fail.

Obendrein stehen am 4. März in Italien Wahlen an. Noch ist vollkommen offen, wer diese für sich entscheidet. Silvio Berlusconis Forza Italia verspricht Steuererleichterungen für alle. Familien, Unternehmen, Besserverdienende und Niedriglöhner sollen eine Einheitssteuer von 23 Prozent zahlen. Die Partito Democratico” (PD).beabsichtigt die Einkommenssteuer für Familien zu senken und die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung prüft die Abschaffung von 400 Gesetzen, darunter auch das zur Ausgabenkontrolle des Staates.

Ob diese Maßnahmen Italien wieder auf die Beine bringen, ist äußerst fraglich. Wir gehen davon aus, dass dies nicht der Fall ist. Mehr denn je von elementarer Bedeutung, dass die gravierenden Probleme jetzt gelöst werden, bevor sie sich zu einem finanziellen Tsunami entwickeln werden welcher alle bisherigen Probleme innerhalb der EU sowie der globalen Finanzwelt wir ein milder Sommerregen erscheinen lassen.

Sachwerte: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Dementsprechend ist es zielführend sich und sein Erspartes auf die Möglichkeit des obigen Szenarios vorzubereiten, bevor es zu spät ist. Dies bedeutet insbesondere raus aus Staatsanleihen und rein in Sachwerte, denn Sachwerte können bekanntlich nicht wertlos werden und im Gegensatz zum Euro nicht unendlich geschöpft werden. Sie sind durch die Natur limitiert.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
11 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Isopopperpandacappucinobaushop
Isopopperpandacappucinobaushop
13. August 2018 10:36

Bei Italien ist immer noch das Volk anzuschauen. Zur Zeit August 2018 Lega und Herr Salvini usw. Klar vieles muss saniert werden. Das ist ja dann auch ein ungesaettigter Markt.

Carmelo De Rubeis
Carmelo De Rubeis
10. März 2018 17:30

Ds Problem Italiens heißt EU – Frau Tatcher hat sehr wohl recht mit ihrer Aussage damals gehabt, dass die Einführung der Euro zu einer Katastrophe in den südlichen Staaten Europas geführt hätte. Das hat jder gewußt. Auch Herr Lafontaine hat das Problem ganz am Anfang erkannt – wer hat die Euro unbedingt gewollt und wieso. Das ist die Frage!

Knut Blomquist
Knut Blomquist
4. März 2018 11:43

Das System selbst, dreht die Zeit auf null zurück. Indem es seine Götzen, als absurd herausstellt, wenn es diese wie das System in sich, permanent verrät wo, Handel das Handwerk betrügt. Wo eine Staatssimulation, in seiner Entwicklung, über Egoismus die zuvor diktierten Regeln verleugnet, um sein Auskommen, zu Lasten der längst Ausgebeuteten gestalten will. Weil wir es zuließen, uns zu regieren, sollen wir jetzt haften, für die nachweislichen Fehler des System. Sie bestellten ein neues Volk, das beansprucht nun die Tafeln, die eigentlich schon die Fehler des Regime ausgleichen. Das Regime / System beansprucht nun auch medial, die milden Gaben… Weiterlesen »

Knut Blomquist
Knut Blomquist
4. März 2018 12:01
Reply to  Knut Blomquist

Wie wehrhaft sind wir denn jetzt. Auf Grund und Boden unserer
Väter, formieren sich 150.000 Polizisten, 160.000 BW Angehörige
300.000 Linksfaschisten, 600.000 Gutmenschen, und 25 Mio.
Migranten von denen schon mal die Hälfte überlaufen. Das
Gleiche ist bei BW und Polizei zu erwarten. Denn jetzt erwartet
die Junta von denen, Deutsche zu töten. Ich denke dieses Forum
ist zu klein und unbeholfen, also werden wir verenden.

reiner tiroch
reiner tiroch
4. März 2018 10:40

Nicht diese Wahl gefährdet, sondern die Elite welche sich auf Kosten der Menschheit pausenlos bereichert, und denen 100% Gewinn im Jahr nimmer reichen, gell?

Michael Schärfke
Michael Schärfke
3. März 2018 20:17

Es ist weniger Italien als einzelner Staat, das uns Deutsche gefährdet, sondern die sogenannte “EU” in ihrer erbärmlichen Gesamtheit! Denn bei der “EU”, unter anderem (freilich nicht ausschließlich!) gegründet, um uns Deutsche auf ewig an die Kette zu legen, zur “Befriedung” und zum Aussaugen bereit und fällig, handelt es sich um DIE supranationale Diktatur schlechthin! Richtig, da gibt es auch gute Sachen, Vorgaben zur Einhaltung bestimmter Schadstoffgrenzen usw. usw. (fraglich nur, wer das durchsetzt…), ein “Wir-haben-uns-alle-lieb-Gefühl”, eine momentane Abwesenheit von Krieg (fraglich, ob es einen solchen OHNE die “EU” gegeben hätte!) und, und, und… Aber: um welchen Preis? Um die… Weiterlesen »

Marco Hantke
Marco Hantke
3. März 2018 8:35

Korruption in Italien? Warum soll es dort anders zugehen als in Deutschland oder dem Rest der Welt? Und ein Ende von EU und Euro ist äußerst wünschenswert; früher hat es mit Europa und nationalen Währungen doch auch gut geklappt!

maja1112
maja1112
3. März 2018 8:01

Also ich will mich nicht in komplizierten Analysen ergehen, für mich ist wichtiger wenn Italien die EU verläßt, daß dann der ganze Sauhaufen implodiert. Ich habe keinen dieser Abzocker gewählt und es wird Zeit, daß die sich mal auf Arbeit verlegen.

Alt-C
Alt-C
3. März 2018 7:11

“Sachwerte können bekanntlich nicht wertlos werden”
Was für ein Schwachsinn.
Wer bestimmt denn den Preis von Sachwerten? Der liebe Gott?

Knut Blomquist
Knut Blomquist
4. März 2018 10:55
Reply to  Alt-C

Vor tausenden von Jahren sah ein Jude, wie Menschen Äcker bestellten, eine Saat ausbrachten, nach gegebener Zeit, eine Ernte aus ihrer Saat erzielten. Die Menschen verarbeiteten ihre Ernte zu Lebensmittel und hatten damit ihr auskömmliches “täglich Brot”. Diese Lebensmittel wollte der Jude für sich, ohne die Bestellung von Äckern, und allen weiteren Arbeitsbedingungen. Er wollte essen und leben, ohne klassische Arbeiten zur Erlangung von Nahrung, zu leisten. Da entwickelte der Jude die Kunst des Überreden, die Menschen an seine Götzen glauben zu lassen. Er bot Gesteine oder Metall Klumpen, als Tausch für Nahrung. So passierte es das eine Familie ihren… Weiterlesen »

Wolf
Wolf
3. März 2018 6:42

Ehrlich gesagt bin ich ein wenig enttäuscht von dieser einfach viel zu flach gehaltenen Analyse, insbesondere wenn ich mir anschaue, was die beiden “Querdenker” in ihren Büchern geschrieben haben, dann ist dieser Artikel ihrer keineswegs würdig. Natürlich ist Italien ein Problemfall, aber dies sind systembedingt wohl nahezu alle Länder südlich der Nordsee in Europa (ja, ja, auch Deutschland, oder wer glaubt ihr denn, kann die deutsche Staatsverschuldung jemals zurückzahlen – die liegt übrigens in absoluten Zahlen höher als die italienische!). Und der, nicht ganz uneigennützige, Hinweis auf Sachwerte als Rettung des Vermögens funktioniert auch nur, wenn diese Sachwerte nicht ebenfalls… Weiterlesen »

Send this to a friend