Deutschland

München: Asylbetrüger bessert sich Taschengeld auf – 360.000 Euro Schaden durch Internetbetrug

München: Asylbetrüger bessert sich Taschengeld auf – 360.000 Euro Schaden durch Internetbetrug
Landgericht München: Asylbewerber Gideon O. muss sich wegen Betrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung verantworten.

Wegen Geldwäsche in mehr als 40 Fällen sowie mehrfacher Urkundenfälschung muss sich ein Nigerianer vor dem Landgericht München I verantworten. Gemeinsam mit weiteren Komplizen schädigte er zahlreiche Opfer um mehr als 360.000 Euro und stockte durch diese kriminellen Machenschaften sein ohnehin schon üppiges Taschengeld weiter auf.

von Ernst Fleischmann

Es ist ein atemberaubendes Verfahren, das zur Zeit am Landgericht München I läuft. Angeklagt ist Gideon O., ein Asylforderer aus Nigeria. 2014 war er in die Türkei geflogen und von dort schließlich ein Jahr später bequem über das Mittelmeer und die Balkanroute illegal in die Bundesrepublik eingereist. In München stellte er einen Asylantrag und machte es sich anschließend im oberbayerischen Zangberg gemütlich.

Da es ihm in der sozialen Hängematte zunehmend langweilig wurde, beschloss der Nigerianer, einer Arbeit nachzugehen. Seite Tätigkeiten beliefen sich dabei auf Geldwäsche in mehr als 40 Fällen sowie mehrfache Urkundenfälschung. So zumindest steht es in der Anklageschrift, welche nunmehr vor Gericht verlesen wurde. Über das Ausmaß der kriminellen Energie des „Flüchtlings“ zutiefst schockiert, fragte Richter Frank Zimmer: „Sie haben als Asylbewerber doch ein Bett, Essen, Kleidung und Taschengeld bekommen, wozu brauchten sie dann noch mehr Geld?“

Er habe einfach unbedingt arbeiten und selbst Geld verdienen wollen, sagt der Zuwanderer, der aktuell in Untersuchungshaft sitzt. Dazu stellte er sich ein Team aus weiteren Kriminellen zusammen, namentlich halfen ihm der 30-jährige Nigerianer Thomas B., die 26-jährige Togolesin Constancia A. und die 23-jährige Deutsche Leah B. Gemeinsam nahmen sie über 360.000 Euro von Internetbetrügern an und leiteten die Gelder über dunkle Kanäle weiter. Für diese Dienstleistung kassierte Gideon O. satte Provisionen.

Wie der Nigerianer nun vor Gericht zu Protokoll gab, will er seinen Auftraggeber in einem Wettbüro kennengelernt haben. Dieser habe ihm die Geldgeschäfte vorgeschlagen und gefälschte Ausweise verschafft. Ohne zu zögern, schlug der Migrant zu und stieg in das höchst kriminelle Business ein. Dass dadurch zahlreiche ahnungslose Menschen finanziell geschädigt werden würden, war ihm ganz offensichtlich egal. Wichtig war es ihm hingegen, etwas Geld zu verdienen und zu „arbeiten“, wie er sagte. Das zunächst lukrative Geschäft bescherte Gideon O. allerdings erst einmal den Aufenthalt in Untersuchungshaft. Der Prozess aber ist noch längst nicht abgeschlossen und wird am heutigen Dienstag fortgesetzt.

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