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Stasi 2.0: Verfassungsschutz sucht Bürger als Spitzel und Denunzianten in Teilzeit

Stasi 2.0: Verfassungsschutz sucht Bürger als Spitzel und Denunzianten in Teilzeit
Der Verfassungsschutz sucht Spitzel in Teilzeit.

Was muss ein Bewerber als Observant für das Bundesamt für Verfassungsschutz mitbringen? Neue Observanten verfügen über eine sehr gute Auffassungsgabe, Geduld, Orientierungsvermögen und Merkfähigkeit, technisches Verständnis Belastbarkeit, Flexibilität und die „Bereitschaft zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung“.

von Alexander Wallasch

Das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz hatte schon Anfang des Jahres um Unterstützung gebeten, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat aktuell sogar gleich mehrere Stellenangebote ausgeschrieben. Gesucht wurden in Hamburg „Observantin bzw. Observant (m/w/d)“. Also Menschen, die laut Stellenanzeige „Observationseinsätze unter konspirativen Bedinungen (z.B. zu Fuß oder mit dem KfZ) vorbereiten und durchführen.“ Die anschließend „mündlich und schriftlich Bericht erstatten“ und die „Ermittlungen, insbesondere bei Behörden, durchführen.“

Das Bundesamt für Verfassungsschutz sucht gerade via Stellenanzeigenportal Indeed „Observationskräfte (m/w/d) für die mobile Observation“ in Teilzeit. Verstärkt werden sollen Teams in Köln, Berlin und im norddeutsche Raum gleich durch mehrere Neueinstellungen.

Und weil das für Normalsterbliche zunächst alles klingt wie eine Mischung aus Sonnenallee, Das Leben der Anderen und James Bond, erzählt das BfV in der Stellenbeschreibung recht ausführlich, um was es ihm geht.

Nicht jeder geeignet

Dazu aber gleich, vorab rufen wir direkt bei der Pressestelle des Amtes an, um mehr zu erfahren. Hier wird zunächst betont, dass man nicht jeden von der Straße nehme, dass die Observatoren geeignet sein müssen und noch speziell für ihre Tätigkeit ausgebildet werden. Ebenso, dass alle extremistischen Phänomene betreut werden müssen vom Rechtsextremismus über den Islamismus bis hin zum Linksextremismus. Über einen speziellen Bedarf aus irgendeinem aktuellen Anlass will man nichts sagen. Aber soviel dann doch, dass ein Pressesprecher am Telefon betont, es gäbe da keine geheime Agenda dahinter. Auch nicht, was den aktuellen Personalbedarf beträfe.

Aus Pressemeldungen der Vergangenheit erfährt man dennoch etwas über den Bedarf an solchen Observationskräften: So bat der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen 2014 um 150 zusätzliche Kräfte zur Observation von Islamisten und bekam letztlich vom Vertrauensgremium des Bundestages einhundert neue Einstellungen genehmigt. Für die Ausstattung alleine dieser neuen Mitarbeiter wurden damals 13,44 Millionen Euro bereitgestellt. Und das war 2014, also noch vor der beginnenden Massenzuwanderung ab 2015.

Aktueller ist da eine Nachricht aus Hamburg, wo der Deutschlandfunk im Juli 2020 von einer wachsenden islamistischen Szene in Hamburg berichtete und über die Bemühungen des Verfassungsschutzes, diese Szene im Auge zu behalten. Da ist von drei wesentlichen Formen der Überwachung die Rede: Observation, Telefon und Internet-Überwachung und die Abschöpfung von internen Quellen.

Bewerber helfen dem Verfassungsschutz

Aber weiter in der Stellenanzeige für Observationen, die auch nichts mit der Arbeit von V-Leuten oder ähnlichem zu tun hat. Denn V-Leute haben bereits eine bestimmte Stellung oder Funktion in einer unter Beobachtung stehenden Gruppe und werden in der Regel abgeschöpft, aber kaum besonders dafür ausgebildet. Die Stellenanzeige betont zunächst, dass der Verfassungsschutz „einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger“ leisten würde. Der angesprochene Bewerber würde mit seinem „Engagement wesentlich zur Aufgabenerfüllung des BfV“ beitragen.

Was der BfV den Bewerbern an erster Stelle anbietet, so die Anzeige, ist „Sinnhaftigkeit“. Gefolgt von einer „spannende(n) Tätigkeit mit gesellschaftlichem Mehrwert und aktuellem politischem Bezug“. Sogar die Möglichkeit der späteren „Verbeamtung“ wird hier schon in Aussicht gestellt. Finanziell sei der Job auch deshalb lohnenswert, weil es eine Nachrichtendienstzulage und Observationszulage gäbe.

Was muss der Bewerber mitbringen? Er muss zunächst einmal Deutscher sein. Er sollte Interesse haben „an politischen Zusammenhängen“ – ist das schon ein Hinweis auf die angedachte Zielgruppe der Observation Rechts- oder Linksextremismus? Jedenfalls sollte der zukünftige Observant eine körperliche Fitness durch das Sportabzeichen mindestens in Bronze belegen können.

Verfassungsschutz wird massiv aufgestockt

Auch bittet das BfV um „eine sehr gute Auffassungsgabe, Geduld, Orientierungsvermögen und Merkfähigkeit, technisches Verständnis (…) Belastbarkeit, Flexibilität“ und die „Bereitschaft zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung“. Wer sich bewirbt, muss einen schriftlichen und mündlichen Eignungstest bestehen.

Deutschland rüstet also auf im Kampf gegen den Gegner von innen. Aber gegen was genau und gegen wen, will das BfV hier nicht konkret sagen. Im September 2018 war die Rede davon, dass das Amt bis 2021 seine Mitabeiterzahl auf 6.000 verdoppeln wolle. Damals wollte Hans-Georg Maaßen seine Behörde personaltechnisch auf das Niveau des Auslandsgeheimdienstes bringen. 2019 waren dort bereits fast 4.000 Personen offiziell tätig. Das Haushaltsvolumen des BfV hat sich von 2014 bis 2020 mehr als verdoppelt auf 467,19 Mio. Euro. Und dafür gib es ein ganzes Paket von Gründen.

Das BfV braucht also mal wieder eine Aufstockung an neuen Leuten. Wer an so einem Job Interesse hat und wer letztlich genommen wird, bleibt im Verborgenen irgendwo hinter der Ahausecke im Trenchcoat oder wenigstens so ähnlich.

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Marlon Lingemann
Marlon Lingemann
29. Oktober 2020 10:23

“Mich interessiert sehr, wie man Spitzel werden kann.”
-Würde mich sofort dafür melden, um entweder niemanden anzuzeigen,
oder eben die, die es wirklich verdient haben.
Freunde, bitte erkundigt euch ebenso.

frischer wind
frischer wind
31. Oktober 2020 3:09

geht auch über die stadtverwaltung essen.

Retourkutsche
Retourkutsche
25. Oktober 2020 7:22

Ich kenne Orte, da wird man sie niemals finden! Darauf mein Wort!!!

Wulf
Wulf
1. November 2020 18:41
Reply to  Retourkutsche

Ich auch,z.B. Sog. Stadtsherrifs, bezahlte Denunzianten. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da gab es so etwas noch nicht. Doch seit die meisten sog Stadtverwaltungen merkten, dass man z.B. mit Parkgebühren sehr viel Geld verdienen kann, gibt es diese Stadtsherrifs die nochmal viel Geld in die Stadtkasse bringen,indem Sie Falschparker(oftmals aus der Not geboren mangels wegrationierer Parkplätze) zur Anzeige bringen. Es gibt Orte, hauptsächlich in Bayern, wo es ein “Stadtsherrif” nicht länger als eine Woche aushält. Dort ist das “ANTIDENUNZIANTEN-POTENZIAL” noch in Ordnung. So sollte es in ganz Deutschland sein, Ja ,auf der ganzen Welt. Keine Chance für Denunzianten!!!

Revolution2021
Revolution2021
23. Oktober 2020 16:47

Diese Spitzel werden sich ja eh verraten! Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Was macht man mit Ungeziefer und Parasiten? Man tötet sie. Anscheinend ist die totale Verblödung bei manchen Deutschen sehr weit fortgeschritten, siehe Grüne, Linke, CDU CSU und SPD……
Von da werden auch diese Spitzel kommen!

Zill
Zill
29. Oktober 2020 12:41
Reply to  Revolution2021

Ich überlege gerade, ob ich mich bewerbe. Ich hab nämlich, was Nazibeobachtung angeht, echte Vorteile; Ich brauch bloß in den Spiegel zu kucken.

Laubfrosch
Laubfrosch
23. Oktober 2020 16:31

Der größte Lump im eignen Land – das ist und bleibt der Denunziant!!! 🙁

Hans Dieter Schuh
Hans Dieter Schuh
23. Oktober 2020 9:47

Langsam glaube ich das man die komplette Zerstörung aller Eu Staaten plant

Revolution2021
Revolution2021
25. Oktober 2020 11:59

Nicht der Staaten, sondern der Bevölkerung!!!

Nationalsozialist
Nationalsozialist
26. Oktober 2020 19:52
Reply to  Revolution2021

Der Völker! Was fehlt euch im Oberstübchen,das ihr nichtmal den Unterschied zwischen “Bevölkerungen” und Völkern benennen könnt?

Ironymus
Ironymus
29. Oktober 2020 17:24

Wenn das Herr Schicklhuber wüsste,Herr Nationalsozi.

Nationalsozialist
Nationalsozialist
30. Oktober 2020 19:54
Reply to  Ironymus

“Schickelgruber”? Verleumdungen aller übelster Sorte,hervorgebracht damals wie heute von dreckigen Bolschewiken aller Coleur!
Und jetzt bring beweise bezüglich des Namens Schickelgruber ,oder halt deine elende Verräterfresse du Roter Haufen Sondermüll!

TANI 2
TANI 2
22. Oktober 2020 21:31

Was ist der Verfassungs – Schutz ? Er sollte sich lieber darum kümmern , was die SED Tante mit IHRER Bande so ALLES macht !

Olli
Olli
22. Oktober 2020 3:53

Also doch 2.0 wie ich es Jahre schon Sage die Stasi war Nie weg viele von der Stasi haben nach der DDR im Verfassungsschutz Kairäre gemacht und wie ich hier Lese das Einige Sagen die Regierungschefin Kante Niemand oder Sah Sie bei der SED dabei war diese Verräter in der Partei die Sekretärin unter Honecker und Ale wichtigen Daten gingen über ihren Schreibtisch und jetzt Jetzt Sie gegen unsere Volk und 89% Des Volkes Intressirt es nicht was hier Los ist die Wählen Weiter CDU,und SPD… .

Ironymus
Ironymus
29. Oktober 2020 17:26
Reply to  Olli

Nun, wir haben doch eine Oberspitzel Mutti ,die war doch bei der Stasi.Einmal Stasi immer Stasi.

monika ebner
monika ebner
22. Oktober 2020 2:38

Gibt es einen dresscode für die angeworbenen neuen Mitarbeiter, den langen schwarzen Ledermantel? Man kann ja mal fragen.

frischer wind
frischer wind
24. Oktober 2020 21:15
Reply to  monika ebner

und schlapphüte ?

Ironymus
Ironymus
29. Oktober 2020 17:27
Reply to  frischer wind

Nee, Aluschlapphüte.Bzw. Gestapo von 1934

Last edited 28 Tage zuvor by Ironymus
Nationalsozialist
Nationalsozialist
30. Oktober 2020 19:57
Reply to  Ironymus

Es gab in Deutschland nie eine “Gestapo”!
Es gab eine Kleine ,völlig unterbesetzte Polizeibehörde mit der Bezeichnung GeStaPA (Geheimes Staats Polizei Amt)!
Also keinen Dreck reden du Desinformant und antideutsche Schadexistenz!

Wulf
Wulf
22. Oktober 2020 0:28

Hurra, Hurra, das Dritte Reich ist wieder da. So oder ähnlich könnte man den Obigen Bericht bzw .Mitarbeitersuchanzeige des “Verfassungsschutzes” begrüssen. Wenn es das ist, was ich vermute, wird es wohl ähnlich wie im dritten Reich ablaufen, jeder wird jeden bespitzeln, plötzlich verschwinden Menschen spurlos, die vielleicht ein bischen zu kritisch sind. Doch ein Trost bleibt. So ein System lässt sich nicht lange aufrecht halten, es bricht zusammen. Am Ende steht ein “Nürnberger Tribunal” Das sollten sich diese “Macher” vor Augen halten. In irgendeiner Art Trifft die Strafe jeden dieser Verbrecher. Das Volk, egal welche Regierung existiert, ist DER SOUVERÄN.… Weiterlesen »

B. Lutz
B. Lutz
22. Oktober 2020 18:10
Reply to  Wulf

Das war in der DDR so. Selbst der Ehemann von Bärbel Boley war ein Stasi-Spitzel.

Hedi
Hedi
25. Oktober 2020 20:26
Reply to  Wulf

Soweit darf es nicht mehr kommen – aber es kommt soweit! Diese Helfershelfer der Hölle betrachten uns als Tiere, als Arbeitstiere und sitzen am längeren Hebel!!!

Nationalsozialist
Nationalsozialist
26. Oktober 2020 19:56
Reply to  Wulf

Du Roter Hanswurst,betreibst hier deine Antideutsche,Germanophobe Kommunistenpropaganda,und willst die Verbrecherischen Umtriebe deiner Roten Terrorkomplizen den Nationalsozialisten in die Schuhe schieben,zusätzlich zu den tausenden Lügen die man ihnen ohnehin schon in die Schuhe schiebt!Und sieben Völlig minderwertige,degenerierte Cretins ,oder einfach nur Bolschewikendreck geben dafür ein Däumchen nach oben!An die Wand mit euch wegen Volksverrat!

frischer wind
frischer wind
27. Oktober 2020 17:10

es ist eine uralte masche von kriminellen,den opfern die schuld in die
schuhe zu schieben-uraltes blendwerk.

Zill
Zill
29. Oktober 2020 12:58
Reply to  Wulf

Als die DDR die BRD übernahm wurden 100000 Stasi Leute in den neuen Staat, der neuen DDR übernommen.
Also das Verhältnis Bevölkerung vs Stasi war 17 Millionen zu mind. 100000.
Im 3. Reich war das Verhältnis 70 – 80 Millionen zu 7000 Gestapo.
Die Größe der Gestapo war gerade geeignet die wirklich wichtigen Positionen im Staat zu überwachen.
In der DDR ging und geht es darum Angst in der normalen Bevölkerung zu erzeugen.

Ironymus
Ironymus
29. Oktober 2020 17:32
Reply to  Wulf

Nee, Wulf die werden sich in eine “Festung” verkriechen und wie Trump eine Bewaffnete Miliz haben.

DonFU
DonFU
22. Oktober 2020 0:12

Ja Flexibel ist die Grundvorraussetzung für’s tiefe bücken… Diese lieben es knackig von hinten bereichert zu werden….

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