Deutschland

Tresor-Boom: Bankkunden fliehen vor Strafzinsen und hohen Gebühren

Tresor-Boom: Bankkunden fliehen vor Strafzinsen und hohen Gebühren 1

Die Nachfrage nach Tresoren ist in Deutschland im vergangenen Halbjahr deutlich angestiegen. Offenbar schrecken die von der EZB verursachten Niedrig- und Negativzinsen sowie die Warnungen vor einem Vermögensverlust der Sparer inzwischen viele Kunden auf. Der Vertrauensverlust in das europäische Banksystem ist evident.

Das Wall Street Journal berichtet von einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Tresoren in Deutschland. Der größte heimische Hersteller Burg-Wächter KG registrierte im ersten Halbjahr einen Anstieg der Verkäufe um rund 25 Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr 2015. Grund dafür sei eine „signifikant höhere Nachfrage für Safes von Privatleuten, hauptsächlich in Deutschland.“ Auch die Verkäufe der Konkurrenten Format Tresorbau und Hartmann Tresore sind dem Wall Street Journal zufolge zweistellig gewachsen. Der Hamburger Tresorbauer Stahltresor GmbH berichtet, dass die Hersteller derzeit nahe ihrer Produktionskapazitäten arbeiten und teilweise drei Schichten fahren.

Offenbar sorgen sich die Sparer zunehmend um die Sicherheit ihrer Bankeinlagen und wollen vorbereitet sein, falls die Geschäftsbanken die von der Europäischen Zentralbank verhängten negative Einlagezinsen von 0,4 Prozent an ihre Kunden weitergeben. Zuletzt hatte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan, vor „schwerwiegenden Konsequenzen“ der EZB-Geldpolitik für die Sparer gewarnt. Inzwischen hat auch Bundeskanzlerin Merkel erstmals vor den Gefahren der EZB-Politik für die Sparer gewarnt.

„Die Deutschen haben in den vergangenen Jahren ihr Geld auf Giro- und Sparkonten eingezahlt, obwohl die Zinsen immer stärker fielen. Sparer sahen die Konten als sicher an, weil diese einen einfachen Zugriff auf das Vermögen ermöglichten. Aber seit kurzem haben viele das Vertrauen verloren“, heißt es in dem Artikel. „In dem Moment, in dem mir Banken sagen, dass sie Gebühren auf mein Vermögen berechnen, nehme ich meine 50.000 Euro und verstecke sie unter meinem Kopfkissen oder kaufe einen Tresor“, wird eine Münchener Unternehmerin zitiert.

Die gestiegene deutsche Nachfrage nach Möglichkeiten der Geldaufbewahrung zuhause ist bereits seit Monaten auch in Japan zu beobachten. Die Bank of Japan gilt gemeinhin als Vorreiterin einer extrem expansiven Geldpolitik. „Man muss nur nach Japan schauen um zu erkennen, dass die Konsumenten beginnen, Bargeld zu horten“, schreibt der Finanzblog Zerohedge. „Das ist das Gegenteil von dem, was sich die Bank of Japan erhoffte, als sie negative Zinsen einführte. Mehrere Anzeichen deuten auf eine gestiegene Nachfrage nach Tresoren hin – ein Ort, an dem die Zinsen für Bargeld immer Null Prozent betragen, egal, was die Zentralbank tut.“

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
7 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Sebastian Josef
Sebastian Josef
3. September 2016 10:59

Die Erde ist ein Organismus. Apfelbäume tragen gern manchmal eine Tonne Äpfel. Das Öl ist auch im Organismus und nicht schulverdummte Theorie. Es gibt sooo Vieles, das der Herr erschuf und sich die Menschen zu Nutzen machen können. Häufig ist die Frage in welchen Händen, Dinge wie Technologie, .. sind. Aber das Geld ist überflüssig auf Erden, die Erde bringt durch sich selbst Ihre Früchte hervor. Das Geld wird inflativ (“1% Geld im Maßstab zu den Güter auf Erden – 99 Raumschiffe für den Ausgleich zum Maßstab 1:1 – oh welch ein Streit.”) Wir wollen das Gerechte und dürfen doch… Weiterlesen »

LeChiffre
LeChiffre
5. September 2016 20:44

Also ich finde die Erfindung des Geldes als Tauschmitttel genial. Was wenn mein gegenüber gerade keine Eier braucht sondern ein paar Schuhe?
Geld aus dem Nichts erschaffen oder zur Bereicherung ist Gift und gilt geächtet.

deustcherwolf
deustcherwolf
2. September 2016 17:50

Der Bundesverband der Deutschen Industrie zahlt Präsident Ulrich Grillo nach SPIEGEL-Informationen 180.000 Euro im Jahr alleine für seinen Zeiteinsatz. Für seine Auslagen gibt es eine sechsstellige Summe extra. Offiziell handelt es sich um ein Ehrenamt. Wer als Präsident an der Spitze des Bundesverbands der Deutschen Industrie steht, tut es also um der guten Sache Willen. Tatsächlich aber ist der Posten weit lukrativer, als ein Ehrenamt vermuten lässt: Der BDI verwöhnt seinen Präsidenten Ulrich Grillo nach SPIEGEL-Informationen mit 180.000 Euro im Jahr. Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier. Deklariert ist die Summe als Aufwandsentschädigung. Sie… Weiterlesen »

VwieVendetta
VwieVendetta
1. September 2016 20:19

Wenn der Euro zusammenbricht, was in naher Zukunft geschehen wird, dann kann man die weggesperrten Scheine höchstens noch als Klopapier verwenden. Braucht man dafür wirklich einen teuren Tresor?
Und wird die SA nicht einfach den mit Gold gefüllten Tresor im Falle eines Goldverbots abholen?

Völkermord ist bunt
Völkermord ist bunt
1. September 2016 22:46
Reply to  VwieVendetta

Ich weiß auch sehr viel besseres mit Geld anzufangen, als es in Tresoren zu lagern. Vorsorge ist das Stichwort.

Die SA gibt es schon länger nicht mehr und die kam auch nicht bei Deutschen vorbei, um Ihnen die Ersparnisse zu rauben.
Tatsächlich ist aber zu erwarten, daß BRD-Schergen kommen, um Nahrungsmittel und Gold und alles von Wert “abzuholen”. Wurde ja bereits von der BRD-NGO angekündigt.

LeChiffre
LeChiffre
5. September 2016 20:36

ich hoffe aber daß die Urdeutschen sich ein wenig mit den SHAEF Gestzen auskennen, In den steht daß Deutsche keinen Besitz haben dürfen. Wenn man das weiß ist die Überraschung im Falle des Falles nicht so groß.

Send this to a friend