Deutschland

Immer mehr Ortungswanzen im Einsatz

Immer mehr Ortungswanzen im Einsatz
Funkzellenabfrage: Nicht nur Terroristen und Schwerverbrecher landen in den digitalen Schleppnetzen der Sicherheitsbehörden

Immer häufiger setzen die Sicherheitsbehörden stille SMS und andere digitale Ortungswanzen ein, um potenziellen Terroristen und anderen Schwerverbrechern auf die Schliche zu kommen. Je mehr kriminelle Migranten nach Deutschland kommen, desto größer die Gefahr, dass auch Unbeteiligte in »digitalen Schleppnetzen« laden.

von Michael Brückner

Im vergangenen Jahr verschickten die Deutschen rund 13 Milliarden SMS-Kurznachrichten. Damit ist dieses Medium nicht mehr ganz so populär wie noch ein paar Jahre zuvor. Von den Behörden indessen werden SMS als digitale Überwachungsinstrumente immer häufiger eingesetzt. Das Smartphone wird mehr und mehr zur »Ortungswanze «. Wie unlängst das Bundesinnenministerium auf eine Kleine Anfrage mitteilte, versandte der Verfassungsschutz allein im ersten Halbjahr 2018 über 103 000 sogenannte stille SMS, das Bundeskriminalamt verschickte im selben Zeitraum fast 31 000 solcher »Späh«-SMS, die Bundespolizei knapp 39 000. Der Zoll machte erst gar keine Angaben.

Die stillen SMS erscheinen nicht auf dem Smartphone des Empfängers. Das Handy bestätigt dem Telefonanbieter jedoch deren Eingang und schickt ihm einen »heimlichen Ping«, im Fachjargon »stealth ping« genannt. Der Ping zeigt an, wo sich das angewählte Smartphone gerade befindet. Diese Information leitet der Telefonanbieter an den Absender der SMS – also an die Behörden – weiter. So lassen sich mit sehr geringem Aufwand recht präzise Bewegungsprofile erstellen, ohne dass der Handybesitzer das bemerkt. Um festzustellen, ob er mit stillen SMS überwacht wird, braucht der Betreffende eine aufwändige Spezialsoftware und ein hohes Maß an technischer Expertise.
Der Staat »pingt« alle eineinhalb Minuten

Statistisch gesehen »pingt« der Staat mittlerweile alle eineinhalb Minuten. Das ist zwar datenschutzrechtlich sehr umstritten, doch hat der Bundesgerichtshof den Einsatz dieser Ortungswanzen ausdrücklich gebilligt. Allerdings sei der Versand von stillen SMS nur bei Ermittlungen wegen schwerer Straftaten und nach Zustimmung eines Richters erlaubt. Doch Handys eignen sich nicht nur mithilfe von stillen SMS zur Ortung gesuchter Personen.

Ein anderes Instrument ist die sogenannte Funkzellenabfrage. BKA und Bundespolizei haben dadurch die Möglichkeit, eine Liste aller Handys anzufordern, die in der Nähe eines Tatorts freigeschaltet waren. Nach Angaben der Bundesregierung wurden im ersten Halbjahr 2018 über 80 Funkzellenabfragen vorgenommen. Vor vier Jahren waren es noch weniger als 40. Es liegt geradezu in der Natur der Sache, dass mit dem Instrument der Funkzellenabfrage auch völlig unbescholtene Bürger zumindest vorübergehend ins Visier der Fahnder geraten.

Die dritte Möglichkeit, Handys als Ortungswanzen einzusetzen, besteht darin, sogenannte IMSI-Catcher zuzulassen. Dabei handelt es sich um Geräte, die in der Lage sind, die auf der Mobilfunkkarte des Handys gespeicherte International Mobile Subscriber Identity (IMSI) auszulesen und dadurch den Standort des Mobiltelefons innerhalb einer Funkzelle einzugrenzen. Überdies ist dadurch auch das Abhören von Mobilfunktelefonaten möglich. In Deutschland setzen die Behörden in erster Linie IMSI-Geräte vom Typ GA 090 des Herstellers Rohde & Schwarz ein. Vereinfacht dargestellt, funktioniert ein IMSI-Catcher gegenüber einem Handy wie eine Pseudofunkzelle.

Die Mobiltelefone in einem bestimmten Umkreis buchen sich in diese vermeintliche Funkzelle ein und sind dadurch »gefangen« (daher der Begriff »Catcher«). Auch mit dieser Methode können Unbeteiligte im Bereich des IMSI-Catchers erfasst und sogar Mobiltelefone von unbescholtenen Personen vorübergehend außer Funktion gesetzt werden. Kritiker halten dies nicht zuletzt deshalb für bedenklich, weil in einem solchen Fall nicht einmal ein Notruf abgesetzt werden kann. Trotzdem: Noch nie wurden so viele Ortungswanzen eingesetzt wie in der Regierungszeit der Großen Koalition unter Dauerkanzlerin Merkel. Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff kritisiert, diese digitalen Methoden seien »kein Allheilmittel«. Insbesondere hülfen sie nicht weiter, wenn auf der anderen Seite erhebliche Vollzugsdefizite bestünden. Die Behörden rechtfertigen den Einsatz dieser Ortungswanzen, wie in solchen Fällen regelmäßig üblich, hingegen mit der gestiegenen Terrorgefahr.
»O’ zapft is …«

Das ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, doch verwechseln die Verantwortlichen einmal mehr Ursache und Wirkung. Der verstärkte Missbrauch von Handys als Ortungswanzen ist ganz offenkundig die Konsequenz steigender Kriminalität und Terrorgefahren durch die Zuwanderung von Gefährdern im Zusammenhang mit dem Flüchtlings-Tsunami. Aufgrund einer zunehmenden Gefährdungslage müssen letztlich auch unbescholtene Bürger in Kauf nehmen, durch den Missbrauch ihrer Mobiltelefone als Ortungswanzen ins Visier der Fahnder zu geraten.

Doch schon ist wieder der entschuldigende Satz zu hören: »Ich habe nichts zu verbergen, da können die auch mein Handy anzapfen.« Darum geht es aber nicht. Es geht vielmehr darum, dass die Privatsphäre unbescholtener Bürger nicht verletzt werden darf, nur weil die Behörden als Folge der weitgehend unkontrollierten Masseneinwanderung in zunehmendem Maße digitale Hilfsmittel einsetzen.

24
Kommentare

avatar
15 Kommentar Themen
9 Themen Antworten
1 Abonnenten
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Politikzweifler.
Politikzweifler.

Als ehemalige Ost-Vertriebene und spätere DDR-Bewohnerin erinnert mich das Thema „Überwachung in der DDR durch die Staatssicherheit“ daran: Die Stasi war in der DDR-Bevölkerung gefürchtet! Wenn die gleiche Überwachung der Bevölkerung jetzt durch die Sicherheits-behörden der BRD-Regierung mit Ortungswanzen zur Überwachung eingeführt wird, dann werden die ehemaligen BRD-Bürger in den Altbundesländern wohl erkennen, unter welcher „politischen Kontrolle“ die DDR- Bevölkerung Deutschlands vor der sogenannten Wiedervereinigung leben musste!“

edelstahl III.dt
edelstahl III.dt

103.000 zugegeben – für ein HalbJahr. Aber in welchem Kampf abgeschickt.? Vermutlich sind es 100.000 monatlich ……geworden, sozusagen extra zur generellen antideutschen „ObHutsFührung“. – TauF.?._³̇⁺

Konfuzius
Konfuzius

Lasst euch nur deillusionalisieren….

edelstahl III.dt
edelstahl III.dt

Nicht alles kommt durch, vermutlich nicht strukturell bedingt, sondern personell.

Konfuzius
Konfuzius

Zum Glück, denn diese Scheisse hab ich nicht geschrieben. Tschüss edelstahl, ich verabschiede mich nun von dieser Plattform! Alles was da jetzt kommen wird ist nicht von mir. Du kennst mich und sowas sieht mir wohl weniger gleich 😉
Da also in Zukunft meine wahren Kommentare nicht mehr durchkommen, weil sie gar nicht reingesetzt werden und dafür Kacke hier reingestellt wird, zieh ich halt ab, denn es muss von Anonymus selbst sein. Ich schmeiss das Handtuch. Ihr habt ab jetzt Ruhe vom Waldschrad, dieses Portal ist für mich endgültig Geschichte.

edelstahl III.dt
edelstahl III.dt

Wir bildschirmfotografieren Unsere Kommentare, und falls was nicht durchkommt, Karma. Wir formulieren neu, und je nach Laune mit der VorBeMerkung: (Versuch-…)
Zuweilen bringt es Rück- bzw. NeuBeSinnung, meist beim dritten Versuch es durchkommt. Immerhin geht es hier freier zu als andrenblogs. Wir waren durchaus erstaunt, dass JW,ET direktere Kommentare durchließen, allerdings kein VerGleich mit AN.ru. Also nicht aufgeben, Konfuzius. Wenigstens dient es (Uns) als DruckAusGleich/InfoQuelle.

Konfuzius
Konfuzius

Überwachung normal! Eure Zukunft! gewollt! 1984 gemischt mit „schöner neuer Welt“, big brother…

Konfuzius
Konfuzius

Alllein das man hier selektiert, erbärnmlich!!!

Konfuzius
Konfuzius

Erbärmlich, den und einen der wichtigsten Kommentare nichtt hochzuladen!!!

Konfuzius
Konfuzius

Wo Kommentar?
AN kommentiert /selektiert wohl!!!

heinz ketchup
heinz ketchup

Du laberst manchmal echt geistigen Müll…………ehrlich!!!!!

Konfuzius
Konfuzius

Es kommt nicht von mir, hier treibt jemand Scheisse! Ich selbst werde Euch nun verlassen, es wird mir zu dumm. Alles was in Zukunft kommt ist von irgendeinem Depp, der sich wahrscheinlich angepisst gefühlt hat von meinen Meinungen. Eigentlich sollte man merken, das es nicht von mir kommt, wenn man meinen sonstigen Kommentaren gefolgt ist!

Reichsbürger
Reichsbürger

Man sollte immer rechtzeitig vor und nach Demos oder Treffen sein Mobiltelefon ausschalten. Dies erschwert den Bullen die Ortung erheblich. Bei geheimen Treffen sollte man sein Mobiltelefon in Alufolie einwickeln. Dann gibt es keinen Empfang. Am sichersten ist es natürlich seine Wanze zu Hause zu lassen.

Sterneklauer
Sterneklauer

Ich finde wie es Prof. Dr. Manfred Spitzer schön sagt, erst gar keines benutzen bringt die Sicherheit…

Oder wollen Sie den vorzeigen Ausfall Ihre zelleabraren Speichers infolge digitialer Demenz riskieren?

TANI 2
TANI 2

Wenn ich das BRILLEN – GESICHT sehe kommt mir der MAGEN – INHALT hoch !

TANI 2
TANI 2

Da war STALIN , Hitler , MAO und HONECKER REGIME, WAISEN – KNABEN ! ( da habe ich noch ALEXA vergessen , die zeichnen sogar den GESTANK von der toilette auf ) !!!

Mini logo
Dir gefallen unsere Inhalte?

Dann unterstütze jetzt anonymousnews.ru und damit ehrlichen Journalismus in Zeiten der Lüge, ohne Beschönigungen und frei von jeglicher Einflussnahme – einzig und allein Dir als Leser und der Wahrheit verpflichtet.


10 EUR 25 EUR 50 EUR anderer Betrag
close-link

Send this to a friend